Forkbombs – oder wie man sich selbst in den Fuß schießt

Mai 25, 2014 um 1:09 nachmittags | Veröffentlicht in Bash, Programmieren, Ubuntuusers | 1 Kommentar

Als eine Forkbomb bezeichnet man ein außer Kontrolle geratenes Programm oder Skript. Das fragliche Programm “forkt” sich ununterbrochen, erzeugt also immer neue Prozesse. Dadurch erhalten wichtige Prozesse weniger CPU-Zeit und wichtige Daten werden nach und nach aus dem RAM in den Swap übertragen. Mit anderen Worten: das System wird in die Knie gezwungen. Als Form einer DDoS-Attacke kann eine Forkbomb zum Angriff auf ein System verwendet werden. Manchmal passiert es einem aber auch, dass man sich unabsichtlich eine Konstruktion baut, welche wie eine Forkbomb agiert.

Vor etwa 18 Monaten schrieb ich hier einen Artikel über “Alternativen zu youtube-dl“, in welchem ich terminalbasierte Möglichkeiten untersucht habe Videos von YouTube für die offline-Aufbewahrung herunterzuladen. Damals wollte ich mich nicht näher mit dem Problem beschäftigen und habe mir ein einfaches, kleines Wrapper-Skript für cclive geschrieben. Vor kurzem sprach ich das Problem gegenüber einem Kollegen an und wir entschlossen uns dem Problem auf den Grund zu gehen. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, nach etwa einer halben Stunde war das Mysterium gelöst. Ich hatte, aus Bequemlichkeit, ein Skript geschrieben welches youtube-dl mit einer Option aufrief, die ich auch sonst immer an das Programm anhing. Da ich zu dieser Zeit gerade meine aliases aufgeräumt hatte, schrieb ich dafür ein kleines Wrapper-Skript mit folgendem Inhalt:

#!/bin/bash

youtube-dl -t

Das Skript benannte ich dann, wieder aus Bequemlichkeit, youtube-dl. Das Skript legte ich ab unter $HOME/bin, welches in meiner PATH-Variable eingetragen war. Voila, Si Forkbömb ist fertisch.</fakeFrenchAccent>

Für alle, die den Ablauf noch nicht nachvollziehen können: Wenn das Programm mit youtube-dl aufgerufen wurde, wurde in Wahrheit das Skript unter $HOME/bin aufgerufen. Dieses sollte dann das eigentliche Programm aufrufen, rief jedoch einfach wieder das Skript unter $HOME/bin auf …

Das ist natürlich ein peinlicher Fehler, der eigentlich einfach zu finden gewesen sein sollte. Er fällt allerdings unter die Kategorie “How did this ever work?“, denn ich hatte das Skript zum Zeitpunkt als die Probleme auftraten schon eine Zeit lang in Gebrauch.

Gegenmittel

Man sieht wie leicht es ist sich selbst in eine Forkbomb zu bauen. Was ist aber nun, wenn man sich mit einer Forkbomb, ob absichtlich oder nicht, konfrontiert sieht? Die englische Wikipedia bietet dazu ein paar Vorschläge. Der meiner Ansicht nach eleganteste ist ein zsh-Einzeiler:

while (sleep 100 &) do; done

Dieser Code erzeugt immer neue Instanzen des Programmes sleep. Das ‘&‘ sorgt dafür, dass der Aufruf in einen neuen Prozess ausgelagert wird. Dadurch können beliebig viele Prozesse gestartet werden, welche sich alle nach jeweils 100 Sekunden wieder beenden. Dadurch hat man eine “kontrollierte” Forkbomb geschaffen, welche dem Schadprogramm langsam das Wasser abgräbt, bis es sich nicht mehr forken kann. Nach knapp 2 Minuten sollte man wieder die Kontrolle über das System erhalten.

Um schnell auf eine Forkbomb reagieren zu können sollte der obige Code als Skript vorliegen um schnell aufrufbar zu sein. Dazu schreibt man den Code in eine Textdatei:

#!/bin/zsh
while (sleep 100 &) do; done

und benennt die Datei möglichst eindeutig wie kurz. Ich habe sie einfach ff genannt (ForkFighter!). Diese Datei legt man nun in einem Verzeichnis ab, welches man in der PATH-Variable eingetragen hat.

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Canonical forkt Linux

April 1, 2014 um 8:00 vormittags | Veröffentlicht in 1. April, GNU/Linux, Ubuntu, Ubuntuusers | 6 Kommentare

Canonical sucht offenbar nach einem Alleinstellungsmerkmal im nach wie vor stark fragmentierten Linux-Markt. Gegeben durch seine Eingeschränktheit müssen ambitionierte Distributionen mit immer aggressiveren Methoden versuchen sich von ihren, teilweise zum Verwechseln ähnlichen, Rivalen abzugrenzen. Linux beginnt zum Big Business zu werden und Canonical will Vorreiter sein. Nachdem sich bereits Red Hat entschieden hat ab der nächsten Version auf Unity zu setzen und SuSE seine Mitarbeit an Mir angekündigt hat, entschloss sich Canonical, laut Community Manager Jono Bacon, zu einem weiteren Schritt:

We will fork the [Linux] kernel and optimize it for the upcoming MC14500B [chip] from Motorola. Its rigorously reduced instruction set and increased effiency make it a perfect candidate to spearhead a revolution in the industry.

Übersetzung:

Wir werden den [Linux] Kernel forken und ihn für den kommenden MC14500B [Chip] von Motorola optimieren. Sein stark vereinfachter Befehlssatz und erhöhte Effizient machen [den Chip] zu einem perfekten Kandidaten um eine Revolution im Computergewerbe anzuführen.

Der MC14500B ist ein bis jetzt "sträflich vernachlässigter" Prozessor, welcher unter anderem in DATANorfs WDR-1 zum Einsatz kommt. Durch seine Einfachheit erspart der Chip dem Programmierer viel Overhead und erzielt relativ hohe Rechengeschwindigkeiten.

Ob es für den Durchschnittsnutzer von Vorteil ist wenn Canonical seine Arbeitskraft erneut für ein Projekt verwendet, welches es vom restlichen Linux-Biotop isoliert, bleibt dahingestellt. Da die Firma eines Tages auch ohne Mark Shuttleworths Reichtum auskommen soll scheint dieses Vorgehen jedoch nur logisch. Es bleibt abzuwarten ob die Kernel nach getaner Arbeit wieder verschmelzen werden und ob die großen Applikationen (GNOME/KDE, LibreOffice, Firefox, …) ihre Unterstützung zusagen, denn ohne diese wird Canonical es schwer haben seine bisherigen Standards zu halten. Im schlimmsten Fall müssten sie sogar MC14500B Versionen dieser Programme selbst erstellen und warten. Und ob Canonical das auf lange Sicht ohne Shuttleworth aushält ist meiner Ansicht nach mehr als fraglich. Allerdings deutet die Spezialisierung auf einen Motorola-Chip auf eine Zusammenarbeit mit Google hin.

