Das Ende der Netbooks – Schuld von Linux?

Juni 24, 2011 um 10:33 pm | Veröffentlicht in Computer, Debian, Free Software/Open Source, GNU/Linux, KDE, Microsoft, Ubuntu, Ubuntuusers | 35 Kommentare

Über die Groklaw Newspicks ist mal wieder ein Artikel von Steven J. Vaughan-Nichols reingeflattert, in welchem er versucht der Frage nachzugehen, warum Netbooks nach der großen Erfolgsgeschichte der letzten Jahre nun wieder stark an Boden verlieren. Allerdings verkommt die Fragestellung zu: "warum Linux auf Netbooks verschwunden ist". Ich selbst verwende zwar keine Netbooks, aber in meinem Bekanntenkreis tauchen die Dinger immer wieder auf und dementsprechend habe ich ein wenig Erfahrung mit den Problemchen die sie mit sich bringen.

Hauptsächlich sind mir folgende Argumentationslinien aufgefallen:

1. Microsoft und Intel haben sich verschworen. Microsoft hat, da Vista nicht auf der schwachen Hardware lief die ein Netbook mitbrachte, XP einfach unter Preis an OEMs verkauft um es attraktiver zu machen (immerhin wollten die Endnutzer ja etwas Bekanntes haben). Die Argumentation besagt weiter, dass M$ die OEMs mit den billigeren Lizenzen dafür "bezahlt" hätte, kein Linux vorzuinstallieren. Ich habe keine Beweise dafür (und entsprechende Links bleibt auf Vaughan-Nichols schuldig), nach Microsofts geschichtlichem Umgang mit Konkurrenten würde es mich aber nicht verwundern.

2. Linux und Freie Software im Allgemeinen können Windows nicht das Wasser reichen. Die Argumentation ist im Großen und Ganzen: "Weil Windows Windows ist." Keine besonders faire Argumentation, aber leider wahr. Die Endnutzer wollen etwas Bekanntes mit dem sie arbeiten können. Ich habe selbst vor ein paar Jahren eine Diskussion mit einem Netbook-Nutzer gehabt, der das vorinstallierte Linux recht schnell von der Platte gelöscht und sich (ziemlich umständlich, aber ohne CD-Laufwerk geht das bei Windows ja nicht so leicht) ein XP drauf installiert hat, weil er die gewohnte Arbeitsfläche haben wollte. Er meinte: "Linux funktioniert für mich einfach nicht."

Mir ist aufgefallen, dass es sich beide Seiten etwas zu einfach machen. Microsoft böse Geschäftspraktiken per se zu unterstellen ist ebenfalls unfair. Es handelt sich um eine Firma, welche, wie alle anderen Firmen ebenfalls, möglichst viel Geld machen will. Dass sie dabei unfaire Methoden verwenden und links und rechts FUD verstreuen bringt auch mich jedesmal zur Weißglut, aber solange sie sich innerhalb der für sie gültigen gesetzlichen Grenzen bewegen muss man es leider akzeptieren und kann nur versuchen mit Qualität und Mundpropaganda zu konkurrieren. Auf der anderen Seite Freier Software zu unterstellen, sie sei minderwertig einfach "weil es freie Software ist" ist auch eine Behauptung ohne Boden. Angefangen vom Linux-Kernel über die grafischen Oberflächen (wie GNOME und KDE), Firefox/Thunderbird, OpenOffice.org/LibreOffice, Wine, Audacity und VLC über Blender, Inkscape und einen Haufen an kleinen Miniprogrammen, welche eine bestimmte Aufgabe erledigen (und die richtig) bietet freie Software schon seit Jahren mit Ubuntu, Fedora und anderen Einsteiger-Distributionen einen Haufen an Software die sich durchaus mit ihren bekannteren kommerziellen Pendants messen können. Die Qualität der Software selbst kann es also nicht sein. Oder?

Wer sich zur Anfangszeit der Netbooks, bevor XP und später Windows 7 den Markt für sich beansprucht haben, mal ab und zu bei Saturn und Konsorten herumgetrieben haben hat vor allem eines gefunden: Auf den meisten Netbooks, allem voran auf dem Asus EEE PC war Xandros vorinstalliert. Auf Debian basierend wurde als grafische Oberfläche ein KDE eingesetzt, der bis zur Unkenntlichkeit an das Design von XP angepasst war. Nicht nur hat es mir als Linux- und KDE-Nutzer schon damals im Magen weh getan dies zu sehen, hatten auch die meisten Leute deren Kommentar ich gehört habe ein gemeinsames Problem: Es sieht aus wie Windows, verhält sich aber nicht so. Meine Antwort: No na.

