Graf Martin und die Jagd auf den seltenen Silber-Blaufuchs

Juni 27, 2013 um 11:25 vormittags | Veröffentlicht in Österreich, Politik | Hinterlasse einen Kommentar

Nicht einmal zu einem Rücktritt taugt es? Sie, Herr Graf, haben, genauso wie Ihre Partei, dieses Land schon mehrmals beschämt. Dieses Land, dass Ihre Partei der Ehrlichen und Anständigen angeblich so lieben. Frau Meschar war nicht Ihr einziger Fehltritt. Auch Ihre Partei glänzt, wie Ihre Mitarbeiter, mit regelmäßigen Zitaten aus dem NSDAP-Wörterbuch. Und wenn es sich mal nicht ausgeht, sich zu solchen Höhen aufzuschwingen, begnügt man sich mit einem “Hump” oder “Dump”.

Ihre Partei hat Geschichte. Keine schöne, aber sie hat eine. Vor langer Zeit bekannt als NSDAP schlossen sich die letzten der “waren Recken” 1949 zum VDU zusammen (“Verein der Unabhängigen“). Nach etwas Rochade nannten sich die Beteiligten Personen ab 1956 FPÖ. Wenn auch die Führung der Partei von Anfang an braun geprägt war (z.B. Norbert Burger), spätestens seit dem Haider-Putsch von 1986 glänzt Ihre Partei mit Verfehlungen sprachlicher und tätlicher Natur. Die Zeit von 1938 bis 1945 wird immer wieder beschönigt, Ihre verzerrte Wahrnehmung der Geschichte mit schöner Regelmäßigkeit deutlich. Auch Ihre Nähe zu Nazi-Hetzern a’la Gerd Honsik macht alle Beteuerungen zum Gegenteil unglaubwürdig.

Mit der Genauigkeit eines Uhrwerks kann man hier auch eine begleitende Taktik Ihrer Partei beobachten: Baut einer von Ihnen Scheiße, wird er dafür, von allen Parteien (mit Ausnahme der FPÖ versteht sich) kritisiert. Abhängig von der Verfehlung wird eine Entschuldigung bis hin zum Rücktritt gefordert. Ihre Partei kommt solchen Forderungen gewöhnlich nicht nach. Dementsprechend verschärft sich die Kritik und die Medien berichten verstärkt über die Geschichte. Und hier beginnt Ihre Taktik. Sobald die Medien voll dabei sind, gibt es bereits vermehrte Rufe aus allen Parteien. Nun wird die ursprüngliche Verfehlung ignoriert und die jeweilige Person, genauso wie die Partei im Allgemeinen, als Opfer einer politischen Hetzjagd dargestellt. Alle Entscheidungen, die darauf folgen werden dann angeblich unter “politischem Druck” gefällt um die Beteiligten vor dem “politischen Mob” zu schützen.

Dabei sind die Rücktrittsrufe der anderen Parteien noch in einem harmlosen Tonfall gehalten. Hier ein paar Auszüge aus dem Buch “Haiders Clan. Wie Gewalt entsteht” von Hans-Henning Scharsach:

  • “rot-schwarze Blut-Egel”
  • “Filzläuse, die mit Blausäure bekämpft werden sollen”
  • “Schonzeit für Rot- und Schwarzwild”

Ich habe das Buch selbst gelesen. Darin sind noch viel mehr Beispiele für Ihr erschreckendes Vokabular festgehalten. Es war Ihre Partei, die das politische Klima in Österreich in eine demilitarisierte Zone verwandelt hat. Ihre Partei, die die Spielregeln der Demokratie bis heute mit einer Selbstverständlichkeit verletzt, dass einem schlecht wird, wenn sie sich zu jener “bekennen”.

Nun sind Sie an der Reihe, Herr Graf. Nach Postenbesetzungen mit Burschenschaftern, nach NSDAP-Ideologie gefärbten Aussagen und Ihrem (scheinbar legalenBetrug an Frau Gertrud Meschar ist es eigentlich undenkbar, dass Sie noch ein politisches Amt ausführen, besonders ein so prestigeträchtiges wie das eines Nationalratspräsidenten. Wären Sie wirklich so anständig und ehrlich, wie Ihre Partei gerne tut, dann hätten Sie diesem Amt nicht einen solchen Imageschaden angetan sondern wären schon lange zurückgetreten. Aber das kommt für Sie ja offensichtlich nicht in Frage.

