Download-Manager

Januar 4, 2010 um 11:27 am | Veröffentlicht in Computer, GNU/Linux, KDE | 2 Kommentare

Ich: Oh, wow! Da habe ich eine sehr große Datei im Netz gefunden, die will ich herunterladen!

Firefox: Ok, mach ich.

Ich (wartet ein paar Minuten)

Firefox: Ok, Download beendet.

Ich: Äh, aber… die Datei ist nicht 47,9 MB groß, sondern 699 MB!

Firefox: Download beendet.

Ich: #*$&~‘;§&%“!!!

Fragt euch ehrlich, wer von euch kennt das nicht? Dieses Problem welches von falschen Daten auf der Server-Seite oder einer instabilen Internetverbindung herrühren kann ist sehr nervig und es kann mehrere Anläufe benötigen bis die Datei vollständig heruntergeladen ist. Bei jedem Versuch wird die Datei jedoch wieder neu angelegt und es muss auch der Teil der bereits heruntergeladen wurde erneut heruntergeladen werden. Je größer die Datei desto wahrscheinlicher, dass es zu einem solchen Problem kommt. Der Download-Manager von Firefox und anderen Browsern ist normalerweise sehr schlicht und verfügt nur über die Möglichkeit pausierte Downloads weiter herunter zu laden. Zu früh beendete oder abgebrochene Downloads sind aber bereits zuviel. Für solche Fälle ist es von Vorteil den einen oder anderen Download-Manager zu kennen der mit diesem Problem umgehen kann. Hier stelle ich ein paar Programme vor mit denen ich immer wieder mal arbeite.

WGET

Wget ist ein Konsolenprogramm welches mit minimalem Aufwand aufgerufen werden kann:

wget <URLzurDatei>

Wobei ich folgende Option empfehlen würde:

wget -c <URLzurDatei>

Die Option -c führt dazu, dass Wget die entsprechende Datei nicht immer vollständig neu herunterlädt. Wenn im aktuellen Verzeichnis bereits eine Datei mit dem Namen liegt wird Wget versuchen den Download fortzusetzen. Wenn Die Datei schon vollständig heruntergeladen wurde gibt Wget eine entsprechende Meldung aus und überspringt die Datei. Wenn der Download abbricht wird Wget versuchen ihn wieder aufzunehmen und fortzusetzen. Natürlich kann man einem Wget-Aufruf mehr als nur eine Datei als Parameter mitgeben. Wget wird dann versuchen die angegebenen Dateien in der angegebenen Reihenfolge herunterzuladen.

Wget verfügt über einen ganzen Christbaum an Optionen. Hier die nützlichsten aus der manpage zu Wget:

  • -o DATEI schreibt die Ausgaben von Wget in eine DATEI
  • –tries=NUMBER setzt die Anzahl an Versuchen zum Wiederaufnehmen eines Downloads auf NUMBER (0 bedeutet kein Limit)
  • -b macht Wget zu einem Hintergrundprozess, sodass man im selben Terminal weiterarbeiten kann
  • -i FILE liest URLs aus einer Datei FILE

Eine Kombination von Optionen kann man dazu verwenden um ganze Seiten samt Unterseiten lokal zu speichern. (Bevor ich wusste, dass die Java-Dokumentation auch unter /usr/doc verfügbar ist habe ich sie mir auf diese Art und Weise besorgt: Wget -crkLp –tries=0 <URL>):

  • -r führt dazu, dass Wget (wenn die Datei z.B. eine HTML-Seite ist) den vorhandenen Links folgt und mit
  • -l DEPTH kann die maximale Verfolgungstiefe der Links
  • -k konvertiert Links, sodass Sie auf lokale Dateien verweisen und nicht wieder zurück zur originalen Quelle führen
  • -p lädt zusätzlich noch die verwendeten CSS-Dateien und andere herunter die notwendig sind um das HTML-Dokument lokal korrekt darstellen zu können
  • -L weist Wget an nur Links zu folgen, welche keine vollständige URLs (http://www.example.org/&#8230;) beinhalten, also HTML-Dokumente und Dateien welche lokal vorliegen

Wget kann sich auch über SSH, FTP und IPv6 verbinden. Nähreres dazu in der manpage zu Wget.

Wget gehört normalerweise zu den bereits bei der Systeminstallation vorhandenen Programmen, kann aber einfach aus den Quellen installiert werden: sudo apt-get install wget.