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Experiment Windows

März 24, 2014 um 11:00 vormittags | Veröffentlicht in Microsoft, Ubuntuusers, Vermischtes | 35 Kommentare

Zu Beginn: Nein, ich habe nicht vorauf Windows umzusteigen. Ich suche nur nach einer Möglichkeit Programme auszuführen, welche weder mit Wine noch in einer virtuellen Maschine laufen. Die (normalerweise) Windows-Programme brauchen also eine native Windows-Installation.

Beispiel gefällig? Vor wenigen Wochen erschien das von Fans der Reihe lang ersehnte "Might and Magic X". Nachdem das ursprüngliche Entwicklerstudio "New World Computing" bankrott ging wurden die Rechte an der "Might and Magic"-Reihe an Ubisoft verkauft. Ja. Ubisoft. Neben EA einer der großen Anhänger von DRM-Maßnahmen. Um "Might an Magic X" installieren und ausführen zu können muss es per UPlay aktiviert werden. Für alle, die es nicht wissen: UPlay ist Ubisofts Steam. UPlay läuft nicht mit Wine und das Spiel selbst braucht mehr als die mikrige 2D-Beschleunigung der virtuellen Maschine. Diese Kombination ist also von einem nativen Windows abhängig.

Ein Windows besorgen

Nachdem auf meinen Computern kein einziges Windows installiert ist muss ich erst eines installieren. Das bedeutet: ich muss mir eines besorgen. Im Gegensatz zum durchschnittlichen Windows-Benutzer möchte ich eine legale Version meiner Programme verfügbar haben und lade mir daher keine Crack-Version herunter. Es würde mich zwar schmerzen, wenn ich Geld an Microsoft zahlen müsste, als ehrlicher Nutzer wird mir das aber wohl nicht erspart bleiben … dachte ich.

Doch von Anfang an. Ich studiere an der Universität Wien Informatik. Ich habe noch nie Software von unserem Facultas gekauft, habe aber gehört, dass diverse kommerzielle Software für Studenten mit erheblichen Preisnachlässen zu haben ist. Also habe ich mich auf den Weg gemacht um eine Kopie eines Windows 7 zu holen. Die Website von Facultas selbst listet keine Zweigstelle auf, die sich auf Informatik spezialisiert. Eine kurze Suche im Netz liefert nur die Zweigstelle in der Brünnerstraße. Die ehemalige Zweigstelle, denn die dort ansäßigen Institute für Wirtschaftswissenschaften und Mathematik sind vor geraumer Zeit in den Neubau am Oskar-Morgenstern-Platz übersiedelt. Im dortigen Facultas, welcher ein wenig schwierig zu finden ist, wurde mir gesagt, ich solle mich an den Facultas der Technischen Universität (TU) oder an den ZID der Universität Wien wenden.

Nun bietet die Filiale der TU ihre Vergünstigungen nur für Studenten der TU an und der ZID kann direkt mit Software nicht dienen, da er in erster Linie eine Servicestelle ist, über welchen man diverse Dienste wie Webspace, Webmail und FTP-Server erhält. Allerdings offenbart der ZID unter dem Punkt "Microsoft Software" den Link zum MS Academic Aliance Partnerprogramm "DreamSpark" über welches Studenten der Universität Wien eine größere Auswahl an MS Software im Rahmen des Studiums kostenfrei nutzen können. Nun ist das zwar nicht mein primäres Bestreben, allerdings halte ich Entspannung zwischen dem Schreiben zweier Arbeiten auch für Teil des Studiums.

Wie dem auch sei, dieses Vorhaben erwies sich als recht schwierig umzusetzen …

Windows gefunden – Windows herunterladen – Ein Henne/Ei-Problem

Der Zugang zu DreamSpark ist nur aktiven Informatikstudenten der Uni Wien erlaubt. Einmal angemeldet kann man verschiedene Software in den Einkaufswagen legen. Beim Abschluss des "Kaufes" erhält man für jedes Produkt einen Lizenzschlüssel und einen Download-Link. Äh. Nein. Nicht ganz. Lizenzschlüssel: ja; Download-Link: nein. Es gibt ein Feld mit der Aufschrift "Download starten", dieses führt jedoch nur zu einer Erklärungsseite. Auf dieser finden sich zwei neue Links. Der erste führt zu einem "Secure Download Manager" und der zweite zu einer von diesem Programm lesbaren Meta-Datei, in welcher, wie bei Torrents, die Meta-Daten zum Download gespeichert sind. Füttert man die Datei in den Download Manager stößt dies den Download an.

Hierbei ergaben sich für mich zwei Probleme. Zum einen gibt es von diesem Download Manager offenbar nur Versionen für Windows und Mac OS. Versucht man die Datei unter Linux herunterzuladen erhält man automatisch die Mac OS Version … Stellt man den User-Agent um erhält man einen Windows-Installer … oder so. Die Installationsdatei weist die Endung *.msi auf und wird von Wine kategorisch verweigert. Um nun also etwas von diesem Web-Store herunterladen zu können brauche ich ein Windows oder einen Mac. Ein Mac kommt nicht im Entferntesten infrage (unter anderem weil ich auch niemanden kenne, der einen Mac verwendet), es muss also ein Windows her um ein Windows herunter zu laden …

Entgegen meiner heuchlerischen Worte von vorhin besitze ich doch eine Crack-Version von Windows XP. Diese habe ich vor langer Zeit von einem Kollegen bekommen, an sich verwende ich sie aber nicht. Nun gut, dann installieren wir das System in einer virtuellen Maschine, installieren den Download Manager und laden Windows 7 herunter – so der Plan. Es hakt. Die virtuelle Maschine (VirtualBox) ist kein Problem. Die Installation von Windows XP ist auch kein Problem. Dann versuche ich die MSI-Datei auszuführen. Nichts. Habe ich mich verklickt? Doppelklick auf die MSI-Datei. Wieder nichts. Nochmal. Nöp. Ich markiere die Datei und drücke die [Enter]-Taste. Njet. Rechtsklick -> Installieren. Merde. What the heck is going on? Ich starte die Commandline, navigiere in das Verzeichnis und führe die Datei direkt aus. "Zugriff verweigert". WTF? Das kannst du mir nicht graphisch sagen? Windows ist doch ansonsten immer schnell zur Hand mit nervigen Fehlermeldungen zum wegklicken!

Immer mit der Ruhe.

Ok, Bestandsaufnahme. Windows XP wird zwar noch ein paar Wochen lang offiziell unterstützt, aber vielleicht will der Installer doch etwas Neueres. Ich prüfe die Version von Windows XP und finde: SP2. Ok, versuchen wir ein Update. Nach viel herumgesuche in verwinkelten Systemmenüs (und Leute regen sich über KDE auf!) finde ich einen Punkt, welcher verspricht ein Systemupdate durchzuführen. Klick … Ein Internet Exploder startet sich. Man verzeihe mir den Ausdruck, aber es ist ein IE6! Der Abfall aus der untersten Schleimpfütze in der Softwarelandschaft. Der IE6 startet sich und will als Skript auf einer MS-Seite prüfen ob Updates verfügbar sind. Dazu muss er zuerst einen Haufen ActiveX-Elemente installieren … autsch. Nach einer Orgie von Unterseiten und Update-Tests erhalte ich am Ende die Meldung: die gesuchte Seite kann nicht gefunden werden.