Ihr Interview mit der “FPÖ-News” (stilecht mit Südtirol als Teil Österreichs), deren Moderatorin Petra Steger ihre Zeilen sehr auswendig herunterleiert, war sehr interessant. Selbst unter dem Eindruck einer politischen Hetzjagd gegen Ihre Person (und interessanterweise auch ihre Familie) wollen Sie erst in mehr als 3 Monaten, nach der kommenden Nationalratswahl aus dem Amt ausscheiden. Sie erwecken den Eindruck, als hätten Sie gute Beziehungen zu Entscheidungsträgern der SPÖ, welche Sie über eine geplante Schmutzkübelkampagne (sonst das Mittel der Wahl Ihrer eigenen Partei) gegen Ihre Person informiert hätten. Das wird besonders Norbert Darabos interessieren, welchen Sie und Ihre Partei in seiner Zeit als Verteidigungsminister des Öfteren wegen seines Status als ehemaliger Zivildiener beschimpft und diffamiert haben (übrigens ein Beispiel für eine beispiellose Schmutzkübelkampagne (pun intended)).

Nun versuchen Sie den Eindruck zu erwecken, dass die Kritik an Ihnen nicht auf Ihren zahlreichen Verfehlungen beruht, sondern nur dazu dient einen unangenehmen, weil ehrlichen, politischen Widersacher loszuwerden. Sie entblöden sich auch nicht, unterschwellig, jegliche juristische Verfolgung Ihrer Person als politisch motiviert zu bezeichnen(3:40): “[...] An sich halte ich alle Verfahren mir gegenüber als einstellungsreif, aber solange der Polit-Mob gegen mich reitet wird das nicht passieren und ich hoffe doch, dass wenn ich aus der Politik jetzt einmal ausscheide, dass hier Ruhe einkehrt.”

Nicht nur zeichnen Sie hier ein Bild vom Rechtsstaat Österreich, wie man es sonst aus dem Mund Ihrer Partei nicht kennt, wenn ein Gegner der FPÖ vor dem Richter steht. Sie behalten sich offensichtlich eine Rückkehr in die Politik vor.

Herr Graf, hier ein offenes Wort: Sie und Ihre rechtspopulistische Partei haben und fahren fort das politische Klima in Östereich zu vergiften. Ihre rechtsrechten Verwicklungen, sowie ihre demokratieverachtenden Aussagen und Taten sind diesem Land nicht würdig. In diesem Land leben viele Menschen, einheimisch und zugewandert, die menschlich mehr Wert sind als Sie, deren Demokratieverständnis ein ehrliches ist und die nicht versuchen sich jede Sekunde ihres Lebens zu bereichern. Wenn es mir auf demokratischem Wege möglich wäre, ich würde Ihnen jegliche Politpension aberkennen. Ihre “Leistungen” haben diesem Land nur geschadet.

Herr Graf, verlassen Sie die politische Bühne. Lassen Sie Österreich in Ruhe. Wir haben mehr verdient.

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In eigener Sache – Werbung im Blog

Juni 22, 2013 um 11:40 vormittags | Veröffentlicht in Ubuntuusers, Vermischtes | 6 Kommentare

Beim Überprüfen meines heutigen LaTeX-Artikels ist mir aufgefallen, dass WordPress in meinen Artikeln Werbung einblendet. Dazu möchte ich festhalten: ich habe diese Werbung nicht selbst platziert, bin von WordPress dazu auch nicht befragt worden und verdiene auch nichts an der Schaltung der Werbung.

Selbstverständlich verstehe ich, dass wordpress.com, als gratis Hosting-Service, sich finanziell unterstützen muss. Es gibt nun zwei Möglichkeiten für mich den Blog wieder werbefrei zu bekommen (wie es von mir an sich beabsichtig ist): Entweder kaufe ich mir das No-Ads-Upgrade von WordPress oder ich setze die WordPress-Software auf einem von mir kontrollierten Server auf.

Da ich bereits seit Längerem die Hardware für einen Server zusammengebaut habe, möchte ich diese nun diesen Sommer in Betrieb nehmen. Dieser Server war von Anfang an dafür gedacht als Web-, File- und DB-Server zu dienen. Sowohl mein Blog (als auch der meiner Freundin), wie auch eine Entwicklungsumgebung für meine Uni-Arbeiten sollen darauf laufen. Sobald er fertig konfiguriert ist werde ich, als eine Art Testlauf, den UU-Planeten bitten die URL meines Blogs auf meinen Server zu ändern.

Ab dann wird mein Blog wieder werbefrei sein. Ich bitte um Geduld.