Wie in vielen Gegenüberstellungen der Vergangenheit kann auch hier nur der Schluss gezogen werden: Linux ist nicht Windows und wird sich niemals so verhalten. Blöderweise wollen die Nutzer aber eben nicht das Design sondern das Verhalten des Systems mit dem sie bisher gearbeitet haben auch in Zukunft haben. Insofern könnte die nächste Chance für Linux sein, wenn Microsoft tatsächlich seine Kachel-Oberfläche für Windows 8 bringt, mit einem gewohnteren Desktop aufzuwarten. Ich fürchte aber, dass die meiste Umsteiger sich eher für einen Mac entscheiden werden. Denn: "Der funktioniert einfach".

Zurück zum Thema: dass Linux auf dem Netbook gegen Windows verloren hat ist Geschichte. Netbooks werden heute weniger beworben. Tablet und Smartphones sind die aktuellen Melkkühe der Computer-Industrie. Allerdings ist es auch zu kurz gegriffen zu sagen: "Linux hat verloren weil XP erfolgreicher war". Die Nachrichten zu der Zeit sprachen eine ganz bestimmte Sprache: Linux-Netbooks hatten eine etwa gleich hohe Rückgabezahl (in Prozent) wie Windows-Netbooks. Und das obwohl das vorinstallierte Xandros (für mich) ein wahrer Graus in der Benutzung war. Aber es geht weiter: Die meisten Linux-Modelle wurden alternativ auch mit Windows XP ausgeliefert. Nach einer kurzen Zeit sogar mit besserer Hardware als die Linux-Pendants. Zum gleichen Preis.

Hä hö? Was? Ja. Ich kann mich noch gut an einen bekannten Online-Shop erinnern, der zwei Baugleiche Netbooks (mit Linux oder WinXP) zu jeweils € 239,- angeboten hat. Die Linux-HDD hatte 12 GB. Die Windows-HDD hatte 20 GB. Soll mir einer erklären wie sich das rechnet. Aber warum soll ich als Endnutzer so blöd sein und gleichviel Geld für weniger Leistung und ein mir unbekanntes System zahlen?

Wie genau das funktioniert hat ist wohl eine Frage, die uns niemals beantwortet wird. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine Xandros-Lizenz mehr gekostet hat als eine XP-Lizenz unter Preis. Aber ich lasse mich gerne von Beweisen überzeugen. Mich interessiert das Thema jetzt, hat jemand vielleicht interessante Links die etwas mehr Einblick in diese Geschehnisse geben können?

Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported License.

=-=-=-=-=
Powered by Blogilo

35 Kommentare »

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

  1. Hallo,

    am Ende, die Sache mit den baugleichen Netbooks mit Windows@20GB bzw. Linux@12GB, da ist vermutlich der Asus EEE PC 900 bzw. 901 gemeint, nehme ich an. Falls ja, das war genau andersherum: Linux gab es mit 20GB und Windows mit 12GB (ansonsten identisch und zum gleichen Preis) [1]. Allerdings gab es in Deutschland die Linux-Variante nicht zum Kauf, hier gab es offiziell ausschliesslich die Windows Variante. Das weiss ich noch sehr genau, weil ich mir gern den 901er mit Linux gekauft haette, aber dann mit der 8GB kleineren Windows-Version vorlieb nehmen musste😦

    [1] http://de.wikipedia.org/wiki/Asus_Eee_PC#90x-Serie

    P.S.: Was ist denn der Unterschied zwischen

    [ ] Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren per E-Mail senden.
    und
    [ ] Informiere mich über neue Beiträge per E-Mail.
    ?

    • Ich glaube, es war ein anderer Hersteller, bin mir aber gerade nicht sicher welcher.

      Der Unterschied zwischen den beiden Optionen ist:
      „Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren per E-Mail senden“ bedeutet, dass du eine eMail bekommst, sobald zu diesem Artikel ein neuer Kommentar abgegeben wird.

      „Informiere mich über neue Beiträge per E-Mail“ sollte heißen, dass du, ähnlich einem RSS-Feed, eine neue eMail bekommst wenn ich einen neuen Artikel schreibe. Da ich die Option noch nie verwendet habe, kann das aber auch reiner Quatsch sein.