Korrigiere mich einer, wenn ich falsch liege. Meine These ist, dass MS Windows XP schon vor langer Zeit aufgegeben hat. So gut wie nichts mehr funktioniert auf einer Neuinstallation. Das Ergebnis: ich bin alleine Unfähig mir eine Version von Windows 7 im Rahmen meiner Universität zu besorgen ohne dafür Länge mal Breite zu brennen. Meine Lösung: ich bat einen Kollegen, welcher eine für Spiele reservierte Windows-Maschine besitzt, um Hilfe.

Windows installieren … oder so

Bei unserem nächsten Treffen brachte er mir sowohl die 32- als auch die 64-bit-Version als ISO-Dateien mit. WIeder zu hause brannte ich beide Abbilder auf DVD-Rohlinge und installierte. Ähm … wollte installieren. Zuerst musste ich warten. Vom Beginn des Bootvorgangs von DVDs gezählte 2:11 Minuten bis überhaupt eine grafische Oberfläche erscheint. Danach weitere 3:16 Minuten bis endlich der erste Dialog angezeigt wurde. Dieser Dialog enthält ein Auswahlmenü für die Sprache, die während der Installation verwendet werden soll … absolut sinnfrei, da das installierte System dann sowieso nur in Deutsch vorliegt. Sobald diese Auswahl getroffen war … weitere 4:44 Minuten Wartezeit bis mir das Menü zum Formatieren der Festplatten angezeigt wurde. Die Partitionen sind schnell erzeugt und der installationsvorgang beginnt. Zum Glück dauert es nur 2:05 MInuten bis er mit einer Fehlermeldung abbricht. WT*?

Es stellt sich heraus, dass der Installationsvorgang genau zu dem Zeitpunkt abbricht, als die ersten Pakete entpackt werden sollen. Es scheint, als ob das Entpacker-Programm nicht vorhanden wäre …

Right …

Ich entsinne mich auch eine 32-bit Version zur Verfügung zu haben. Mein Plan: ich installiere die 32-bit-Version, lade das Abbild der 64-bit-Version erneut herunter (vielleicht gab es ja einen Fehler) und installiere diese dann. Womit ich nicht rechnete: Windows ist Windows. Nach einer ähnlich langen Wartezeit wie bei der Installation der 64-bit-Variante beginnt der Entpackvorgang, welcher nach vielen Gebeten, niedrig gehaltenen Hoffnungen und 9% mit einer Fehlermeldung abbricht. &#$?*§!! Die Fehlermeldung "0×80070570" (wow, das nenne ich Klarheit) ist laut dieser MS Support Seite ein Anzeichen für ein fehlerhaftes Medium.

Challenge accepted. Ich probiere die Installation beider ISOs in meiner VirtualBox … mit demselben Ergebnis. Es liegt also nicht an den gebrannten DVDs. Der Fehler muss bei den Abbildern sein. Laut meinem Kollegen gab es keine Probleme beim Download, wobei ich es dem ach so "Secure Download Manager" durchaus zutraue, dass er über Verbindungsunterbrechungen und dergleichen einfach schweigt und so tut, als sei nichts gewesen.

Ich traue meinem Kollegen, der selbst sehr viel informatisches Wissen besitzt, durchaus zu, dass er eine so einfache Aufgabe wie den Download zweier ISOs ohne Probleme bewältigen kann. Die Fehlerquelle ist also entweder der Download Manager oder bereits korrupte Abbilder am Server.

Ohne dem, was Microsoft als "Piraterie" bezeichnet, geht es offensichtlich nicht. Ich werde ein altes Windows Vista, welches als Recovery bei meinem ersten Laptop dabei war (ein sehr schrottiger Fujitsu Siemens), in meiner VirtualBox installieren und versuchen die Abbilder darüber herunter zu laden. Sollten die Fehler dieselben bleiben, so liegt es an den Abbildern am Server. Wenn nicht, dann hat der "sichere" Download Manager seine Arbeit beim ersten Mal nicht korrekt erfüllt. (Mich beschleicht das Gefühl, dass mit "Secure" hier nicht "sicher" sondern DRM gemeint ist.)

An sich war dieser Artikel als leicht satirisch angedacht, a’la "Windows hat keine Paketverwaltung, nänä", aber Windows wehrt sich wehement. Informatik ist keine exakte Wissenschaft. Das beweist Windows immer wieder, wenn es schafft sich selbst in den Fuß zu schießen. Unter einem Linux Live System könnte ich fehlende Pakete einfach nachinstallieren. Nicht so bei einem Windows, welches ohne Umschweife in einen Installer bootet.

Es kann ein bisschen dauern, bis ich mich dazu aufraffen kann den Vista-Weg zu gehen. Da dann sicherlich weitere Merkwürdigkeiten passieren werden, werde ich diese in einem weiteren Artikel zusammenfassen.

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Project Gooseberry – Der neue Blenderfilm bittet um Unterstützung

März 17, 2014 um 10:00 vormittags | Veröffentlicht in Blender, Film, Ubuntuusers | Hinterlasse einen Kommentar

Das Blender Institute produziert einen neuen Film. Das unter dem Codenamen Gooseberry (Stachelbeere) stehende Projekt macht ein paar Sachen anders als seine Vorgänger. Zum Einen soll es mehr werden als nur die Proof-of-Concept Schnipsel a’la Big Buck Bunny oder Sintel. Zum Anderen werden genau deswegen 12 weitere weltweit verteilte Animationsstudios zusammenarbeiten um das Projekt umzusetzen.

Die Tragik-Komödie über ein Schaf, das einen interessanten Tag hat, soll dabei nicht durch Vorbestellungen sondern durch eine Crowdfunding-Kampagne finanziert werden. Dabei haben sich die Initiatoren 2 Ziele gesetzt: 10.000 Abonnenten der Blender Cloud zu erreichen und einen Betrag von € 500.000 aufzustellen. Für Beides haben sie noch ein Monat Zeit.

Die Blender Cloud wird vom Projekt als primäre Tauschplattform verwendet werden, auf der alle relevanten Dateien des Projekts lagern. Als Abonnent soll man vollständigen Lesezugriff darauf erhalten. Die ersten 3 Monate kosten dabei € 45,-. Behält man das Abonnement, so fallen pro Monat weitere € 10,- an. In den Berechnungen des Blender Institute für die Gesamtkosten des Projekts wird dabei damit gerechnet, dass der Großteil der Abonnenten ihr Abonnement bis zu Ende des Projektes behalten. Unterstützt man das Projekt, das mit etwa 18 Monaten veranschlagt ist, auf diese Weise bis zum Ende erhält man zusätzlich einen Platz in den Filmcredits. Die Gesamtkosten ergeben dabei € 190,-.