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LaTeX – Grafiken einbinden, Tabellen basteln, Referenzen innerhalb und außerhalb des Dokumentes, Präsentationen mit Beamer und Sonstige Kleinigkeiten

Juni 22, 2013 um 5:28 vormittags | Veröffentlicht in LaTeX, Programmieren, Ubuntuusers | 1 Kommentar

Inzwischen ist der Workshop abgeschlossen. Die beiden letzten Termine (4.6. und 18.6.) lagen so nah bei einander, dass ich unter den Vorbereitungen keine Zeit hatte die Dateien zu veröffentlichen. Daher fasse ich die Veröffentlichungen gleich in einem Artikel zusammen.

Der erste Workshop befasste sich mit Grafiken, Tabellen und Referenzen. Im Zweiten ging es dann um Präsentation. Im Anschluss wurden noch ein paar zusätzliche Formatierungsmöglichkeiten und technische Details gezeigt.

Dateien

Grafiken.tex   <– TeX-File für Grafiken
Grafiken.pdf   <– Kompiliertes PDF
Tabellen.tex   <– TeX-File für Tabellen
Tabellen.pdf   <– Kompiliertes PDF
Referenzen.tex   <– TeX-File für Referenzen
Referenzen.pdf   <– Kompiliertes PDF

Presentation.tex   <– TeX-File für Präsentation
Presentation.pdf   <– Kompiliertes PDF
Sonstiges.tex   <– TeX-File zu sonstigen Themen
Sonstiges.pdf   <– Kompiliertes PDF

Einheit01.bib   <– Das zugehörige Bib-File (Zitiermaterial) (update)
include.tex   <– Header-File mit allen notwendigen Layout-Informationen und eingebundenen Paketen (update)
cc-by-sa.png   <– CC-Grafik

Für Presentation.tex

Taach.png  <– Ja, ich habe das Logo des Blogs als Beispiel verwendet
Taach.jpeg  <– Selbes Bild, anderes Dateiformat

Für Sonstiges.tex

Farbennamen.png  <– Ein Haufen vordefinierter Farben
geraetetreiber1.png  <– Verschiedene Gerätetreiber
geraetetreiber2.png  <– Verschiedene Gerätetreiber
geraetetreiber3.png  <– Verschiedene Gerätetreiber

Anmerkung:  Das Original aus dem Workshop hat auf der Titelfolie noch eine zusätzliche Grafik: das Logo des Mentoring-Programms der Uni Wien. Da ich dieses nicht unter eine CC-Lizenz  stellen kann habe ich es kurzerhand herausgenommen. Außerdem habe ich den Header noch nicht aufgeräumt. Hier ist ein Haufen an neuen Kommandos, welche keine logische Struktur haben. All das in Version 2.0 :)

Wie auch im PDF geschrieben: alle diese Dateien stehen unter einer CC-BY-SA 3.0, mit einer Ausnahme: die cc-by-sa.png-Grafik, an welcher alleine Creative Commons die Rechte hält.

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Austr(al)ia

Mai 24, 2013 um 4:56 vormittags | Veröffentlicht in Österreich, Humor | Hinterlasse einen Kommentar

Wir sollten endlich eine Lösung für das ewige Verwechslungsproblem Austria/Australia finden. Selbst die Tiere kommen schon durcheinander.

Update 21.06.13: Auch das hier wird bei vielen Touristen in Kärnten für Verwirrung sorgen: Känguru in Kärnten ausgebüxt.

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LaTeX – Mathe-Modus und BibTex

Mai 8, 2013 um 6:09 vormittags | Veröffentlicht in LaTeX, Ubuntuusers | 10 Kommentare

Wie ich schon vor längerer Zeit geschrieben habe, halte ich in diesem Semester, zusammen mit zwei Kollegen, am Informatik-Institut der Uni Wien einen LaTeX-Workshop ab. Dieses Mal waren die Themen, die wir vorgetragen haben Mathematik-Modus (Formelsetzen) und BibTeX (Zitieren).

Selbstverständlich ist auch diesen Folien der Umfang dieses Teilbereiches von LaTeX nicht erschöpft, sie sollen nur einen Punkt zum Einstieg bieten.

Beim nächsten Termin (4.6.) wird es um Tabellen erstellen, Grafiken einbinden und Referenzen setzen (innerhalb und außerhalb des Dokuments) gehen.