  2. Die Antwort ist doch relativ einfach, mit der nackten Hardware bei diesen Billiggeräten kann eigentlich kaum ein Hersteller Geld verdienen. Nichtmal wenn er das Betriebssystem und etwas Software dazu für lau erhält. Das hat ein gewisser Herr Jobs schon früh erkannt und setzte auf die „Kleinvieh macht mehr Mist“ Strategie. Die App-Stores sind die Geldbringer! Das Google mit Android fast sofort auf den Zug mit aufsprang spricht dafür, das sie sehr schnell gehandelt haben. Einen Anwender interessiert im Allgemeinen nicht ob Open-Source oder sonst was unter der Haube werkelt, er will über sein Gerät kommunizieren und zugriff auf seine Daten erhalten, ein wenig Unterhaltung und Bespaßung, das war’s auch schon. Wenn das dann alles sauber mit seinen anderen Geräten syncronisiert ist er zufrieden. Es heißt nicht umsonst „Time is Money“ in unserer Zeit. Die Leute geben lieber ein paar Euronen mehr aus für Hard- und Software die sauber funktioniert als das sie sich jeden Monat ein paar Stunden mit Software-Frickelei beschäftigen.

    • Ja, das funktioniert bei Apple und bei Google. Aber wenn man Netbooks betrachtet:
      1. bei welchem Hersteller gab/gibt es überhaupt sowas wie einen AppStore
      2. wo verdienen die Netbook-Hersteller an Apps die man sich dort kaufen kann?

      • Bei den meisten OEM-Windowsrechnern waren Werbeprogramme drauf,
        z.B. Virenscanner mit ein paar Monaten Laufzeit. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Händler (oder Microsoft) damit die Rechner so billig
        machen konnten. Für mich waren diese, außer zum Spielen, unbenutzbar.

        Für eine unberührte Windows-Version hat man damals auch ganz gut bezahlt.

        Dass man kaum Linux-Netbooks bekommt stört mich persönlich weniger, üblicherweise packe ich eh meine Lieblingsdistribution drauf. Wenn man
        sich ein Mainstreamgerät kauft und ca ein Jahr wartet, sind die meisten
        Kinderkrankheiten dann auch behoben.

        Mich stört, dass man derzeit kaum Netbooks mit ssd vorinstalliert bekommt.

  3. So ganz falsch ist das mit dem „bösen“ Microsoft nicht. Die Hardware-Firmen suchen schon eine gewisse Nähe zu Microsoft, weil Microsoft ein unheimlich Finanzstarker Partner (siehe Nokia) ist.
    Z.B. zahlt Microsoft für jede Werbung: … „empfiehlt Microsoft Windows 7“ eine kleine Unterstützung. Viele Hardwarehersteller sind davon abhängig und wollen es sich mit Microsoft nicht verderben.
    Ob das jetzt unfaire Geschäftspraktiken sind, soll jeder selbst beurteilen.

    • Du meinst also, dass der Werbeeffekt von Windows mehr Geld ins Haus bläst als die Lizenzen kosten?

      Klingt nach einer plausiblen Strategie.

  4. > Hä hö? Was? Ja. Ich kann mich noch gut an einen bekannten Online-Shop erinnern, der zwei Baugleiche Netbooks (mit Linux oder WinXP) zu jeweils € 239,- angeboten hat. Die Linux-HDD hatte 12 GB. Die Windows-HDD hatte 20 GB.

    Also das gab es zumindest auch schon umgekehrt (Linux HDD (eigentlich SSD) größer bei selbem Preis).

    Meiner Meinung nach ist zu einem großen Teil wirklich die schlechte Qualität der vorinstallierten Linux-Distributionen das Hauptproblem gewesen. Wäre da ein aktuelles Ubuntu mit Gnome oder Netbook-Remix (der gute alte von 9.04 und/oder 9.10) drauf gewesen, wo man einfach Skype und dergleichen nachinstallieren kann, so hätte Linux gute Chancen auf einen Durchbruch am Netbook-Markt gehabt.
    Und wenn man Linux schon am Netbook hat, kommt man vielleicht auch auf die Idee es am Desktop oder Notebook zu installieren …

    • Ja, stimmt. Den Hardware-Unterschied gab es auch in „positiver“ Form.🙂

      Ich kann dir nur zustimmen, dass die Software auf den Linux-Versionen schrecklich war.