Alternativ kann man das Projekt durch einen einfachen Geldbetrag unterstützen. Alle Beträge ab € 20,- erhalten dabei einen frühen Zugang zum fertigen Film. Ab € 175,- erhält man als einfacher Spender ebenfalls eine Erwähnung in den Filmcredits.

Aktuell hält die Kampagne bei über 400 Abonnenten und knapp € 50.000,-

Weiter Infos zum Projekt, zur Kampagne und den teilnehmenden Animationsstudios findest du hier.

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Kommt ein FairPhone geflogen

März 3, 2014 um 12:00 nachmittags | Veröffentlicht in China, GNU/Linux, Multimedia, Ubuntuusers | 4 Kommentare

Seit inzwischen 5 Wochen bin ich im Besitz eines FairPhones aus der ersten Auflage. Was ist ein FairPhone? Ein faires Telefon. Ein Telefon, in dessen Erzeugung keine Arbeiter ausgebeutet, in welchem nur Rohstoffe aus konfliktfreien Regionen verwendet und bei welchem der komplette Lebenszyklus bedacht wurde. Die Verantwortung hört nicht beim Nutzer auf, sondern erstreckt sich bis hin zur Entsorgung des ausgedienten Geräts. Und weil der Lebenszyklus besonders lang sein sollte um nicht bald wieder mehr Müll zu produzieren wurde das FairPhone als SmartPhone konzipiert, welches mit heutigen High-End Geräten auf Augenhöhe stehen und sehr robust sein soll. Das Gerät selbst hat € 325,- gekostet, womit aber wesentlich mehr als nur das Telefon abgedeckt ist.

FairPhone Front small

Das FairPhone mit gesperrtem Bildschirm.

Die Philosophie

Das “Fair” in FairPhone ist vergleichbar mit “fair” gehandelten Nahrungsmitteln, welche inzwischen in jedem Supermarkt zu finden sind. Bei den Nahrungsmitteln sollen die Bauern einen gerechten Lohn für ihre Arbeit erhalten und selbst entscheiden können, was sie anbauen. Beim FairPhone sollen die Minenarbeiter, welche die Erze schürfen, wie auch die Fließbandarbeiter, welche das Telefon zusammenbauen, gerecht entlohnt werden und unter sicheren Umständen arbeiten können. Oft genug kommt es zum Beispiel vor, dass Minenarbeiter verschüttet werden, weil die Betreiber nicht auf ein Mindestmaß an Sicherheit geachtet hat. Und am Fließband atmen viel Arbeiter giftige Dämpfe ein, die ihre Gesundheit nachhaltig schädigen.

Ebendiese Probleme sollen bei der Produktion des FairPhones vermieden werden. Dazu hat das Projekt Verbindung mit lokalen Gruppen aufgenommen, welche sich für ein faires Vorgehen einsetzen. Außerdem wird jede Produktionsstätte von einem Mitglied des Projektes betreut. In den Minen wird auf die Einhaltung von Sicherheitsstandards geachtet. In der Produktionsfirma in China, in der das Gerät zusammengebaut wird, gibt es eine Selbstverpflichtung der Leitung auf würdige Arbeitsbedingungen. Von einem Teil des Kaufpreises des FairPhones wurde hier für die Arbeiter ein Fond eingerichtet, über dessen Nutzung die Arbeiter gemeinsam entscheiden können.

Mit im Preis enthalten ist ein Beitrag für die zukünftige Entsorgung des Telefons. Da auch das FairPhone nicht ewig leben wird, ist es nur konsequent sich Gedanken darüber zu machen, was eigentlich mit Geräten am Ende ihrer Lebenszeit passiert und ob und wie Rohstoffe zurückgewonnen werden können. Auch hier erleiden heute Arbeiter Langzeitgesundheitsschäden. Und auch hier möchte das FairPhone faire Wege gehen.

FairPhone Back small

Die Rückseite des FairPhones.

Technische Spezifikationen

Thema Robust. Dazu zählt ein Display aus Dragontrail Glass. Das Telefon ist mir bis jetzt 3 Mal heruntergefallen. Das erste Mal aus ca. 1/2 m Höhe auf einen Holzfußboden. Die anderen beiden Male aus ca. 1 m Höhe auf einen Fließenboden. Das Telefon zeigt keine merkbare Beeinträchtigung und das Glas hat keinen Kratzer, geschweige denn einen Splitter. Brutal hört es sich trotzdem an, da sich bei einem Sturz die rückwertige Aluminiumplatte löst und auf Fließen so klingt wie springendes Glas.

Eine Quad-Core CPU (Mediatek 6589M chipset) mit je 1,2 GHz liefert genug Rechenkraft für die nächsten Jahre.

Das 4:3 Display hat eine Auflösung von 960×540 bei Gesamtausmaßen von 126×63 cm. Die Dicke des FairPhones ist etwa 1 cm.

Eine Fotokamera mit 8 Megapixel sorgt für schöne Bilder, eine 1,3 Megapixel Kamera kann für Videoanrufe verwendet werden. Die Fotokamera verfügt über einen Blitz.

Enthalten ist eine tauschbare Standardbatterie mit 2000 mAh. Mit dieser hält das FairPhone bis zu einer Woche durch.

Verbinden kann sich das Telefon per WLAN (802.11 b/g/n), Bluetooth, 2G und 3G. LTE und NFC haben es in die erste Edition nicht geschafft.

Es verfügt über 2 SIM-Slots und die Möglichkeit den Internen Speicher (16 GB) mit bis zu 64 GB per microSD zu erweitern.

Geladen wird das Gerät mit dem inzwischen vereinheitlichten MicroUSB 2.0 Type B, welcher bei allen modernen Geräten zum Einsatz kommt. Ein solches Kabel ist, im Sinne der Müllvermeidung, aber nicht mit dem Telefon verpackt. Es kann bei Bestellung aber dazugenommen werden.

Als Betriebssystem kommt Android 4.2.2 zum Einsatz, die Produzenten versprechen aber Updates auf höhere Versionen über den inkludierten FairPhone Updater.

Das von der Firma Kwame erstellte Custom Interface des FairPhones bedient sich bekannter Bedienkonzepte und fügt noch ein Quickmenü dazu, welches per Sideswipe vom Rand weg aktiviert werden kann. Hier können bis zu 4 häufig verwendete Apps untergebracht werden.

FairPhone Back Open small

Das Innere des FairPhones.

Mein Eindruck

Vielleicht kann man es bereits aus dem vorangegangenen Text herauslesen: ich bin mit meinem FairPhone sehr zufrieden. Es ist ein stabiles, leistungsstarkes und leicht zu verwendendes Gerät, dass seine Aufgaben gut erfüllt. In den Medien habe ich von instabiler Software und Problemen mit der Kamera gelesen. Diese kann ich zum Glück nicht vermelden. Mit einer kleinen Ausnahme habe ich nichts auszusetzen.