Dateien

Mathe-Modus.tex  <– TeX-File für den Mathe-Modus
Mathe-Modus.pdf  <– Kompiliertes PDF
BibTeX.tex  <– TeX-File für BibTex
BibTeX.pdf  <– Kompiliertes PDF

Einheit01.bib  <– Das zugehörige Bib-File (Zitiermaterial)
include.tex  <– Header-File mit allen notwendigen Layout-Informationen und eingebundenen Paketen
cc-by-sa.png  <– CC-Grafik

Anmerkung: Das Original aus dem Workshop hat auf der Titelfolie noch eine zusätzliche Grafik: das Logo des Mentoring-Programms der Uni Wien. Da ich dieses nicht unter eine CC-Lizenz  stellen kann habe ich es kurzerhand herausgenommen. Außerdem habe ich den Header noch nicht aufgeräumt. Hier ist ein Haufen an neuen Kommandos, welche keine logische Struktur haben. All das in Version 2.0 :)

Wie auch im PDF geschrieben: alle diese Dateien stehen unter einer CC-BY-SA 3.0, mit einer Ausnahme: die cc-by-sa.png-Grafik, an welcher alleine Creative Commons die Rechte hält.

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Horner – Konvertieren zwischen Zahlensystemen

April 8, 2013 um 7:25 nachmittags | Veröffentlicht in Bash, Free Software/Open Source, Programmieren, Ubuntuusers | 10 Kommentare

“Mama, weißt du wie ich von einem Zahlensystem in ein anderes umrechne?”

“Nein, Schätzchen. Weiß Linux es nicht?”

“Nein, ich kann kein Programm finden, dass das kann.”

“Es gibt kein Programm um zwischen Zahlensystemen zu Konvertieren? Oh, nein …”

*Türe wird aufgestoßen, Horner-man stürmt herein*

“Fürchtet euch nicht, gesetzestreue Linuxer! Eure Klagen wurden erhöhrt!”

“Ooh, Horner-man. Unser Held!”

Autsch. Das tut weh. Ich habe es selbst geschrieben und es schmerzt trotzdem sehr. Abgegriffenes Szenario, unglaubwürdige Darsteller, ein Hauch von Sexismus. Autsch.

Kommen wir zum Thema. Seit Langem wollte ich ein Programm haben, mit dem ich einen Wert in verschiedenen Zahlensystemen darstellen kann. Dazu musste dieses Programm jedoch die Umrechnung zwischen diesen Systemen beherrschen. Mein vorrangiges Ziel war die Umrechnung vom Dezimalsystem ins Binärsystem und umgekehrt. Es gibt sicherlich Programme da draußen, die dafür geschrieben sind oder es zumindest nebenbei beherrschen. Speziell die Konvertierung zwischen Zahlensystemen zur Basis 2, 8, 10 und 16 findet sich häufig in digitalen Taschenrechnern. Speedcrunch ist ein schönes Beispiel dafür. Allerdings wollte ich nicht einfach nur ein Programm, welches mir ein Ergebnis anzeigt, sondern auch die Möglichkeit dieses Programm in einem Script zu verwenden. Es musste also konsolenbasiert arbeiten und Ein- und Ausgabe sollten über die Standardkanäle erfolgen.

Da ich kein entsprechendes Programm gefunden habe, habe ich mir vorgenommen selbst eines zu schreiben. Da ich außerdem schon länger das Horner-Schema testweise implementieren wollte,  entschied ich mich dazu, die Umrechnung damit vorzunehmen. Dazu muss erwähnt werden: ich habe dieses Programm für meine persönlichen Bedürfnisse entwickelt, weswegen es nur mit ganzen Zahlen umgehen kann. Die Berechnung mit Gleitkommazahlen ist um einiges komplizierter und es braucht ein bisschen Hirnschmalz um ein Programm zu entwickeln, das nicht sofort Probleme mit der Rechengenauigkeit bekommt. Vielleicht erweitere ich das Programm irgendwann in diese Richtung. Vorerst kann es nur Integer verwerten. Dafür kann es mit Zahlen verschiedenen Basen arbeiten. Die Untergrenze ist Basis 2 (Binär), die Obergrenze ist 36. Rein theoretisch könnte es natürlich noch mehr Basen verarbeiten, bei 36 gehen mir jedoch die sinnvollen Zahlenrepräsentationen aus (0-9, a-z).

Das Programm, oder mehr die Befehlssammlung, kann positive und negative Zahlen von 0 bis 4294967295 verwerten. Dabei ist jedoch 4294967295 das Minimum an Obergrenze. Auf einem 64-bit System ist die Obergrenze 18446744073709551615 (abhängig vom Compiler; hier: GCC). Installation und Verwendung werden noch beschrieben. Zuerst jedoch eine kleine Exkursion:

Was ist das Horner-Schema?

Das Horner-Schema wurde von William George Horner entwickelt und dient der Polynomberechnung. Da die Umrechnung in ein anderes Zahlensystem als Polynom dargestellt werden kann ist das Horner Schema (oder Horner’s Method im Englischen) eine sehr einfache und schnelle Art der Berechnung. Im Großen und Ganzen funktioniert es so:

Umwandlung in das Dezimalsystem; B ist die Basis, a ist die Ausgangszahl, a1 die erste Stelle derselben, …:
(((a1*B + a2)*B + a3)*B + a4) ...

