K3b 2.0 – Offizieller Blu-Ray Brenn-Support für Linux

Juni 29, 2010 um 5:07 am | Veröffentlicht in GNU/Linux, KDE, Kubuntu, Multimedia, Programmieren, Ubuntuusers | 14 Kommentare

Mit der Version 2.0 reiht sich K3b in die kurze Liste (in der z.B. auch Brasero steht) von Brennprogrammen für Linux ein die Blu-Ray-Disks beschreiben können. Daneben haben ein paar interessante Punkte Einzug in den Changelog gehalten. Nicht nur handelt es sich bei K3b 2.0 um den KDE4-Port des beliebten Brennprogramms welcher nahezu alle Funktionen von K3b 1.0.* bieten soll, die Anwendung soll nun bei allen Projekt-Arten selbstständig erkennen welches Medium benötigt wird. Eigene Punkte für CD-, DVD- und Blu-Ray-Projekte fallen damit weg. Außerdem soll mkisofs 2.01.01a32 das Brennen (und spätere Lesen) von Dateien über 4 GB ermöglichen. Bei K3b 2.0 handelt es sich um die erste stabile Version in welche bereits ein Haufen Bug-Fixes eingegangen sind. Wer jedoch das Risiko einer frisch gebackenen Anwendung scheut sollte zumindest auf K3b 2.1 warten. K3b 2.0 wird wohl vermutlich im kommenden Maverick Meerkat enthalten sein.

K3b 2.0
Oberfläche von K3b 2.0

K3b 2.0 kompilieren

Anmerkung: Alle hier genannten Befehle müssen in einem Terminal ausgeführt werden.

Willst du dich in die Weiten der Kompilierung vorwagen so musst du dir zuerst den Quellcode herunterladen (Binary-Pakete werden vom K3b-Projekt (noch?) nicht bereitgestellt). Dieser wird per
tar -xjvf k3b-1.0.tar.bz2
entpackt. Die Installationsanleitung auf der Seite selbst ist leider etwas veraltet. Sie spricht von einer configure-Datei wo doch K3b bereits cmake verwendet.

Nun wechseln wir in das neu erstellte Verzeichnis (cd k3b-2.0.0). Hier erzeugen wir den Ordner build (mkdir build) und wechseln auch in diesen (cd build). Per cmake (falls bei dir noch nicht installiert einfach mit sudo apt-get install cmake installieren) wird das Projekt nun vorbereitet und makefiles erzeugt (cmake ..). DIe beiden Punkte hinter cmake .. sind wichtig, da die Dateien für cmake ja nicht im aktuellen Verzeichnis (build) liegen sonder eine Ebene darüber. In build soll ja nur das Programm gebaut werden.

WICHTIG: K3b 2.0 hat mehrere zwingende als auch optionale Abhängigkeiten von denen viele in der Standardinstallation von (K)ubuntu nicht enthalten sind. Da wir das Projekt ja selbst kompilieren benötigt es die Development-Pakete diverser Bibliotheken die in einer Standardinstallation nichts benötigt werden. Sollte cmake also mit einem Fehler abbrechen und nicht gefundene zwingende Abhängigkeiten anzeigen, dann versuche diese über die Paketverwaltung deiner Wahl zu installieren. K3b 2.0 braucht unter anderem libDVDread und samplerate. Für ersteres muss das Paket libdvdread-dev installiert werden, für zweiteres das Paket libsamplerate0-dev.

Sind nun zumindest alle zwingenden Abhängigkeiten installiert (und cmake ist erfolgreich durchgelaufen) kann das Program kompiliert werden. cmake hat im aktuellen Verzeichnis eine Datei mit Namen Makefile erzeugt. Der Inhalt dieser Datei erstellt aus dem Quellcode nun eine Reihe von Bibliotheken und am Schluss eine Binärdatei. Ausgeführt wird die Datei indem du einfach den Befehl make eingibst. Dies stößt einen etwas längeren Prozess an (ca. 10 Minuten auf meinem Laptop) an dessen Ende das fertige ausführbare Programm steht.

K3b 2.0 installieren

Hat make erfolgreich ein binäres Programm erzeugt, kannst du es nun per
sudo make install
in deinem System installieren. Das sudo ist notwendig, da ja die neu erstellten Bibliotheken und das Programm selbst in Verzeichnisse kopiert werden müssen die root gehören.