Das FairPhone lässt sich zu leicht einschalten. Wenn es bei mir in der Hosentasche liegt scheint der Power-Knopf an der oberen Seite leicht vom Stoff eingedrückt zu werden. Die Entsperrung des Displays scheint dann vom Oberschenkel vorgenommen zu werden. Dadurch kann es sein, dass mehrere Programme gestartet, Einstellungen verändert oder Anrufe getätigt werden, ohne dass man es mitbekommt. Dieses Problem lässt sich aber recht einfach lösen. Ich habe einfach statt des einfachen Entsperrens per Swipe eine Mustersperre eingestellt, bei der ich nun ein komplexes Muster ziehen muss um das Telefon nutzen zu können. Da ich hier beliebig viele Versuche habe, kann mein Oberschenkel machen was er will.

Die Philosophie hinter dem FairPhone war es, was mich ursprünglich dazu bewogen hat die Crowdfunding Kampagne des Projektes zu unterstützen. Das entstandene Produkt ist seinen Preis wert und ich hoffe, dass das FairPhone noch weitere Auflagen erhält. Man kann nur hoffen, dass dieses Projekt langfristig zu einem Umdenken in der Gesellschaft und damit im Vertriebsweg führt.

Wer Interesse hat, der kann sich auf fairphone.com als Interessent für die 2. Auflage eintragen lassen.

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Audible Audio – DRM at its finest

Februar 24, 2014 um 10:00 vormittags | Veröffentlicht in DRM, Multimedia, Ubuntuusers | 9 Kommentare

Mein Vater ist ein Fan der Serie “Perry Rhodan”, einer inzwischen über 50 Jahre laufenden Romanreihe. Sie handelt vom fiktiven Ex-NASA-Piloten Perry Rhodan, der mit Hilfe von Außerirdischen die Erde eint und viele Jahrtausende lang Abenteuer im bekannten Universum und darüber hinaus erlebt. Die sogenannten Silber-Bände sind je eine Zusammenfassung mehrer Hefte und bilden eine Sammler-Edition der Reihe. Diese Silber-Bände wurden großteils vertont und sind als Hörbücher erhältlich. Mein Vater fand nun mehrere dieser Hörbücher bei Audible.de, dem Audiobook-Portal von Amazon. Da ich ihm nicht garantieren konnte, dass ich ihm die von dort heruntergeladenen Dateien nach seinem Wunsch als Audio-CD zur Verfügung stellen könnte, habe ich ihm davon abgeraten sich die Hörbücher über diese Plattform zu besorgen. Eine Weise Entscheidung, wie sich herausstellen sollte.

Ich habe schon mehrfach von Audible.com gehört (z.B. als Sponsor von MinutePhysics, einer YouTube-Reihe, die wissenschaftliche Themen auf anschauliche Art und Weise zu erklären versucht). Da ich persönlich CDs bevorzuge, habe ich aber nie in Erwägung gezogen tatsächlich bei Audible zu kaufen. Durch die Frage meines Vaters begann ich mich jedoch dafür zu interessieren, in welchem Format denn die Hörbücher von Audible daherkommen.

An eine Datei herankommen

An ein Hörbuch von Audible kommt man, indem man ein Amazon-Konto erzeugt und ein Hörbuch kauft. Alternativ kann man auch eine Aktion, wie am Ende der meisten MinutePhysics-Folgen beschrieben, nutzen und sich ein gratis Audiobook herunterladen. (!!Vorsicht: das erste Monat ist gratis, ab dann wird automatisch eine Gebühr von fast € 15,- im Monat fällig. Man muss selbst rechtzeitig stornieren!! Ich bin nicht dafür verantwortlich, wenn du plötzlich etwas bezahlen musst!) Ich entschied mich für “Breakfast at Tiffanys” von Truman Capote. Mit der Absicht den Account gleich nach dem Download wieder zu stornieren legte ich das Hörspiel in den Warenkorb und klickte mich durch den Amazon-typischen Bezahlprozess. Ich setzte meinen einzigen Credit ein und gelangte schließlich zur Download-Seite … äh wie? Wo ist mein Download-Link? Hallo! Hört mich wer? Wo ist mein Link?

Nach Abschluss des Kaufes wird einem nicht angeboten, dass man die Datei sofort herunterladen könne. Stattdessen wird einem eine Liste von kompatiblen Geräten vorgeschlagen, auf welchen man doch bitte die Audible-App installieren sollte um in den Genuss des Hörbuchs zu kommen.

Your level has risen to 2. You have earned a new skill. You can now be Rick-Rolled by Audible.

Ok, wieder zurück zum Ernst des digitalen Lebens. Audible forciert an allen Ecken und Enden einen strengen Kopierschutz. Deswegen sehen sie es am Liebsten, wenn ihre Dateien nur mit von ihnen zertifizierter Software abgespielt werden. Möchte man doch die eigentliche Datei erhalten, so muss man unter dem Punkt “Library -> My Books” aus der Liste der gekauften Hörbücher das gewünschte auswählen und ganz rechts auf “Download” klicken. Hier erhält man nun eine Datei mit der Endung *.aa.

Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Download wollte ich den Account wieder löschen, da ich weder Interesse an den angebotenen Diensten hatte, noch willens war knappe € 15,-/mtl an Grundgebühr zu berappen. Hier begann eine neue Herausforderung … Wie beende ich meine Mitgliedschaft? Spätestens seit Facebook sollte uns allen bewusst sein, wie schwierig die Anbieter es zeitweise machen aus ihren kommerziellen Spinnennetzen zu entkommen. Im Nutzermenü unter “Account Details” findet sich ein Punkt zu “Membership Details”. Nach all den Fancy CSS-Blasen der aktuellen Membership-Angebote findet sich ein übersehbarer fader HTML-Link mit der Aufschrift “Cancel Membership”.

Nach einem Klick auf diesen landet man, wie zu erwarten, auf einer Seite, auf der man seinen Ausstieg nochmal bestätigen soll. Umrahmt ist das mit Angeboten, die das Verbleiben doch noch schmackhaft machen sollen. Wie erwähnt: Vorhersehbar. Klick man nun auf “Confirm Cancellation” landet man … auf einer mit Angeboten vollgestopften Seite, auf der man schon wieder seinen Ausstieg bestätigen soll. Nach einem Klick auf “Continue Cancellation” landet man … und so weiter. Insgesamt 4 mal muss man bestätigen, dass man der Mitgliedschaft den Rücken kehren will. Und jedes Mal sollen einen Batterien von Angeboten davon überzeugen doch zu bleiben. Am Schluss wollen sie einen nicht gehen lassen, bevor man ihnen einen Grund genannt hat. Liebes Audible-Management, diese Drangsalierung macht euch nicht sympathischer.

Your level has risen to 3. You have earned a new skill. You can now be handcuffed and whipped into submission by Audible.

Was ist das Audible Audio Format nun eigentlich?