Bsp:
Wir wollen den Binärwert (Basis = 2) 101010 in das Dezimalsystem umwandeln:
((((1*2+0)*2+1)*2+0)*2+1)*2+0 = 42

Die Umwandlung eines Dezimalwertes in ein anderes System funktioniert analog dazu. Zuerst wird per Modulo (Restwertdivision) der Restwert errechnet. Dieser stellt bereits eine Stelle des Ergebnisses dar. Da dieser Rechenvorgang genau umgekehrt zur Umwandlung ins Dezimalsystem verläuft, ist auch das Ergebnis umgekehrt:
42   % 2 = 0
42-0 / 2 = 21
21   % 2 = 1
21-1 / 2 = 10
10   % 2 = 0
10-0 / 2 = 5
 5   % 2 = 1
 5-1 / 2 = 2
 2   % 2 = 0
 2-0 / 2 = 1
 1   % 2 = 1
 1-1 / 2 = 0

Sobald die Zahl, mit der man rechnet 0 geworden ist, endet die Rechnung. Die fettgedruckten Zahlen ergeben, von unten nach oben gelesen, das Ergebnis. Die Zeichenkette ist also 101010. Das ist dieselbe Zeichenkette, die wir zuvor ins Dezimalsystem umgewandelt haben. Es funktioniert!

Die Programme

Ich habe für jeden Rechenvorgang ein C++-Programm geschrieben. 2dec wandelt eine Zahl in das Dezimalsystem um, dec2 wandelt eine Dezimalzahl in eine beliebige Basis (von 2 bis 36) um. Die beiden Programme können jedes für sich aufgerufen werden mit:
dec2 <Basis> <Wert>
2dec <Basis> <Wert>

Die <Basis> ist immer die Basis aus der, bzw. in die ich umrechnen möchte. Die jeweils andere Basis ist ja das Dezimalsystem.

Möchte ich nun den Wert 42 in das Binärsystem umrechnen, so rufe ich das Programm dec2 auf:
dec2 2 42

Möchte ich die Berechnung umdrehen, so verwende ich das Programm 2dec:
2dec 2 101010

Die beiden Programme lassen sich kombinieren, wenn ich von einer Basis in eine andere konvertieren möchte und keine von beiden die Basis 10 ist. Möchte ich wissen, welchen Binärwert der Hexadezimale Ausdruck affe hat, dann mache ich das so:
dec2 2 $(2dec 16 affe)

Ergebnis: 1010111111111110

Das Script

Diese Kombination übernimmt das Script horner. Dieses übernimmt per -i die Basis des Inputs und per -o die Basis, in die der Wert umgewandelt werden soll (Output):
horner -i 16 -o 2 affe
entspricht der obigen Kombination der beiden Programme. Das Script geht davon aus, dass die beiden Programme in einem Verzeichnis abgelegt sind, das in der $PATH-Variablen des Nutzers eingetragen ist.

Das Makefile

Am Besten ist es, wenn man den Code selbst kompiliert. Für all diejenigen, die sich dabei unwohl fühlen oder es einfach noch nicht gemacht haben: keine Sorge, das Makefile übernimmt diese Arbeit. Dazu muss das Paket automake im System installiert sein.

Installation

Zuerst benötigt man den Code, den es hier zum herunterladen gibt.

Dieses Archiv lässt sich per
tar -xvzf Horner.tar.gz
ins aktuelle Verzeichnis entpacken. Die entpackten Dateien liegen dann im selben Verzeichnis wie das Archiv.

Sobald man die Dateien entpackt hat muss man nur in einem Terminal
make
aufrufen. Dies kompiliert den Code und erzeugt die beiden Programme 2dec und dec2.

Mittels
make install
kann man die Programme dann automatisch installieren. Dabei werden sie im Verzeichnis /bin im Home-Verzeichnis des Nutzers abgelegt. Dieses Verzeichnis sollte immer im $PATH liegen und der Nutzer hat dort immer Schreibrechte. Möchtest du die Installation anpassen (sprich: die Dateien woanders unterbringen), dann musst du nur die Dateien 2dec, dec2 und horner im gewünschten Verzeichnis ablegen.

Abschlussbemerkung

Die Programme, das Script und das Makefile stehen unter der GPLv3. Sie sind in keinster Art und Weise getestet und implementieren so gut wie keine Fehlerbehandlung. Über Bugmeldungen freue ich mich, kann aber nicht versprechen, dass ich sie schnell behebe. Wie erwähnt: die Programme sind aus Neugier entstanden und erfüllen meine Anforderungen. Deswegen habe ich vorerst auch nicht vor, sie auf GitHub oder sonstwo hochzuladen. Wenn du das gerne tun möchtest, tu dir keinen Zwang an. Informiere mich in diesem Fall aber bitte darüber.

