Fortune Cookies – Die leichte Unterhaltung für zwischendurch

Mai 21, 2010 um 9:11 am | Veröffentlicht in Computer, GNU/Linux, Humor, KDE, Ubuntuusers, Vermischtes | 2 Kommentare

Ob nützliche Tipps zur Bedienung des Systems, Zitate von berühmten Persönlichkeiten oder aus dem Usenet, BOFH-Entschuldigungen, witzige Vergleiche oder ASCII-Kunst, Fortune Cookies sind eine beliebte Bereicherung im täglichen UNIX Alltag. Um das Programm selbst mit einer grundlegenden Auswahl an Cookies installieren genügt ein:

sudo apt-get install fortune
oder
sudo aptitude install fortune

Mir persönlich haben vor allem die Vergleiche von Betriebssystemen mit Bier oder Fluglinien sehr gut gefallen da sie die Nachteile in witziger Form präsentieren und dabei niemanden auslassen. In den Alltag lassen sich diese witzigen Kurzmeldungen auf verschiedene Arten und Weisen integrieren.

Terminal

Wer beim Start eines neuen Terminals ein Cookie angezeigt haben will muss dazu die Datei .bashrc welche versteckt im HOME-Verzeichnis liegt editieren. Einfach ganz unten ein

echo;
fortune;
echo;

anhängen. (Die leeren echo-Befehle fügen neue Leerzeilen ein und dienen nur der Formatierung. Ihre Verwendung ist Geschmackssache.) Sobald die Datei gespeichert ist wird mit dem nächsten geöffneten Terminal ein Cookie angezeigt.

KDE

Unter KDE4 gibt es die Möglichkeit sich Fortune Cookies per Plasmoid anzeigen zu lassen. Mit

sudo apt-get install plasma-widget-fortunoid
oder
sudo aptitude install plasma-widget-fortunoid

das Plasmoid installieren und auf den Desktop legen:

Plasmoid Fortunoid

In den Einstellungen kann man nun den genauen Befehl festlegen mit dem die Fortunes aufgerufen werden sollen. Dabei kann man die Ausgabe auch auf ein oder mehrere bestimmte Cookies beschränken. Näheres zum Arbeiten mit fortune selbst kannst du im UU Wiki lesen. Hier ein Beispiel für mögliche Einstellungen:

Fortunoid Einstellungen

Der Grundsätzliche Befehl das Programm /usr/games/fortune aufzurufen ist fix. Bei den Argumenten kannst du jedoch die Cookies angeben aus denen das Fortune ausgesucht werden soll. In diesem Fall ist das die Datei sneggiesHTML (welche sich in /usr/share/games/fortune befindet). Darunter ist die Wartezeit bevor ein neues Cookie geladen wird auf 3600 Sekunden gestellt. Das entspricht genau einer Stunde. Wem die Schrift ein Graus oder zu klein/groß oder sonstwas ist kann dies ebenfalls einstellen. Zum Schluss kann man noch einstellen ob der Hintergrund des Plasmoids angezeigt werden soll. Wenn das nicht angehakt ist wird der Text freischwebend dargestellt. Dein Wallpaper wird also immer durchscheinen.

GNOME

Unter GNOME gibt es Wanda den wahrsagenden Fisch der sich meines Wissens bei einer Ubuntu-Standardinstallation bei den Widgets befindet welche du in die Menüleiste legen kannst.

Eigene Fortunes erstellen

Wer Ideen hat um eigene Fortunes zu erstellen dem sei folgendes gezeigt:

Fortune erstellen

Mit einem Texteditor deiner Wahl kann es losgehen. Die einzelnen Sprüche/Grafiken/was-sonst-noch werden durch ein einzelnes % am Anfang einer Leerzeile getrennt.

Beispiel:
Ein Elefant der Elend fand
%
Weisheit ist nicht der Weisheit letzter Schluss
%
Gibst du einem Bettler einen Fisch wird er einen Tag lang satt. Gibst du ihm deine Kreditkarte kann er sich sein Leben lang ernähren.
%
usw. …

Hinweis: Wollt ihr die Fortunes im oben beschriebenen Plasmoid anzeigen lassen kannst/musst du HTML-Formatierungen (<br />, <em>, usw…) verwenden.

Sobald du deine Ideen niedergeschrieben hast speichere die Textdatei in UTF-8/Unicode-Kodierung.

dat-Datei erstellen und Fortune-Datei installieren

Um die zu einem Fortune gehörende dat-Datei zu erstellen genügt der Befehl

strfile <Dateiname>

Diese beiden Dateien müssen nun mit root-Rechten in das Verzeichnis /usr/share/games/fortune kopiert werden. Sobald das geschehen ist kann man die eigenen Fortunes mit fortune <Dateiname> aufrufen. Wenn <Dateiname> beim oben beschriebenen Plasmoid als Argument eingetragen wird, so werden nur Cookies aus dem eigenen Fortune angezeigt.

Sneggies

Wie kam ich überhaupt auf das Material für diesen Artikel? Ganz einfach: ich habe es selbst gemacht. Nach einer Idee meiner Freundin welche wir in Jabber-Sessions weiterentwickelt haben, haben sich inzwischen Unmengen an verschiedenen Sneggies (süße Schnecken) angesammelt welche wir mit allen Interessierten teilen möchten. Hier kannst du ein Archiv welche die Dateien und ein makefile enthält herunterladen. Die Dateien stehen unter einer Creative Commons Share-Alike Lizenz. Sie dürfen verändert und weitergegeben werden.

Beispiele:

_@_° Snegge
_@_°° Snegge die herschaut
_@_>> Snegge im Wind

Installation

Die Installation der Dateien ist ganz einfach. Zuerst solltest du aber fortune selbst installiert haben. Dann entpackst du das Archiv (z.B. mit unp). Dadurch erscheinen drei Dateien: sneggies, sneggiesHTML und makefile. Die ersten beiden sind Fortune-Dateien wobei die zweite mit HTML-Tags formatiert ist und im oben beschriebenen Plasmoid schöner dargestellt wird. Für Fortunes im Terminal solltest du die erste Datei verwenden. Die dritte Datei übernimmt die Installation für dich. Dann führst den Befehl

make INSTALL

aus. Dieser wird dich zum Kopieren der Dateien nach deinem Passwort fragen (da das Bearbeiten von /usr/* für den normalen Nutzer root-Rechte benötigt). Sobald das geschehen ist kannst du die Fortunes bereits verwenden. Die Dateien kannst du auch als Vorlage für eigene Fortunes verwenden.

Viel Spaß damit!

Creative Commons License
This work by Stefan Ohri is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Austria License

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2 Kommentare »

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  1. hi,

    eine Sache wurde hier aber vergessen.
    cowsay😉
    Meine shell ermutert mich bei jedem öffnen. Dazu ist lediglich folgender Eintrag in der .bashrc nötig😉

    fortune chucknorris | cowsay

    • Stimmt, cowsay ist eine nette Spielerei und eignet sich gut in Verbindung mit fortunes.


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