Auf der deutschen Audible-Seite wird das eigene Format, vorhersehbar, mit lauter Vorteilen für den Nutzer zu erklären versucht. Spaß, Hörkomfort und die Fähigkeit Lesezeichen zu setzen sind die Hauptargumente. Und … ach ja:

Es gibt noch einen weiteren Grund: die Größe und Vielfalt unseres Angebots. Wir möchten Ihnen natürlich möglichst die ganze Welt der Hörbücher und der gesprochenen Inhalte anbieten.
Da unser Format einen eingebauten Kopierschutz hat, vertrauen uns die Verlage und Autoren so viele Hörbücher an, die es woanders nicht zu kaufen gibt. Deshalb finden Sie bei uns ein so reichhaltiges Sortiment an Hörbüchern.

Ja, ein reichhaltiges, DRM-verseuchtes Sortiment, das ich aus genau diesem Grund nicht haben will. Das Audible-Format wird als eine Alternative zu MP3 beschrieben. Tatsächlich handelt es sich nur um ein Containerformat, welches seine Payload per Verschlüsselung vor dem direkten Zugriff des Nutzers “schützt”. In manchen Fällen kommt für das Audio-Format der Payload sogar MP3 zum Einsatz. Ein Containerformat selbst bietet keine verwertbaren Daten. Es ist vergleichbar mit einer ZIP-Datei, aus welcher man per geeigneter Software die tatsächlichen Daten extrahieren kann.

Auf about.com findet sich eine kurze Übersicht über die Eigenschaften des *.aa-Formates.

Hier beginnt die erste wirkliche Herausforderung, wenn man eine *.aa-Datei auf einem Linux-Gerät abspielen möchte: Es gibt keine geeignete Software. Audible hat sich bis lang erfolgreich gegen die Öffnung seiner Plattform für freie Betriebssysteme gestellt. libav (ein Fork von ffmpeg) kennt das Format schonmal nicht. Damit ist die bislang zuverlässigste Medien-Library aus dem Spiel. Ein kurzes apt-cache search audible liefert keine verwertbaren Ergebnisse. Es scheint so, als müsse man mittels Wine ein Windows-Programm ausführen, welches das Format beherrscht und in ein anderes Format übersetzt. Die Anzahl der Geräte, auf denen eine konkrete *.aa-Datei abgespielt werden kann ist stark begrenzt. Die Anzahl der Audio-CDs, die man damit brennen kann liegt sowieso nur bei 1.

Fazit

Das Audible Audio Format ist entbehrlich. Das Einzige, was dem Format noch fehlt ist ein Always-On Zwang. Amazon hat offensichtlich verschlafen, dass DRM für Audio nach einer langgezogenen Blamage der Musikindustrie heute keinen Platz mehr hat. Tatsächlich gehört Audible zu den letzten Musik-Anbietern, die ihre Ware mit DRM verseuchen und damit ihren ehrlichen Kunden das Leben erschweren, während Menschen, die sich nicht um Entlohnung kümmern, einen Weg finden das DRM komplett zu entfernen um digitale Inhalte auch ohne Bezahlung zu genießen. Wie immer bei DRM fühlen sich die Manager sicherer vor den “bösen Piraten”, sind die ehrlichen Kunden die Verlierer und merken die “bösen Piraten” nichts von irgendwelchen Einschränkungen.

Mein Rat: Finger weg von Audible. Wenn du ein Hörbuch haben willst, welches aktuell nur bei Audible verfügbar ist, dann setz dich mit dem Produzenten in Verbindung und besprich die Möglichkeit eines alternativen Vertriebswegs.

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Tanglu 1.0

Februar 22, 2014 um 9:00 vormittags | Veröffentlicht in Debian, Ubuntuusers | 2 Kommentare

Vor über 11 Monaten habe ich hier über Tanglu berichtet, ein Debian-Derivat, welches im Grunde ein Debian Unstable ohne die Freezes darstellt. Nun ist Version 1.0 erschienen (Releasenotes). Diese Version bietet 32- und 64-bit ISO-Images, wahlweise mit KDE oder Gnome als Desktop. Obwohl es sich offiziell um eine Version 1.0 handelt hat es eher die Qualität einer Beta-Version. Die Entwickler selbst sprechen von “bleeding edge” und es gibt noch mehrere Baustellen.

Wer ein stabileres Debian Unstable haben möchte, der sollte die nächste Version abwarten, die voraussichtlich im Sommer erscheinen soll. Das Projekt möchte alle 6 Monate eine neue Version veröffentlichen. Ein “Upgrade” von einem existierenden Debian Wheezy ist auf eigene Gefahr möglich. Die Entwickler geben hier keine Unterstützung. Der bevorzugte Installationsweg ist eine frische Installation.

Ich selbst bin erst vor kurzem von Kubuntu auf Debian Wheezy umgestiegen und da ich während des Semesters ein stabiles System benötige werde ich Tanglu nicht so schnell ausprobieren. Im Sommer werde ich aber vermutlich einen Testbetrieb durchführen und meine Erfahrungen hier beschreiben.

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Broken Age Act 1

Februar 14, 2014 um 12:00 nachmittags | Veröffentlicht in Games, GNU/Linux, Ubuntuusers | Hinterlasse einen Kommentar

Ende Jänner 2014 erschien nach fast 2 Jahren Entwicklungszeit der erste Teil des ursprünglich Double Fine Adventure genannten Spiels. Dieses Spiel wurde durch eine der erfolgreichsten Crowdfunding Kampagnen der letzten Jahre finanziert. Damit wurde es Double Fine möglich, im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten, ihre Kreativität frei spielen zu lassen und ein Spiel zu kreieren, wie sie es selbst spielen wollen würden. In der Spielebranche ist das ja oft nicht der Fall, weil die Ideen und Vorschreibungen von Management und Marketing berücksichtigt werden müssen. Nach Double Fine haben viele weitere Studios ihr Glück im Crowdfunding versucht und mehr oder weniger erfolgreiche Kampagnen gefahren.

Es ist eine bekannte Tatsache, dass die meisten Crowdfundingprojekte ihre selbstgesetzte Frist um ein Vieles überschreiten. So auch Double Fine Adventure. Der heute unter “Broken Age” bekannte Titel wurde ursprünglich für Oktober 2012 angekündigt. Nachdem dieser Termin nicht eingehalten werden konnte gab es, verständlicher Weise, keinen weiteren Termin. Man wollte sich Zeit lassen und ein gutes Spiel erzeugen, eine Taktik die heute viele Projekte, wie auch ihre Unterstützer, vorziehen. Gegen Ende 2013 wurde dann bekannt, dass Tim Schafer sich finanziell übernommen hatte und dem noch nicht abgeschlossenen Projekt das Geld ausging. Deswegen wurde das Spiel in 2 Teile aufgeteilt. Der 2. Teil soll später im Jahr erscheinen und kostenlos für alle sein, die bereits den ersten Teil besitzen.