Über den Inhalt der Programme und des Scripts verliere ich hier keine großen Worte. Wenn du Interesse hast zu erfahren was hier genau passiert, dann schreib mir das in den Kommentaren. Ich antworte dir dann entweder dort oder schreibe einen neuen Artikel zum Thema.

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Neuer Urheberrechtsvorschlag lässt Atem stocken

April 1, 2013 um 2:21 vormittags | Veröffentlicht in 1. April, Humor, Ubuntuusers | 4 Kommentare

Die deutsche Verwertungsgesellschaft GEMA und ihr österreichisches Pendant haben sich für einen neuen Vorschlag zur Urheberrechtsabgabe zusammengetan. Laut Presseaussendung werden sich durch die gemeinsame Aktion mehr Chancen darauf ausgerechnet, dass die betroffenen Länder tatsächlich diesen Vorschlag umsetzen.

Ein Sprecher der GEMA nennt den neuen Vorschlag “revolutionär” und einen Schritt in die richtige Richtung. Wenn es aus dieser Ecke so tönt, dann weiß bereits jeder, der mehr als 3 Hirnzellen im Kopf hat, dass es für die Menschen ein schlechter Deal wird.

Die Prämisse hinter dem Vorschlag der beiden Organisationen lautet so: Jeder Mensch hat in seinem Leben urheberrechtlich geschütztes Material konsumiert. Dieses Material hat sich zu einem Zeitpunkt in seinem Gehirn als Gedanke, Gefühl oder sonstwie manifestiert. Stirbt nun dieser Mensch und dekompostiert in seinem Grab, dann geraten die betroffenen Hirnzellen in der ein oder anderen Form wieder in Umlauf. Bei Verwesung sollen die Atome, die zuvor die Zellen gebildet haben, in die Luft entweichen. Diese Luft wird dann wiederum von anderen Menschen eingeatmet und somit das urheberrechtlich geschützte Material erneut wiederverwertet. Doch dieser Mensch zahlt nichts dafür!

Den Einwand, dass es sich bei solch kleinen Mengen um Fair-Use handeln könnte lassen die Gesellschaften erst gar nicht gelten, denn “der durchschnittliche Mensch atmet ja nicht nur einmal pro Tag, sondern mehrmals. Dadurch summieren sich dieser Mengen zu einem großen Ganzen auf. Unsere Statistiken zeigen, dass der Durchschnittliche Mensch am Tag 2 mal Beethovens 9te veratmet”, so die GEMA.

Der Vorschlag sieht nun eine allgemeine Zahlungspflicht für jede Person vor, die sich länger als einen Atemzug auf dem Staatsgebiet eines der betroffenen Staaten aufhält. Man könne auch Pauschale Beträge für eine Anzahl an Atemzügen bezahlen, welche geringer wären als äquivalente einzelne Atemzüge. So könnten Menschen, die bereit sind €50,- pro Monat hinzublättern an einem Tag bis zu 1.000 mal atmen. Ab €200,- sind es 10.000 mal. Ein normaler Erwachsener braucht normalerweise 11-15 Atemzüge pro Minute, was auf etwas mehr als 20.000 Atemzüge am Tag kommt. Daher gibt es auch einen Ganztagestarif, der 22.000 Atemzüge freistellt. Dieser kommt auf €400,-/Monat.

Für Spitzensportler und Schulen gibt es eigene Tarife, da dort zum einen besonders viel geatmet wird und zum Anderen der Austausch der eigenen Atemluft mit anderen Personen stärker konzentriert ist.

Auf Anfrage von Taach bei der US Amerikanischen RIAA teilte uns ein Sprecher mit, dass das “… Modell sehr interessant ist, jedoch ein wenig zu kurz greift. Wir arbeiten an einer Lösung, die besonders auf Menschen Bezug nimmt, die besonders viel ausatmen.”

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Tanglu – Immer ein aktuelles Debian

März 15, 2013 um 2:53 nachmittags | Veröffentlicht in Debian, Free Software/Open Source, KDE, Ubuntuusers | 12 Kommentare

Debian ist bekannt als superstabil, superhart … und superalt. Es wird viel Mühe in die Härtung eines Paketes gesteckt und in das Finden von Bugs. Da Debian erst dann ein Release bringt, wenn ein gewisser Mindeststandard erreicht ist, ist auch immer offen wann die nächste Version erscheint. Normalerweise wird 18 Monate nach einem Release der aktuelle Stand in Testing eingefroren. Das bedeutet, dass unabhängig vom Stand im Rest der Welt keine neuen Programmversionen mehr einfließen. Dann beginnt die Phase in der Maintainer ihre Pakete soweit verbessern, dass ein Release erfolgen kann. Oftmals dauert dies ein halbes Jahr und länger. (It’s ready, when it’s ready.)