  5. In meinen Augen wurden Netbooks durch die Hardware-Gleichschaltung, an welcher hauptsächlich Microsofts ULCPC-Lizenz Schuld war, zerstört. Die meisten Geräte unterscheideten sich plötzlich nur noch durch Design und Farbe. Was innovativ mit SSDs und Linux anfing hört plötzlich mit 160GB Festplatten und Windows XP auf.
    Mittlerweile gibts die Geräte mit Windows 7 Starter, aber hier herrscht wieder das Phänomen, dass die Hardware-Specs nahezu gleich sind.

    Leider hat sich kein Hersteller getraut ein wirklich an Netbook-Bedürfnisse angepasstes Linux zu vertreiben. Die KDE Netbook-Oberfläche gehört in meinen Augen noch immer zu den besten Ideen im Bereich Netbook Interface – nur man musste sich selbst darum bemühen, dass man sie nutzen konnte.
    Und wenn man Linux hatte, dann war das nicht unbedingt optimal. Mein erster Kontakt mit Xandros auf einem eeePC lies mich total veraltete Software sehen.

    Interessant ist immerhin, dass Dell sich getraut hat seine Geräte mit Ubuntu auszuliefern. Allerdings bekam man dafür im Vergleich zur Windows-Version schlechtere Hardware, also genau wie bei dir geschildert. Es wurde versäumt, dass man das Geld, welches man durch die nicht vorhandenen Lizenzkosten spart, den Kunden in Form besserer Hardware zurückzugeben.

    Dass man plötzlich so wenig von Netbooks hört liegt vermutlich an Smartphones und Tablets. Sie sind mobiler und momentan eben das neue Ding. Wieso soll ich einen PC mitschleppen, wenns mein Handy auch kann?
    Persönlich liebe ich mein Netbook noch immer, würde mir aber kein weiteres zulegen, da ich gemerkt habe, dass mir der Bildschirm doch zu klein ist.

  6. Also meine Erfahrung, die natürlich nur eine von vielen ist, hat mir gezeigt, dass die Distributionen und/oder Linux aktueller Hardware bezgl. der Unterstützung teilweise um Jahre hinterherhinken.

    Beispiel: mein U160, dass ich etwa einen Monat vor dem Natty-Release gekauft habe. Das Notebook ist schon gut 1 Jahr auf dem Markt und mit einem beliebten Intel HD Graphics Chip bestückt. Trotzdem blieb der Bildschirm mit 10.10 tot und umgehen konnte man das nur durch irgendwelche Schaltertricks im GRUB-Menü. 11.04 lies sich dann Gott sei Dank installieren. Ich war überrascht. 3D-Beschleunigung, Sound, Audio Jack Sense liefen out of the box. Das hatte ich bisher bei noch keinem Notebook erlebt. Dann kamen aber schon wieder die Kleinigkeiten: Bereitschaft und Ruhezustand taten zunächst so als ob, dann wachte das Gerät aber nicht mehr auf. Ein weiterer common task ist das Anschließen eines externen Displays/Beamers. Das führte in 90% der Fälle zu Abstürzen. Die Akkulaufzeit war im Vergleich zu Windows um eine Stunde gesunken…

    Gerade diese Kleinigkeiten lassen einen dann nicht mehr los und man verbringt Stunden damit nach Lösungen zu suchen, die es oftmals nicht gibt. Ok, Bugreport aufmachen. Wenn mal ein Ubuntu-Entwickler antwortet, dann fragt er nach ob es mit dem aktuellen Release gefixt ist. Ist es natürlich nicht. Im Forum fragen. In solchen Fällen weiss da auch niemand mehr weiter.

    Ich bin immer ein Linux-Verfechter gewesen und lasse es auf allen Heimrechnern daheim laufen. Ich setze mich auch gerne Stunden hin und versuche etwas zu fixen, aber beim gemeinen User hört spätestens mit mobilen Geräten, die er mal schnell unterwegs benutzen will, der Spaß auf. So ein Gerät muss einfach funktionieren.

    Dass das alles nicht einfach ist und ewig viele Facetten hat (viele Entwickler arbeiten in ihrer Freizeit etc… Unternehmen horrende Summen an MS und umgekehrt zahlen, damit Windows problemlos läuft) ist mir durchaus klar. Wenn Herr Shuttleworth aber weiter auf den Mobilgerätemarkt will, muss er sich diesbezüglich was überlegen anstatt ständig neue Oberflächen zu designen.