Broken Age war die 2. Crowdfunding Kampagne, welche ich mitfinanzierte und viele sind ihr gefolgt. Mein ursprünglicher Grund für die Unterstützung war: es sollte zeitgleich mit einer Windows- und MacOS-Version auch eine Linux-Version erscheinen. Jetzt, 14 Tage nach dem ursprünglichen Erscheinen, kam ich endlich dazu ein modernes Point&Klick-Adventure der alten Schule zu spielen. Mein erster Eindruck: interessante Grafik.

Die Grafik

Die schon angesprochene Grafik sticht dadurch hervor, dass sie nicht versucht Fotorealismus in HD nachzuahmen. Die Figuren und Hintergründe sind mehr im Stil einer Ölkreidezeichnung gehalten. Die Bewegungen der Figuren ist eine Stufe höher anzuordnen als Flash-Animationen und sind angenehm. Es scheint so, als ob hier versteckt 3D-Modelle eingesetzt wurden um einen Effekt lebendiger 2D-Objekte zu erzeugen.

Der Sound

Die Stimmen der Charaktere sind passend gewählt. Allerdings war ich mir bis zum Ablaufen der Credits nicht bewusst, dass die Stimme der männlichen Hauptperson von Elijah Wood verliehen wurde. Die Hintergrundmusik passt zum Geschehen und ist recht unaufdringlich.

Die Geschichte

Ich werde hier nicht näher auf die Details der Geschichte eingehen um niemandem den Spaß am Spiel zu nehmen. Das Spiel beinhält viele kleine Rätsel und einen interessanten Twist zum Ende des ersten Aktes. Der erste Akt selbst ist aufgeteilt in zwei Geschichten, welche sich im Laufe des Spieles überschneiden. Beendet man die eine, beginnt man automatisch mit der anderen. Ich begann das Spiel mit Vella, einem jungen Mädchen in einem Dorf voller Bäcker, welchem eine besondere Ehre zufällt. Sie darf zum Schutz des Dorfes von einem Monster gefressen werden. Mit ihrem Schicksal nicht einverstanden flieht sie und sucht einen Weg das Monster zu töten. Die zweite Geschichte dreht sich um Shay, einen Jungen der in einem Raumschiff von einem Computer mit überbordendem Beschützerinstinkt aufgezogen wird. Er wird Tag für Tag auf gestellte “Rettungsmissionen” geschickt um seine Laune zu erhalten. Eines Tages findet er einen Weg aus seinem Trott.

Fazit

Der erste Akt des Spiels war sehr interessant, wenn auch etwas kurz. Es gab viele witzige Ideen und Gags, die Charaktere sind sympatisch und die Geschichten sind ungewöhnlich. Wenn der zweite Teil des Spieles diese Qualität halten kann, dann hat sich die Wartezeit ausgezahlt.

Here comes Debian – Ein Umstieg

Februar 11, 2014 um 12:30 nachmittags | Veröffentlicht in Debian, Free Software/Open Source, GNU/Linux, KDE, Ubuntuusers | 19 Kommentare

Zu Beginn meiner Linux-Karriere habe ich Kanotix und Knoppix verwendet. Nach der Einstellung von Kanotix habe ich auf Kubuntu 7.04 (Feisty Fawn) gewechselt. Bis auf die Drucker-Misere in Gutsy Gibbon (7.10) war ich an sich mit Kubuntu immer recht zufrieden. Bis auf einzelne Nachwehen nach einer Neuinstallation (Upgrade hat so gut wie nie reibungslos funktioniert und hat meistens unschöne Nebenwirkungen mitgebracht) gab es nicht auszusetzen. Bis auf Canonicals scheinbares Ziel ein eigenes Ubuntu-Ökosystem zu schaffen, welches von dem von Linux unabhängig ist gibt es also keinen Grund zu wechseln. Dass Ubuntu auf Debian Sid basiert ist in meinem Fall auch kein Argument, da ich auch bei Debian das Unstable-Repository einbinden würde um etwas neuere Software zu erhalten. Warum also auf Debian umsteigen?

Ein technisches Argument gibt es hier nicht. Sowohl privat als auch im Auftrag meiner Arbeitsstelle möchte ich jeweils einen Server aufbauen. Zu Hause soll er verschiedene Aufgaben übernehmen. Unter anderem soll er als Testmaschine für Webentwicklung herhalten. Daneben sollen ein Web-, File-, Datenbank- und Mail-Server und der Blog darauf laufen. Realisiert soll das Stück für Stück werden um zu testen, welche Lasten der Server aushält. In der Arbeit soll nur eine Datenbank mit zugehörigem webbasierten Frontend laufen. Außerdem soll es möglich sein Backups der Arbeitsmaschinen zu machen. Der Mail-Server fällt also weg.

Für den Betrieb eines Servers sind Debian, CentOS und SuSE beliebte Distributionen. Ich fühle mich in der Debian-Welt sehr wohl und möchte daher die Server mit diesem System laufen lassen. Zuvor hatte ich keine Erfahrung mit dem “echten” Debian. Eben nur mit Distributionen, die zumeist auf Debian Sid basieren. Diese Erfahrung möchte ich mir jetzt holen. Meinen Heim-Server habe ich bereits mit Debian 7.3 bespielt um eine Server-Installation zu testen und dem Gerät einen Testlauf zu gönnen. Der Arbeits-Server ist bereits zusammengebaut und wartet an sich nur mehr auf die Installation.

Das Wintersemester ist vorbei. Also hielt ich es für höchste Zeit mein Arbeitsgerät frisch aufzusetzen und Debian eine Chance zu geben. Es gab mehrere Probleme, die mal mehr mal weniger mit Debian zu tun hatten. Keines davon hat mich bis jetzt aber aufgehalten oder abgeschreckt. Beginnen wir doch am Anfang …

Die Installation

Die Installation von Debian ist recht einfach … wenn man mal bis dahin kommt. Das erste Problem gab es, weil ein Teil meiner Hardware bereits Alterserscheinungen zeigt. So wollte mein DVD-RW-Laufwerk nicht von der Installations-DVD booten … Egal welche Boot-Reihenfolge ich in meinem BIOS einstellte, die DVD wurde ignoriert. Dabei hatte ich Kubuntu 13.04 auch noch von DVD installiert. Auch eine Installations-CD hat nicht funktioniert. Ok, dachte ich mir, es gibt ja die Möglichkeit das ISO-Image auf einen USB-Stick zu spielen und das System darüber zu installieren.

Gesagt getan: gparted auf den Stick losgelassen und die 4GB mit FAT32 formatiert. Die Labels lba und boot zugewiesen und fertig. Den USB-Startmedienhersteller aufgerufen, das Image und den Datenträger ausgewählt und “Los” gedrückt. 97% … 98% … 99% … FEHLER! Das Programm hat sich am Versionierungsstring verschluckt: GNU/Linux. Am Schrägstrich … Wenn ich in diesem Leben also noch ein Debian installieren wollte, dann war mir klar: ich muss das ISO entpacken, den Schrägstrich elimieren, das ISO wieder packen … und hoffentlich funktioniert dann alles. Zum ISO entpacken verwendete ich das Programm uck-remaster-unpack-iso, welches sich im Paket uck (Ubuntu Customization Kit) befindet. Dieses erstellt einen Ordner unter $HOME/temp, in welchen es die Dateien aus dem ISO schreibt.