Besonders bei Software wie Firefox (neues Release alle 6 Wochen) ist dies natürlich problematisch, weswegen die Debian-Entwickler … eigene Patches … Iceweasel. Firefox ist jedoch bei weitem nicht die einzige Software, die bei einem Debian-Release bereits veraltet ist. Auch KDE hat z.B. einen 6-Monats-Rythmus. Die Chance, dass KDE bereits um eins höher gezählt hat, wenn Debian Stable aktualisiert wird, ist sehr hoch.

Diese Lücke will Tanglu nun schließen. Bis jetzt findet man dort nur eine Ankündigung, welche die Pläne für Tanglu erläutert. Die Wichtigsten davon sind:

  • Tanglu will eine Lücke von Debian schließen. In der Zeit eines Debian Freezes sollen neue Programm-Versionen bei Tanglu weiterentwickelt werden. Dazu lädt Tanglu alle Paket-Maintainer in das Projekt ein, will jedoch niemanden zwingen. Bei Herausgabe von Debian Stable sollen die aktuellen Tanglu-Pakete wieder nach Debian zurückfließen.
  • Ein fester Release-Rythmus von 6 Monaten.
  • Die Installation proprietärer Firmware (Treiber) will Tanglu so einfach wie möglich machen, diese soll jedoch nicht in der Standardinstallation enthalten sein. Stallmans Ungnade ist ihnen trotzdem sicher.
  • Pakete sollen möglichst nah an Debian und damit möglichst nahe an Upstream (die ursprünglichen Entwickler) bleiben. Im Gegensatz zu z.B. Ubuntu will man keine eigenen Patches schreiben, wenn nicht notwendig.
  • Vollständige Kompatibilität zu Debian ist Muss. Eigenkreationen wie Mir (konkretes Beispiel) sollen nicht passieren. Eine Art Software-Center soll es aber geben.
  • Als grafische Oberfläche will man sich zu Anfang auf KDE focussieren. GNOME Vanilla und andere Desktops sollen jedoch, wenn es eine Community dafür gibt, ebenfalls verfügbar werden,

Laut eigener Aussage besteht das Team hinter Tanglu aus nicht sehr vielen Leuten. Dass man eine eigene Distribution stemmen kann ist man sich hier aber scheinbar sicher. Ein konkretes Datum für die erste Ausgabe ist noch nicht genannt worden. Bei einem 6-Monats-Rythmus bis zum Release plus Anfangsarbeiten ist jeoch vor Oktober eher nicht damit zu rechnen.

Ich habe mir schon länger überlegt auf eine Debian-basierte Distribution, welche nicht Ubuntu ist, umzusteigen, vielleicht sogar Debian selbst. Davon hat mich bis jetzt die teilweise stark veraltete Softwareauswahl von Debian Stable abgehalten. Tanglu ist für mich diesbezüglich eine interessante Alternative. Vielleicht wird mein Laptop ja nicht auf Kubuntu 13.10 aktualisiert.

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LaTeX – Ein Einstieg

März 13, 2013 um 7:48 vormittags | Veröffentlicht in LaTeX, Ubuntuusers | 7 Kommentare

Lange ist es her, dass ich etwas über LaTeX geschrieben habe. An sich habe ich einen Einstieg in LaTeX schon vor längerer Zeit einmal beschrieben. Dieses Semester leite ich, gemeinsam mit zwei Kollegen an der Uni Wien einen LaTeX-Workshop, in welchem wir versuchen Studienanfänger an LaTeX heranzuführen. Dazu haben wir ein paar Foliensätze zusammengestellt, mit denen wir das jeweilige Thema vorstellen. Die Themen sind folgende:

  • Einstieg/Installation von LaTeX
  • Mathematik-Modus
  • Zitieren mit BibTeX
  • Grafiken verwenden
  • Tabellen bauen
  • Referenzen innerhalb und außerhalb des Dokuments
  • Präsentationen mit Beamer

Wir sind immer noch dabei Foliensätze zu erstellen, deswegen kann ich jetzt nur den ersten Foliensatz online stellen. Die Foliensätze sind so verfasst, dass sie möglichst selbsterklärend sind. Deswegen werde ich hier nicht viel über den Inhalt verlieren. Natürlich besteht LaTeX aus wesentlich mehr als die Folien abdecken können. Es soll eben nur ein Einstieg sein. Weitere Foliensätze folgen, sobald sie in einer finalen Version vorliegen.

