Anime Review 03 – Tokyo Magnitude 8.0

Juni 17, 2010 um 4:45 pm | Veröffentlicht in Anime, Japan, Serie | Hinterlasse einen Kommentar

Tokyo wird von einem Erdbeben erschüttert. In Japan alltäglich? Grundsätzlich ja, aber ein Beben von 8.0 auf der Richterskala ist selbst dort ein sehr seltenes Ereignis. Im Angesicht von Schätzungen, dass in den nächsten Jahren ein entsprechend starkes Beben Japan erschüttern soll eine nicht abzuweisende mögliche Zukunft. Mirai, Mittelschülerin und ältere Schwester, ist genervt von ihrem Bruder, ihren Eltern und überhaupt der ganzen Welt. Ihr depressiver Wunsch: es soll doch alles zum Teufel gehen. Kinder passt auf was ihr euch wünscht. Es könnte in Erfüllung gehen!

Und so kommt es. Halbherzig begleitete Mirai ihren Bruder Yuuki zu einer Roboterausstellung auf der künstlichen Insel Odaiba vor Tokyo. Dort kauft Yuuki ein Geburtstagsgeschenk für die Mutter der Geschwister mit dem Gedanken die Familie wieder zu versöhnen. Denn dem Ausflug ging eine Auseinandersetzung zwischen Mirai, ihrer Mutter und ihrem Vater voraus. Mirai will jedoch davon nichts wissen und während ihr Bruder (Volkschüler) alleine auf die Toilette geht begibt sie sich nach draußen und spinnt ihre depressiven Gedanken … als die Welt untergeht. Ein Beben mit ungeahnter Stärke, mit Epizentrum direkt unter der Metropole, trifft Tokyo und verändert das Leben aller in der Stadt.

Während Mirai ihren Bruder fast schon tot glaubt trifft sie auf Mari. Mari hilft ihr Yuuki zu finden und zu retten. Schon in dieser kurzen Zeit breitet sich der ganze Schrecken der Katastrophe vor dem Mädchen aus. Tote Menschen, darunter gleichaltrige Kinder, deren Glieder aus dem Trümmern ragen sowie einsturzgefährdete Neubauten prägen für Kurzes das Bild. Angesicht der beiden verängstigen Geschwister beschließt Mari, deren Tocher und Mutter zu Hause auf sie warten, sie nach hause zu begleiten. Dank der Küstenwache werden sie von der Insel gerettet und begeben sich dann zu Fuß durch die Stadt.

Nachbeben und einstürzende Häuser prägen von nun an die ehemalige gehetzte Idylle der Großstadt. Eilig hat es kaum noch jemand. Dabei trifft die Gruppe auf verschiedene Schicksale. Eine Schulfreundin Mirais hat ihre Mutter verloren, ein altes Ehepaar ihre Enkelkinder die kurz zuvor extra vom Land gekommen waren. Selbst als Tokyos prestigeträchtigstes Gebäude, der Tokyo Tower, einstürzt sind die Geschwister ganz vorne dabei.

!!!SPOILER!!! Überspringe diesen Teil wenn du die Serie noch nicht gesehen hast, dies aber noch vorhast.

Im weiteren Verlauf der Serie bricht Yuuki immer wieder zusammen und so müssen die drei sogar ein Krankenhaus aufsuchen. Als es Yuuki wieder besser geht brechen sie zum letzten Teil ihrer Reise auf. Mari, die durch Nachrichtenbeiträge aus ihrem Bezirk bereits sehr besorgt um ihre Tochter ist, findet ihr Haus in ausgebrannten Trümmern vor. Die Suche nach ihren Verwandten führt sie schließlich in eine Sporthalle in der die Leichen der Bewohner der Gegend aufbewahrt werden. Während Mari verzweifelt zusammenbricht suchen Yuuki und Mirai weiter und finden schließlich sowohl die Tochter, Hina, als auch Maris Mutter.

Da die Geschwister Maris neugefundenes Glück nicht stören wollen setzen sie sich unbemerkt ab und werden von einem Versorgungswagen bei einer Unterkunft in der Nähe ihrer Wohnung abgesetzt. Auf der Suche nach ihrer Mutter muss Mirai eine schockierende Wahrheit feststellen: ihr Bruder ist damals im Krankenhaus an einer Hirnblutung gestorben. Sein Geist begleitete sie bis sie ihre Eltern wiedergefunden hatte. Als Mirai in den Armen ihrer Mutter liegt sieht sie sein spektrales Abbild verschwinden.

Ein Monat später ist Tokyo dabei wieder in die Normalität zurück zu finden. Mari besucht Mirai und ihre Eltern und bringt Yuukis Sachen vorbei, die Mirai im Krankenhaus gelassen hatte, zusammen mit seiner letzten Nachricht an seine Schwester. Ihre Familie wird nie wieder dieselbe sein, aber trotz ihrer langen Trennung haben sie wieder zueinander gefunden.

!!!SPOILER ENDE!!!

Fazit

Kaum ein Anime schafft es fröhliche und traurige Gefühle so eng beieinander zu zeigen ohne kitschig zu wirken. Die Szenen und Schicksale sind realistisch dargestellt, wie auch die ganze Situation in der sich die vielen, plötzlich obdachlosen, Menschen befinden. Den Machern gelingt es tatsächlich ein gut recherchiertes und realistisch wirkendes Bild der zu erwartenden Katastrophe zu zeichnen. Und genau wegen dieser Integrität sind es auch echte Tränen die dem Zuseher beim betrachten der einzelnen Folgen über die Wangen laufen.

Creative Commons License
This work by Stefan Ohri is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Austria License

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