    Falls das jemand anders sieht, lasse ich mich im übrigen gerne belehren.

    • Ja, Treiber waren (und sind teilweise leider noch) große Argumente die gegen den Einsatz von Linux sprechen. Das wird sich vermutlich nicht ändern, solange Linux nicht an Relevanz im Heim-PC-Markt gewinnt.

      • Jain. Nicht am Heim-PC-Markt muss Linux an Relevanz gewinnen, sondern am Unternehmens-PC-Markt! Da steckt das Geld und da werden die Strippen gezogen, sprich die Lizenzen gekauft. Ich weiß das, ich bin IT-Einkäufer.😉

        Momentan steigen hauptsächlich – wenn überhaupt – öffentliche Auftraggeber, also Kommunen und Behörden auf Linux um. Wenn hier mal ein großer Konzern die „Eier“ hätte und andere folgen würden, sähe es anders aus. Stell Dir mal vor IBM würde alle Rechner auf Linux umstellen! Das wäre ein Hammer in der Szene…

  7. Ich glaube, dass das größte Problem einfach die Talblet-Computer sind. Sei es jetzt das iPad oder das Playbook von RIM etc. – der Markt hast sich einfach an eine Benutzeroberfläche gewöhnt, die auf Applikationen basiert. Mobile Computer dann genau nach dem selben Schema laufen zu lassen, macht also durchaus Sinn.

    Es ist ja nicht so, dass die Nutzer mit Windows zufrieden wären. Sie kennen nur die Alternativen nicht gut genug und trauen sich nicht zu umzusteigen. Die Tablets erleichtern diese Umstellung erheblich und werden darum auch so gut angenommen.

    Meiner Meinung nach sind es die Alternativen, die das Netbook in eine in eine Nische drängen.

    • Argh. Es sollen natürlich die „Tablet-Computer“ sein. 😉

  8. Ich habe mir auch ein Netbook mit vorinstalliertem Windows gekauft, weil da die Hardware besser war als bei den Linux-Geräten.
    Und ich stimme absolut zu, wenn behauptet wird, dass die Leute eben ihre gewohnte Umgebung haben wollen. War bei mir genau so.
    Deshalb habe ich das XP auch kein einziges Mal gestartet, sondern sofort die Festplatte komplett formatiert und Debian installiert.
    Windows kommt mir nicht ins Haus, und zwar nirgendwo.

    Tablets kommen für mich übrigens nicht infrage, ein Computer ohne Tastatur ist für mich unbenutzbar. Von der Schmiererei auf dem Bildschirm halte ich gar nichts. Und zum telefonieren reicht mir mein Handy von 2004. Eine Ortungswanze ala Eiertopf brauche ich nicht.

    • Gute Wahl. In diesem Fall wäre es noch interessant gewesen, ob man die Windows-Steuer wieder zurück erhält, da man die Lizenz ja nicht nutzen will.

      • Ich wollte die Lizenz eigentlich bei ebay verhökern, habe aber diesen sch..ß Aufkleber nicht heil abbekommen. Also habe die einzelnen Fetzen mitsamt der CD in den Müll geschmissen.😀

      • Den mit dem Aktivierungscode? Ja, das ist nicht so gut. Ich glaube aber, dass die Dinger so designt sind, dass sie beim Versuch sie zu entfernen zerreißen.

  9. Finde es schön das Apple mit dem kleinen 11″ Gerät etwas herausgebracht hat, welches den Gedanken der Netbooks konsequent fortführt. Das wichtigste bei den kleinen Dingern ist immer noch Accu und Bildschrim. Da gibt es kaum bis keine Weiterentwicklung, dann kam das iPad und alle springen auf diesen Zug auf.
    Ansonsten ist der Hype um die kleinen Teile vorbei.