KGet

Meistens wenn neue/viel verwendete Programme vorgestellt werden handelt es sich um GNOME-kompatible Versionen. Da ich solche nicht verwende und es derer massenweise im Netz gibt spare ich mir eine Erläuterung. Dafür stelle ich KGet vor, welches sich in KDE3/4 integriert und von Konqueror als Standarddownloadmanager verwendet werden kann. Hier ein kurzer Überblick über die praktischen Funktionen und Vorteile von KGet:

  • Fortsetzen abgebrochener Downloads
  • Tiefe Integration in KDE (kann aber natürlich auch mit GNOME, XFCE u.a. genutzt werden)
  • Einteilung von Downloads in Gruppen (z.B. die Downloads von einer bestimmten gemeinsamen Quelle)
  • Beschränkung der Anzahl der Downloads pro Gruppe
  • Herunterladen von Torrents
  • Einfaches Drag and Drop von URLs auf das Zielfeld um Dateien herunterzuladen
  • Kann über eine Web-Schnittstelle gesteuert werden
  • Übersichtliche und aufgeräumte GUI
  • Kann die Zwischenablage von KDE auf Download-URLs überwachen und automatisch herunterladen

Ich verwende KGet vor allem dann, wenn ich von einer bestimmten Quelle mehrere große Dateien beziehen will aber vom Server eine Beschränkung an gleichzeitig herunterladbaren Dateien besteht. Durch die Beschränkung der Downloads auf das Maximum werden von KGet immer nur so viele Dateien wie erlaubt gleichzeitig heruntergeladen und ich bekomme trotzdem große Listen von Dateien ohne immer neben dem PC sitzen und jede einzelne manuell herunterladen zu müssen.

Selbstverständlich findet sich KGet in den Quellen nahezu jeder Distribution. Unter Ubuntu genügt ein einfaches: sudo apt-get install kget. Unter anderen Distributionen wird die jeweilige Standard-Paketverwaltung verwendet.

KTorrent

Auch wenn KGet die Möglichkeit hat Torrents herunterzuladen bevorzuge ich es dafür ein eigenes Programm zu verwenden: KTorrent. Dieses ist normalerweise in einer KDE-Standardinstallation vorhanden und kann mit sudo apt-get install ktorrent installiert werden. Mit KTorrent ist es möglich:

  • Die verwendete Bandbreite einzuschränken
  • Die Anzahl der Up- und Downloads festzulegen
  • Die heruntergeladenen Dateien automatisch auf Vollständigkeit zu prüfen
  • Eine maximale Share-Ratio allgemein oder pro Download einzutragen (bei mir auf 1.5)

Zu den einzelnen Downloads wird eine Fülle an Daten angezeigt (welche aber trotzdem nicht unübersichtlich wird):

  • Größe der Datei(en)
  • Größe der bereits heruntergeladenen Daten
  • Share-Ratio
  • Vollständigkeit in %
  • Down-/Uploadgeschwindigkeit
  • Geschätzte Zeit bis zum Beenden des Downloads
  • Anzahl der Seeder und Leecher in einem Netzwerk und die Zahl derer zu welchen eine Verbindung besteht

Außerdem kann man sich den Status der einzelnen Torrent-Blöcke oder der verbundenen Peers ansehen.

KTorrent kann sich über Proxy mit dem Internet verbinden, separate Speicher-Verzeichnisse für Downloads und fertige Dateien angeben, den Platz den eine Datei benötigen wird beim Start des Downloads reservieren und vieles mehr. Durch Plug-Ins kann KTorrent:

  • bei beschränkter Bandbreite die Downloads über einen größeren Zeitraum planen
  • einen eigenen Medienplayer bereitstellen
  • bestimmte Ordner automatisch nach neuen Torrent-Dateien durchsuchen und diese herunterladen (bei mir buggy)
  • RSS-Feeds nach Torrent-Dateien durchsuchen und diese automatisch herunterladen
  • viele schöne Statistiken anzeigen
  • eine Web-Schnittstelle anbieten
  • und Peers über ZeroConf finden

Außerdem kann KTorrent in Suchmaschinen (mininova, u.a.) nach Torrent-Dateien suchen. Alles in allem ist KTorrent für mich wie ein Schweizer Klappmesser für Torrents.

Alle diese Programme haben bei mir ihren eigenen Verwendungszweck und existieren friedlich nebeneinander. Um alle Funktionen nutzen zu können ist es natürlich ratsam auf KDE zu arbeiten, da sonst der Zugriff auf die Zwischenablage oder die Integration in den WebBrowser nicht oder nicht so einfach möglich ist. Wget ist hier als plattformunabhängiger Downloader ausgenommen.

Creative Commons License
This work by Stefan Ohri is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Austria License

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  1. […] die eigentliche URL unter der das Video direkt abrufbar wäre. Diese URL kann man dann in einem Download-Manager seiner Wahl […]

  2. […] sind bei großen Datenmengen eine Notwendigkeit. Hier habe ich eine kurze Zusammenstellung der von mir öfter verwendeten Programme […]


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