Dateien

Einheit01.tex  <– Das haupt-TeX-File
Einheit01.bib  <– Das zugehörige Bib-File (Zitiermaterial)
include.tex  <– Header-File mit allen notwendigen Layout-Informationen und eingebundenen Paketen
cc-by-sa.png  <– CC-Grafik
Einheit01.pdf  <– Fertiges PDF

Anmerkung: Das Original aus dem Workshop hat auf der Titelfolie noch eine zusätzliche Grafik: das Logo des Mentoring-Programms der Uni Wien. Da ich dieses nicht unter eine CC-Lizenz  stellen kann habe ich es kurzerhand herausgenommen. Außerdem habe ich den Header noch nicht aufgeräumt. Hier ist ein Haufen an neuen Kommandos, welche keine logische Struktur haben. All das in Version 2.0 :)

Wie auch im PDF geschrieben: alle diese Dateien stehen unter einer CC-BY-SA 3.0, mit einer Ausnahme: die cc-by-sa.png-Grafik, an welcher alleine Creative Commons die Rechte hält.

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Ubuntu und MariaDB – Wann? UPDATE

Januar 28, 2013 um 1:25 vormittags | Veröffentlicht in Free Software/Open Source, Ubuntu, Ubuntuusers | 9 Kommentare

Nachdem Oracle Sun aufgekauft hat sind bereits viele Projekte in Oracles Händen zerflossen. OpenOffice.org wurde in LibreOffice geforkt und der Großteil der Community-Entwickler schlossen sich dem Fork an. OOo fristet seither ein eher bescheidenes Dasein unter dem Dach der Apache Foundation. OpenSolaris, die Community-Version von Solaris wurde von Oracle abgewürgt, die wichtigsten Entwickler gründeten den Fork OpenIndiana. Das ODF-Plugin für MS Office, unter Sun kostenfrei erhältlich, war von Oracle für etwa $ 70,- zu beziehen. Inzwischen laufen alle Links von Oracles Website zum Plug-In ins Leere.

Bei MySQL versucht Oracle Anwender offensichtlich zum Umstieg auf Oracles Datenbank oder zumindest auf die Enterprise Version zu bewegen. Eine nicht-öffentliche Fehlerdatenbank und ein Ausgrenzen der Community machen MySQL, trotz GPL, zu einem proprietären Projekt. Auch scheinen in der Community-Version seit dem Verkauf wichtige Funktionen zu fehlen. So erhalte ich beim Einsatz von MySQL (5.5) aus den Ubuntu-Quellen nur Fehler, wenn ich versuche TRIGGEREXCEPTROLE oder CHECK zu verwenden.

Mehrere Distributoren haben inzwischen angekündigt die Standard-Datenbank von MySQL auf MariaDB umzustellen, OpenSuse hat es sogar schon gemacht. MariaDB ist ein Fork von MySQL, geleitet von Michael Widenius, dem Schöpfer von MySQL. Es verspricht Feature-Gleichheit oder sogar -Vorsprung zu MySQL Enterprise und wird als OpenSource-Projekt geführt. Leider gibt es dazu noch keine Aussagen von Ubuntu.

[UPDATE]

Heeeere commmmes annnnnnnotherone …..

[/UPDATE]

Liebe Ubuntu-Entwickler, bitte folgt dem Beispiel eurer Kollegen und ersetzt MySQL durch eine bessere Alternative.

P.S.: Eine Anleitung um MariaDB auf Ubuntu/Debian zu installieren.

[UPDATE 2]

Auch Slackware und Arch setzen nun auf MariaDB. Bei Ubuntu gibt es weder auf der offiziellen Homepage, noch bei Mark Shuttleworth irgendwelche Kommentare dazu. Immerhin auf Ubuntuusers gibt es einen Artikel zu MariaDB, welcher allerdings erst im Aufbau ist. Man kann wohl nicht davon ausgehen, dass MariaDB bereits in Ubuntu 13.04 enthalten sein wird. Vielleicht haben wir ja Glück und es kommt mit 13.10. Inzwischen liebäugle ich mit einem Umstieg …

[/UPDATE 2]

[UPDATE 3]

Auch Red Hat will mit RHEL 7 auf MariaDB umsteigen. Dieser Artikel ist schon fast ein halbes Jahr alt und Canonical hat noch nicht Stellung bezogen. Hoffen wir einmal, das hier nicht auch ein Fork in Arbeit ist.

[/UPDATE 3]

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