Microsoft: Schwanzlängenvergleich mit Firefox und Chrome

Oktober 12, 2011 um 1:52 pm | Veröffentlicht in GNU/Linux, Internet, Microsoft, Multimedia | 4 Kommentare

Über einen Heise-Artikel kam ich auf die (Werbe-)Website yourbrowsermatters.org (man lasse sich das *.org für eine Werbewebsite von Microsoft auf der Zunge zergehen). Dort soll der Sicherheitsindex für den eigenen Browser angezeigt werden. Dass es sich dabei nur um eine (ich wiederhole mich) Werbewebsite handelt beweist Microsoft damit, dass nur die beiden größten Konkurrenten Firefox (2 Punkte von möglichen 4 in der Version 7.0) und Chrome (2.5 Punkte von möglichen 4) mit dem aktuellen Internet Explorer verglichen werden. Bei einem Versuch mit rekonq oder Chromium(!) wurde nur der Text "WE CAN’T GIVE YOU A SCORE FOR YOUR BROWSER." angezeigt. Einen Vergleich für Webkit-Browser allgemein gibt es also nicht.

In verschiedenen Videos (Flash gebraucht … war da nicht mal von HTML5 die Rede?) und Artikeln wird dem Nutzer eingeredet wie man es mit der Browsersicherheit "richtig macht". Schließlich folgen Links welche einen dazu animieren sollen den Internet Explorer 9 (ob der auf Wine läuft?) herunterzuladen und zu installieren. Angesichts der Zwangs"sicherheits"updates der letzten Versionen des IE wundere ich mich, dass das überhaupt notwendig ist. Auch findet man seinen Weg um seine Windows-Installation (oh, verdammt, ich hab ja keine) zu aktualisieren, bzw. gibt es einen Verweis zum MS Security Center wo man verschiedene SIcherheitssoftware bekommen soll.

Die ganze Website ist (aus Werbegründen) bereits dem Design von Windows 8 angepasst. Die (meiner Meinung nach hässlichen) Kacheln findet man überall. In einer davon findet man diesen interessanten Text: "Make sure you are opening secured connections to the pages; you do this by typing in "HTTPS" at the beginning of a URL." Kann man etwa seit Neuestem die URL von Links welche man anklickt von Hand bearbeiten bevor die Seite geladen wird? Sinnvoller wäre es vermutlich, wenn der Browser sich beim Betreten einer neuen Domain zuerst danach umsieht ob eine https-Verbindung möglich ist und diese automatisch bevorzugt benutzt.

Besuch auf Microsoft.com

Schelm der ich bin habe ich natürlich den Link für das Update der Windows-Installation angeklickt. Blöderweise funktioniert zumindest das Windows-Update nur mit einem IE. Naja, dann halt das nächste Mal (…). Aber wenn man schon mal da ist, kann man auch schauen ob microsoft.com auch sinnvolle Informationen beinhält. Dazu tippte ich einfach "linux" in das Suchfeld ein und siehe: Bing hat das Stichwort nicht automatisch vollzensiert. Der erstgereihte Eintrag war mit dem Titel "Entfernen von Linux und Installieren von Windows XP" benannt. Gut, die letzte Version dieses Artikels stammt vom 12.06.2006. Deswegen kein peinlicher Versuch Brachialwerbung für Vista zu machen.

Sehr interessant finde ich die Zusammenfassung die wie folgt beschrieben wird:

In diesem Artikel wird beschrieben, wie Sie das Betriebssystem Linux von Ihrem Computer entfernen und Microsoft Windows XP installieren können. Hierbei wird davon ausgegangen, dass Linux bereits auf der Festplatte installiert ist, dass Linux-eigene Partitionen und Linux-Auslagerungspartitionen verwendet werden (die mit Windows XP inkompatibel sind) und dass kein freier Speicherplatz mehr auf der Festplatte verfügbar ist.

Linux-Swap ist mit Windows XP inkompatibel? Interessant. Nach meiner Kenntnis sind Swap Partitionen unter UNIX älter als Microsoft selbst … (leider habe ich hierfür keinen Link gefunden. Älter als XP sind sie jedoch allemal).

Als ein schönes Eingeständnis der eigenen Unfähigkeit ein Dual-Boot-System mit einem nicht-MS-System erzeugen zu können werte ich folgenden Hinweis:

Hinweis: Windows XP und Linux können gleichzeitig gemeinsam auf demselben Computer installiert sein. Weitere Informationen finden Sie in Ihrer Linux-Dokumentation.

Die Formatierung der Platte (ja, alles wird plattgemacht) soll dann über die vorzuhaltende Linux-Bootdiskette mit dem darauf befindlichen Programm fdisk erledigt werden. (Ach, wie oft habe ich mit einer LiveCD die Platte für eine Windowsinstallation vorbereitet …) Die Anleitung besteht dann im Großen und Ganzen aus einer Beschreibung des Tools fdisk und der Bemerkung, dass man jetzt die WinXP-Install-CD einlegen soll.

Schon irgendwie traurig, wie der weltgrößte Hersteller von Software (auch heute noch) auf ein (von ihm verteufeltes) Konkurrenzprodukt angewiesen ist um einfache Arbeiten ohne Klicki-bunti ausführen zu können. Dieser Artikel sollte an sich kein MS-bashing (außer den kontinuierlichen Hinweis, dass es sich um eine Werbewebsite handelt) beinhalten. Die Website ist aber eine zu gute Vorlage …

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4 Kommentare »

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  1. die Seite ist echt ein Wahnsinn…. darf sich eigentlich jeder ungestraft eine .org domain holen und dort kommerzielle Werbung machen oder kann man das anfechten ?

    • Ich fürchte, wofür etwas „gedacht“ ist steht nicht im rechtlichen Widerspruch dazu wofür es genutzt wird. Ich könnte mir ja auch eine *.xxx Domain mieten und die Website eines Kindergartens darunter veröffentlichen.

  2. So eine schlechte Webseite hab ich lange nicht gesehen.
    Errors found while checking this document as HTML5!
    Result: 108 Errors, 2 warning(s)
    Von der Ansicht auf meinem 10″ Display ganz zu schweigen.

    • Tja, so wie Windows 8 selbst. Ich habe die Beta getestet, die geht genauso besch*** aus. Nur dort braucht sich MS nicht an Standards halten.


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