Im versteckten Verzeichnis .disk findet man eine Datei mit dem Namen info. In dieser Datei befindet sich der Versionierungsstring. Hier habe ich den Schrägstrich gelöscht. Danach wird mit uck-remaster-pack-iso ein neues ISO geschnürt. Dieses liegt dann im Verzeichnis $HOME/temp/remaster-new-files. Nach dieser kleinen Änderung lies sich das Image erfolgreich auf den USB-Stick schreiben. Einen kurzen Neustart später akzeptierte mein Gerät den Stick als Boot-Medium und es konnte losgehen.

Die Installation – Jetzt wirklich

Das Debian-Installationsmenü bootet. Hier hat man die Auswahl zwischen einer normalen Installation, einer Experten-Installation (mehr Konfigurationsmöglichkeiten während der Installation) und beidem als graphische Version, die aber keinen nennenswerten Vorteil (Mausunterstützung) bei der Installation bietet. Nach ein paar Grundeinstellungen und der Einteilung der Festplatten wird das Grundsystem installiert. Danach bekommt man die Möglichkeit mehrere vordefinierte Gesamtpakete zu installieren. Hier kann man auswählen ob man eine graphische Oberfläche wünscht (und welche), ob man einen Print-, Mail-, SSH-, Web-, Datenbank- und/oder File-Server installieren möchte. Als Datenbank wird PostgreSQL verwendet, welches in Debian Wheezy in der Version 9.1 vorliegt. Der Web-Server ist Apache2.2.

Nach längerem Herunterladen der neuen Pakete und der Installation derselben ist das System benutzbar. Ich installierte mir einen KDE, einen SSH-, Web- und Datenbank-Server um lokal entwickeln zu können. Nach dem ersten Start des neuen Systems werden erstmal die unvermeidlichen Updates eingespielt. Danach habe ich einen Haufen Standardsoftware installiert (g++, gparted, firefox (iceweasel), thunderbird (icedove)). Um auszuprobieren, wie es sich damit arbeitet habe ich auch das Unstable-Repository aktiviert und alle Pakte aktualisiert. Das ging überaschend schmerzlos von statten, wobei der Einsatz von Debian Sid immer auf eigene Gefahr passiert.

Zuletzt wollte ich noch meinen WLAN-Chip zum Laufen bekommen. Mit dem Befehl
# lshw -C network
erhält man eine Übersicht über die verfügbare Netzwerk-Hardware. Ich haben einen Broadcom Chip (BCM4313), welcher vom Treiber brcmsmac unterstützt wird. Da der unter Ubuntu praktische jockey zum Installieren von proprietären Treibern unter Debian nicht zur Verfügung steht müssen die fraglichen Pakete manuell installiert werden. Dazu muss man das non-free Repository Debians aktivieren. Nach einem Update der Paketquellen konnte ich das Paket firmware-brcm80211 installieren. Danach noch den Treiber per modprobe laden und schon funkt der Chip nach Leibeskräften:
# modprobe -r brcmsmac
# modprobe brcmsmac

Für diesen Chip wie für viele weitere findet man Anleitungen im Debian Wiki.

Fazit

Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit Debian. Es benötigt etwas mehr Arbeit am Anfang, sobald es aber läuft ist es genauso pflegeleicht wie Ubuntu. Kleinere Macken muss ich noch angehen. So wird ein Tippen auf das Touchpad ignoriert. Da es recht unbequem ist immer die Maus-Tasten drücken zu müssen werde ich mir das noch ansehen. Audio und Video funktionieren out-of-the-box (wobei VLC etwas Überredung brauchte um Videos abzuspielen; der Dragon Player (Standard KDE Video Player) funktionierte aber von Anfang an). Dass Amarok seine Lautstärke ändert, wenn ich über die Medientasten die Systemlautstärke ändere ist nervig. Das muss ich Amarok noch abgewöhnen.

Debian kam mir früher immer wie ein System vor, welches nur Experten einsetzen sollten und wenn ich genug Erfahrung gesammelt habe würde ich es auch irgendwann mal einsetzen … irgendwann. Im Grunde ist in der Verwendung aber kein Unterschied zu einem Ubuntu/Fedora/SuSE/Gentoo/Arch feststellbar. Natürlich passieren hier viele unterschiedliche Dinge unter der Haube. Sobald das System aber läuft, verschwindet dieser Unterschied fast zur Gänze.

Eine Gute Alternative zu Ubuntu ist natürlich noch Linux Mint. Leuten, die aus welchem Grund auch immer von Ubuntu weg wollen, kann ich aber auch Debian bestens empfehlen. Es gibt viele Anleitungen und Problemlösungen für Debian im Netz. Außerdem funktioniert auch ein Großteil der Anleitungen im guten alten Ubuntuusers Wiki mit Debian.

Wenn du dich mit dem Gedanken spielst ein Debian aufzusetzen, dann lies dir am Besten den einleitenden Artikel auf dem Debian Wiki durch: Debian für Einsteiger. (Vielen Dank an Marcus Moeller für den Link.)

[UPDATE]

Eine kleine Konfiguration mit dem Programm synaptiks später reagiert das Touchpad auch auf Tippen. Die entsprechenden Eingaben waren einfach deaktiviert.

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In eigener Sache – Werbung im Blog

Juni 22, 2013 um 11:40 vormittags | Veröffentlicht in Ubuntuusers, Vermischtes | 6 Kommentare

Beim Überprüfen meines heutigen LaTeX-Artikels ist mir aufgefallen, dass WordPress in meinen Artikeln Werbung einblendet. Dazu möchte ich festhalten: ich habe diese Werbung nicht selbst platziert, bin von WordPress dazu auch nicht befragt worden und verdiene auch nichts an der Schaltung der Werbung.

Selbstverständlich verstehe ich, dass wordpress.com, als gratis Hosting-Service, sich finanziell unterstützen muss. Es gibt nun zwei Möglichkeiten für mich den Blog wieder werbefrei zu bekommen (wie es von mir an sich beabsichtig ist): Entweder kaufe ich mir das No-Ads-Upgrade von WordPress oder ich setze die WordPress-Software auf einem von mir kontrollierten Server auf.

Da ich bereits seit Längerem die Hardware für einen Server zusammengebaut habe, möchte ich diese nun diesen Sommer in Betrieb nehmen. Dieser Server war von Anfang an dafür gedacht als Web-, File- und DB-Server zu dienen. Sowohl mein Blog (als auch der meiner Freundin), wie auch eine Entwicklungsumgebung für meine Uni-Arbeiten sollen darauf laufen. Sobald er fertig konfiguriert ist werde ich, als eine Art Testlauf, den UU-Planeten bitten die URL meines Blogs auf meinen Server zu ändern.

Ab dann wird mein Blog wieder werbefrei sein. Ich bitte um Geduld.

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