  10. Vielleicht ist ja auch ein nicht unerheblicher Grund für den Umsatzrückgang, dass der Markt gesättigt ist. Die DInger gehen ja nicht so schnell kaputt, mein NC10 läuft seit Kauf im Dauerbetrieb (alltag mein ich, nicht server😉 Wer eins will, der hat es.
    Tatsächlich bleiben neue Innovationen aus. Der große Sprung für die Netbooks war, soweit ich das einschätze, die Atom-CPU. So wirklich weiter eintwickelt hat man die halt nicht. Also gibts heute auch keine Netbooks mit deutlich mehr Leistung bei gleicher Laufzeit als gestern, also auch keine größeren Bildschirmauflösungen etc. SSDs sind für den Markt zu teuer im Netbook und damit sind die Innovationsmöglichkeiten auch schon ausgeschöpft. Meine Argumentation würde dazu passen, dass ARM-Hardware gerade extrem auf dem Vormarsch ist. Leistung pro Laufzeit und Kosten quasi.

  11. Habe auch mal ein Netbook (Aspire One) gekauft, da war Linpus Linux drauf. Das war schlicht nicht verwendbar. Wenn dann solche Sachen unter Linux verkauft werden ist das schon ein Problem.

  12. Ich sehe hier auch viele Faktoren die teilweise schon genannt wurden:
    1. Der Markt ist gesättigt. Wer eins hat kauft kein 2.
    2. Die neuen Tabs/pads und Smartphones ueberschneiden sich mit den Zielgruppen und Zielaufgaben.
    3. Die Linuxe auf den Kisten waren einfach schlecht. Da half nichtmal die stärkste Linux-brille.
    4. Microsoft kämpft harten und schon einige Male mit unfairen Bandagen. Freiwillig räumen die nicht ihren Platz an der Sonne.
    5. Die Chipherstellern und Hardwareproduzenten wollen mit den Netbooks keine Konkurrenten zu ihren teuren ulv-cpus und Subnotebooks und beschränken die Leistung und schliessen größere und Bessere Displays z.b. aus.

    Also mich überrascht die Situation nicht.

    • Gut zusammengefasst.

  13. Ich gebe Linux kaum noch eine wirkliche Zukunft trotz Ubuntu ect., es wird ein Nischen System bleiben.
    Android oder WebOS werden in Zukunft die Alternativen Betriebssysteme werden.
    Wenn man sich den Aufstieg von Googles Android anschaut , weiß man was bei Linux falsch läuft.

    • Da sowohl WebOS als auch Android Linux-basiert sind, nehme ich an du meinst, dass der „Markenname“ Linux keine große Chance hat sich stark zu verbreiten?

      Ja, am Desktop hat es Schwierigkeiten sich zu etablieren, im Server- und Supercomputer-Sektor würde ich aber nicht von Nischensystem sprechen. Dort ist Linux eine feste Größe. Bei Letzterem sogar eine Art Standard.

      • Es ist am Desktop nicht mehr oder weniger ein Nischensystem als MacOS X. Inzwischen liegt im weltweiten Durchschnitt Linux sogar ein bisschen vorne, im Business- und Behördenbereich weit. Und das sind die Partner, die auch für Support etc. zahlen! (Siehe Microsoft-Jahresstrategie 2010, 15 % Linux sind deren offizielle Zahlen!)

        Damit sind wir beim Thema: Microsoft tut alles, um im Geschäft zu bleiben. Anders ist es nicht zu erklären, dass Behörden in Österreich, trotz offiziellem „Erfolg“ von Linux, plötzlich wieder Windows-Lizenzen kaufen. Angeblicher Grund: Die Anwender kommen mit Linux nicht zurecht. Als Beispiel der nächste Grund, ein sehr perverser: Eine bestimmte Webanwendung für Kindergartenkinder läuft nur im IE 6!!!

        Bei solchen Gründen fragt man sich schon, was da im Hintergrund passiert. Ich kann’s mir denken, will’s aber lieber nicht aussprechen. Man kann aber davon ausgehen, dass für einen aufgeflogenen „Lobbyingfall“ im Hintergrund mindestens 10 schlummern.

        Tatsache ist, dass Xandros ein Schuss ins Knie war, und vielleicht sogar ein absichtlicher. Dass es dem Anwender eigentlich egal ist, welches Betriebssystem er verwendet, solange es funktioniert, sieht man an den Smartphones und Tablets. Ich kenne beinahe ausschließlich iPhone-Fans, die sonst nur Windows nützen, aber kein einziger hat Mac OS X. (Einer nützt privat Ubuntu.)