Im K-Menü-Editor (Rechtsklich auf das K-Menü, bzw. kmenuedit im Terminal) legst du nun unter Multimedia einen neuen Eintrag an. Hattest du bereits zuvor eine K3b-Installation kannst du diesen Eintrag einfach kopieren und entsprechend abwandeln:

K-Menü-Editor Eintrag K3b-2.0

Fazit

K3b ist nach wie vor eine großartige Software und ein weiterer Beweis von vielen dafür, dass Freie Software es durchaus mit den kommerziellen Rivalen mithalten kann. Wer sich großartige Änderungen zur unter Kubuntu Lucid Lynx installierten Version 1.91 erwartet wird naturgemäß enttäuscht werden, da es sich dabei ja um eine Vorversion von K3b 2.0 handelt. Für Nutzer älterer Kubuntu-Versionen kann es sich aber durchaus auszahlen.

Die Integration in KDE4 ist durchaus gelungen. Anders als z.B. bei Amarok hat man aber auch darauf verzichtet das Programm von Grund auf neu zu schreiben und die Möglichkeiten von Plasma zu nutzen. So ist K3b 2.0 nicht viel mehr als ein K3b 1.0 mit Qt4-basierter Oberfläche.

Creative Commons License
This work by Stefan Ohri is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Austria License

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14 Kommentare »

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  1. Du schreibst: „K3b 2.0 wird wohl vermutlich im kommenden Maverick Meerkat enthalten sein.“
    Richtig – ich habe die Maverick Meerkat-Alpha zum Testen und da ist K3b 2.0 gerade „hereingekommen“!🙂
    Fehlt nur noch ein BluRayDisk-Brenner, um diese Funktion auszuprobieren!😉

    • Ich hab die Alpha zwar noch nicht getestet, aber ich ging einfach davon aus da ja noch viel Zeit bis zum Final Release von Maverick ist. Wenn Blu-Ray-Rohlinge ein wenig günstiger werden ist das sicherlich interessant🙂

  2. HalliHallo,
    ich bekomme leider immernoch eine error von cmake.. zurück :

    CMake Error at /usr/share/cmake-2.8/Modules/FindKDE4.cmake:98 (MESSAGE):
    ERROR: cmake/modules/FindKDE4Internal.cmake not found in
    /home/proton/.kde/share/apps;/usr/share/kde4/apps
    Call Stack (most recent call first):
    CMakeLists.txt:51 (find_package)

    kann damit leider nichts anfangen!
    Trotz aller installierten Abhängigkeiten…
    kann mir Bitte jemand Helfen

    • Hast du einen Ordner (z.B. build) erstellt und rufst cmake .. aus diesem heraus auf?
      Bitte beachte, dass dies kein Support-Forum ist. z.B. Im Ubuntuusers Forum kann man dir sicherlich besser helfen.

      • Sorry bin schon weg😉
        und ja vom build Ordner aus…
        habs allerdings auch vom k3b2.0.0 Ordner aus probiert geht auch nicht!

      • Ich will dich wirklich nicht verjagen. Ich selbst bin gerade erst dabei mich mit cmake anzufreunden. Wenn ich dir konkreter hätte helfen können hätte ich es getan.
        Das Ubuntuusers Forum hat jedoch zwei Entscheidende Vorteile: 1.)wenn das Problem dort gelöst wird finden viel mehr Nutzer diese Lösung und 2.) sind dort wesentlich mehr erfahrene Nutzer unterwegs die dir helfen können dieses Problem zu lösen.

  3. ööhm… mkisofs 2.01.01a32 ist sowas von alt, irgendwas Mitte 2007, momentan ist die Version 3.00 aktuell und das Problem mit den Filegrößen hat meineswissens nach nur genisoimage, also cdrkit.

    • Dieser Teil kommt ziemlich 1:1 vom Changelog für K3b 2.0. Wobei die Version 2.01.01a32 das Minimum darzustellen scheint.

      • ja, hast recht, nachdem ich mir den Changelog durchgelesen hab wäre aber auch noch drauf hinzuweisen, daß man für Blu-Ray Brennereien die cdrtools braucht, wodim aus dem cdrkit kann das nämlich nicht:
        – Support for Blu-ray writing
        – Support for DVD and Blu-ray writing via cdrecord

      • Stimmt. Im schlimmsten Fall weist einen cmake aber darauf hin falls es noch nicht installiert ist.

  4. „Wer jedoch das Risiko einer frisch gebackenen Anwendung scheut (…).“

    (Vom Fremdcode abgesehen) nicht mehr Risiko als die in Lucid enthaltene v1.91rc2 (= v2.0rc2).

    • Da magst du Recht haben. Bleibt halt die Frage wie sehr man den Künsten von Canonical beim Packen einer Distro vertraut.

      • 😀 Na, jedenfalls mehr als so manchem PPA-Künstler. Daher kompiliere ich mir das, was ich brauche (Tb, Fx, vlc, krusader…), lieber selbst.

  5. Nach anfänglichen, schon o.g. Fehlern und nachinstallieren der Abhängigkeiten hat es dann doch geklappt. Super Danke


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