        Ach ja: Wenn ich mir ein neues Net-/Notebook kaufe, will ich auch mein gewohntes Betriebssystem, das einfach funktioniert. Einmal dürft ihr raten, welches…

      • Ja, da ich selbst in Österreich lebe habe ich den Aufstand über den € 8 Mio.-Lizenzkauf für über 700 Kindergarten-PCs mitbekommen. Da ging es aber nicht um den IE6, sondern allgemein darum, dass das Ding den IE gebraucht hat. Die Firma hat auf Nachfrage sogar selbt gemeint, wenn die Nachfrage groß genug wäre, würden sie eine Version für den Firefox entwickeln.

        Zu der kranken Argumentation kommt dann noch dazu, dass die 700 Lizenzen für das bis dahin bereits als Flop erkennbare Vista gekauft wurden.

  14. Es ist völliger „Blödsinn“ allein Microsoft die Schuld dafür zu geben , die gesamte Hard- und Software Brange möchte dieses einheitliches Betriebssystem mindestens Genauso.
    Das dies gerade „Windows“ wurde ist eher ein geschichtlicher „Zufall“ , es hätte durchaus auch ein anderes OS werden können. Linux kam aber zu Spät dafür.
    Software Firmen und Gerätehersteller müssten bei einem geteilten OS Markt ihre Programme / Treiber für mehrere Systeme Programmieren um den Markt Abdecken zu können, was sehr Zeit und auch Kostenintensiv wäre.
    Bei einem zb. dreigeteilten Betriebssystem Markt hätte vermutlich diese Brangen keinen so großen Aufschwung in den letzten 15 Jahren erlebt wie unter einem OS was 90% des Marktes Abdeckt.

    Das Linux obwohl es Kostenlos ist von vielen Anwendern „Verschmäht“ wird hat auch viele eigenen Gründe, es ist immer noch in seiner Grundstruktur weniger Konsumenten freundlich.
    Die einheitliche Bibliotheken Verwaltung macht das System zwar Schlanker aber auch viel Wartungsintensiver , so das Linux ca. jedes Jahr ein neues Relais benötigt wird auch um Fremdprogramme Aktuell halten zu können.
    „Rolling Relais“ sind zwar im Prinzip Nutzer freundlicher aber auch Instabiler und schwerer Bedienbar.
    Zudem fehlt ein einheitlicher Software Installer und wohl auch der Kampf der Desktop Oberflächen oder unzähligen Distributionen schaden eher dem Image.

    Auf Linux basierende WebOS als auch Android haben diese Nachteile nicht,
    durch eine einheitliche GUI , einheitliches System und Software Installation , werden diese Betriebssysteme auch für für Hardware Hersteller und Kommerzielle Software zunehmend Interessanter als Linux. So das für Android binnend kurzer Zeit mehr Applikationen dafür Programmiert wurden als für andere LinuxOS.
    Ob sie auch beim Desktop Microsoft Marktanteile Abnehmen können bleibt Abzuwarten zumindest HP mit WebOS hat dieses aber vor.
    Da aber der Desktop Markt im Abnehmen begriffen ist und lt . Analysen zukünftig zukünftig eine Weniger große Rolle spielt rücken diese OS zunehmend in den Vordergrund zu einem Ubuntu oder Suse.

    MacOS ist ein Sonderfalle da dieses Betriebssystem an eigener Apple Hardware gebunden ist und Taugt daher nicht zum Vergleich , wäre es Frei Verkäuflich und im Wettbewerb mit Windows sehe die Sache eventuell Anders aus?

  15. Jetzt mal kurz von den Netbooks weg. Ich mag die Dinger wirklich.

    Aber da die Sprache hier vor allem auf Linux oder nicht-Linux kam…: Ich bin vor 6 Jahren auf Linux umgestiegen. Privat zwar nur, weil ich mir das BS im Büro nicht aussuchen kann, aber dafür komplett. Meine Kids haben nur Ubuntu auf dem Rechner und ich „frickel“ auch seit Jahren wirklich gerne damit rum. Positiv gemeint natürlich.

    Aber so langsam kommt bei mir eine Phase, in der ich merke, dass ich eigentlich keine Lust mehr aufs „frickeln“ habe. Hab schon alles gemacht. Klar, Linux läuft bei mir auf den Rechnern eigentlich out-of-the-box. Hab auf kompatible Hardware geachtet und ältere Rechner laufen eh gut. Das ist es nicht.

    Vielmehr sehe ich, dass die MACs kommen. Apple macht das schon sehr geschickt. Nur die eigene Hardware mit dem OS verkaufen. Und Hardware gibt es von Apple mehr, als man zunächst denkt! Ein Freund von mir hat Apple für sich entdeckt. Also muss ein MacBook Air, Apple TV, MacMini, AirExpress und klar iPhone und das ganze Zeug her. Jetzt kommts halt: Das funktioniert ohne Probleme. Streaming, Sharing, Resourcen und Datenquellen auf unterschiedlichen Geräten nutzen. Das hat schon was und natürlich seinen Preis.

    Fazit:
    Wenn ich die Kohle hätte gäb’s ab jetzt Apple. Ganz ehrlich. Aber da die Kohle nicht da ist bzw. für andere Sachen drauf geht, bleib ich bei Linux und bin trotzdem glücklich.🙂

    • Natürlich. Hier kommt man zur „ultimativen“ Entscheidung ob man es lieber etwas bequemer hat mit einem System das „einfach funktioniert“ oder ob man jeden noch so kleinen Prozess selbst steuern können will.

      Ich hatte auch mal eine Phase wo mir der Mac zwar zu teuer war (damals ging es darum, dass ich mir für das Studium einen Laptop zulegen wollte) ich ihn aber trotzdem angehimmelt habe. Inzwischen bin ich davon weg, weil es mir wichtiger ist auf meinem System das Sagen zu haben. Und da Apple was Vorschriften an den Nutzer angeht (siehe iTunes, iPod, AppStore, …) teilweise noch schlimmer ist als Microsoft kann ich aus Prinzip nichts von ihnen kaufen. Ich gebe zu, das ist eine etwas radikale Einstellung. Es ist mir aber wert, wenn ich dafür etwas über meinen Computer lerne. Und das passiert zwar langsam aber stetig.

      Ich denke, dass jede Entscheidung legitim ist und man diese für sich selbst treffen muss.

  16. Der gemeine Nutzer entfernt spätestens dann das Linux, wenn er für seinem vorhandenen Drucker keine Unterstützung hat bzw. kompilieren muß.
    Der Normaluser schaut auch vom Kauf nicht in die Hardwaredatenbank sondern in die aktuellen Sonderangebote von Aldi.
    Ich selber bin Ubuntufan und hab meine ganze Familie damit „ausgerüstet“ aber für ein Normalo ist Linux oftmals zu frickelig und kann dessen Vorteile gegenüber Win nicht ausnutzen.
    Für Linux sehe ich gute Chancen bei Tablets und anderen Systemen, die mit einer vordefinierten Hard / Softwarekonfiguration daherkommen, aber weniger bei Computern, auf welchen der einfache Nutzer was installieren muß.

    • Zumindest solange die Hardwarehersteller nicht bereit sind bei Linux denselben Programmieraufwand (im Sinne von aktuellen Treibern) zu leisten. Dass sie das großteils nicht sind ist durch die Menge an potentieller Kundschaft zur Zeit durchaus verständlich.

  17. Bei meinem ersten Kontakt mit dem ersten Asus Netbook störte mich das GUI gewaltig. Die riesigen Programmstartersymbole waren offenbar für extreme Grobmotoriker gedacht, es gab keinen Desktop, die Programmversionen waren hemmungslos veraltet und die Power, die Linux-Systeme mitbringen, war sorgfältig versteckt. Mit einem Trick gelang es, in die KDE-Umgebung zu wechselnt. Da gab es dann einiges von dem, was mir gefehlt hat, doch sehr schnell war das System so weit aufgebohrt, dass es an den Rändern ausfranste. Richtig Spaß machte der eeePC aber erst mit einem (etwas umständlich installierten) Ubuntu 8.04. Das funktionierte zwar nicht out of the box, aber die Foren waren voll mit hilfreichen Anleitungen.
    Es war ein Fehler mit dem Formfaktor eines Mini-Laptops mit der GUI eines Billighandys an den Start zu gehen. Ich bin der festen Überzeugung, dass Ubuntu-Netbooks mit SSD und hellen Displays und großen Akkus den Markt gerockt hätten. Stattdessen sind die Hersteller zu Microsoft gegangen. Wahrscheinlich sind ihre Manager selbst skeptisch gegenüber Linux auf dem Desktop.

    • Und produzieren dann halbbackene Linux-Produkte. Hört sich plausibel an.


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.
Entries und Kommentare feeds.

%d Bloggern gefällt das: