Here comes Debian – Ein Umstieg

Februar 11, 2014 um 12:30 nachmittags | Veröffentlicht in Debian, Free Software/Open Source, GNU/Linux, KDE, Ubuntuusers | 19 Kommentare

Zu Beginn meiner Linux-Karriere habe ich Kanotix und Knoppix verwendet. Nach der Einstellung von Kanotix habe ich auf Kubuntu 7.04 (Feisty Fawn) gewechselt. Bis auf die Drucker-Misere in Gutsy Gibbon (7.10) war ich an sich mit Kubuntu immer recht zufrieden. Bis auf einzelne Nachwehen nach einer Neuinstallation (Upgrade hat so gut wie nie reibungslos funktioniert und hat meistens unschöne Nebenwirkungen mitgebracht) gab es nicht auszusetzen. Bis auf Canonicals scheinbares Ziel ein eigenes Ubuntu-Ökosystem zu schaffen, welches von dem von Linux unabhängig ist gibt es also keinen Grund zu wechseln. Dass Ubuntu auf Debian Sid basiert ist in meinem Fall auch kein Argument, da ich auch bei Debian das Unstable-Repository einbinden würde um etwas neuere Software zu erhalten. Warum also auf Debian umsteigen?

Ein technisches Argument gibt es hier nicht. Sowohl privat als auch im Auftrag meiner Arbeitsstelle möchte ich jeweils einen Server aufbauen. Zu Hause soll er verschiedene Aufgaben übernehmen. Unter anderem soll er als Testmaschine für Webentwicklung herhalten. Daneben sollen ein Web-, File-, Datenbank- und Mail-Server und der Blog darauf laufen. Realisiert soll das Stück für Stück werden um zu testen, welche Lasten der Server aushält. In der Arbeit soll nur eine Datenbank mit zugehörigem webbasierten Frontend laufen. Außerdem soll es möglich sein Backups der Arbeitsmaschinen zu machen. Der Mail-Server fällt also weg.

Für den Betrieb eines Servers sind Debian, CentOS und SuSE beliebte Distributionen. Ich fühle mich in der Debian-Welt sehr wohl und möchte daher die Server mit diesem System laufen lassen. Zuvor hatte ich keine Erfahrung mit dem “echten” Debian. Eben nur mit Distributionen, die zumeist auf Debian Sid basieren. Diese Erfahrung möchte ich mir jetzt holen. Meinen Heim-Server habe ich bereits mit Debian 7.3 bespielt um eine Server-Installation zu testen und dem Gerät einen Testlauf zu gönnen. Der Arbeits-Server ist bereits zusammengebaut und wartet an sich nur mehr auf die Installation.

Das Wintersemester ist vorbei. Also hielt ich es für höchste Zeit mein Arbeitsgerät frisch aufzusetzen und Debian eine Chance zu geben. Es gab mehrere Probleme, die mal mehr mal weniger mit Debian zu tun hatten. Keines davon hat mich bis jetzt aber aufgehalten oder abgeschreckt. Beginnen wir doch am Anfang …

Die Installation

Die Installation von Debian ist recht einfach … wenn man mal bis dahin kommt. Das erste Problem gab es, weil ein Teil meiner Hardware bereits Alterserscheinungen zeigt. So wollte mein DVD-RW-Laufwerk nicht von der Installations-DVD booten … Egal welche Boot-Reihenfolge ich in meinem BIOS einstellte, die DVD wurde ignoriert. Dabei hatte ich Kubuntu 13.04 auch noch von DVD installiert. Auch eine Installations-CD hat nicht funktioniert. Ok, dachte ich mir, es gibt ja die Möglichkeit das ISO-Image auf einen USB-Stick zu spielen und das System darüber zu installieren.

Gesagt getan: gparted auf den Stick losgelassen und die 4GB mit FAT32 formatiert. Die Labels lba und boot zugewiesen und fertig. Den USB-Startmedienhersteller aufgerufen, das Image und den Datenträger ausgewählt und “Los” gedrückt. 97% … 98% … 99% … FEHLER! Das Programm hat sich am Versionierungsstring verschluckt: GNU/Linux. Am Schrägstrich … Wenn ich in diesem Leben also noch ein Debian installieren wollte, dann war mir klar: ich muss das ISO entpacken, den Schrägstrich elimieren, das ISO wieder packen … und hoffentlich funktioniert dann alles. Zum ISO entpacken verwendete ich das Programm uck-remaster-unpack-iso, welches sich im Paket uck (Ubuntu Customization Kit) befindet. Dieses erstellt einen Ordner unter $HOME/temp, in welchen es die Dateien aus dem ISO schreibt.

Im versteckten Verzeichnis .disk findet man eine Datei mit dem Namen info. In dieser Datei befindet sich der Versionierungsstring. Hier habe ich den Schrägstrich gelöscht. Danach wird mit uck-remaster-pack-iso ein neues ISO geschnürt. Dieses liegt dann im Verzeichnis $HOME/temp/remaster-new-files. Nach dieser kleinen Änderung lies sich das Image erfolgreich auf den USB-Stick schreiben. Einen kurzen Neustart später akzeptierte mein Gerät den Stick als Boot-Medium und es konnte losgehen.

Die Installation – Jetzt wirklich

Das Debian-Installationsmenü bootet. Hier hat man die Auswahl zwischen einer normalen Installation, einer Experten-Installation (mehr Konfigurationsmöglichkeiten während der Installation) und beidem als graphische Version, die aber keinen nennenswerten Vorteil (Mausunterstützung) bei der Installation bietet. Nach ein paar Grundeinstellungen und der Einteilung der Festplatten wird das Grundsystem installiert. Danach bekommt man die Möglichkeit mehrere vordefinierte Gesamtpakete zu installieren. Hier kann man auswählen ob man eine graphische Oberfläche wünscht (und welche), ob man einen Print-, Mail-, SSH-, Web-, Datenbank- und/oder File-Server installieren möchte. Als Datenbank wird PostgreSQL verwendet, welches in Debian Wheezy in der Version 9.1 vorliegt. Der Web-Server ist Apache2.2.

Nach längerem Herunterladen der neuen Pakete und der Installation derselben ist das System benutzbar. Ich installierte mir einen KDE, einen SSH-, Web- und Datenbank-Server um lokal entwickeln zu können. Nach dem ersten Start des neuen Systems werden erstmal die unvermeidlichen Updates eingespielt. Danach habe ich einen Haufen Standardsoftware installiert (g++, gparted, firefox (iceweasel), thunderbird (icedove)). Um auszuprobieren, wie es sich damit arbeitet habe ich auch das Unstable-Repository aktiviert und alle Pakte aktualisiert. Das ging überaschend schmerzlos von statten, wobei der Einsatz von Debian Sid immer auf eigene Gefahr passiert.

Zuletzt wollte ich noch meinen WLAN-Chip zum Laufen bekommen. Mit dem Befehl
# lshw -C network
erhält man eine Übersicht über die verfügbare Netzwerk-Hardware. Ich haben einen Broadcom Chip (BCM4313), welcher vom Treiber brcmsmac unterstützt wird. Da der unter Ubuntu praktische jockey zum Installieren von proprietären Treibern unter Debian nicht zur Verfügung steht müssen die fraglichen Pakete manuell installiert werden. Dazu muss man das non-free Repository Debians aktivieren. Nach einem Update der Paketquellen konnte ich das Paket firmware-brcm80211 installieren. Danach noch den Treiber per modprobe laden und schon funkt der Chip nach Leibeskräften:
# modprobe -r brcmsmac
# modprobe brcmsmac

Für diesen Chip wie für viele weitere findet man Anleitungen im Debian Wiki.

Fazit

Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit Debian. Es benötigt etwas mehr Arbeit am Anfang, sobald es aber läuft ist es genauso pflegeleicht wie Ubuntu. Kleinere Macken muss ich noch angehen. So wird ein Tippen auf das Touchpad ignoriert. Da es recht unbequem ist immer die Maus-Tasten drücken zu müssen werde ich mir das noch ansehen. Audio und Video funktionieren out-of-the-box (wobei VLC etwas Überredung brauchte um Videos abzuspielen; der Dragon Player (Standard KDE Video Player) funktionierte aber von Anfang an). Dass Amarok seine Lautstärke ändert, wenn ich über die Medientasten die Systemlautstärke ändere ist nervig. Das muss ich Amarok noch abgewöhnen.

Debian kam mir früher immer wie ein System vor, welches nur Experten einsetzen sollten und wenn ich genug Erfahrung gesammelt habe würde ich es auch irgendwann mal einsetzen … irgendwann. Im Grunde ist in der Verwendung aber kein Unterschied zu einem Ubuntu/Fedora/SuSE/Gentoo/Arch feststellbar. Natürlich passieren hier viele unterschiedliche Dinge unter der Haube. Sobald das System aber läuft, verschwindet dieser Unterschied fast zur Gänze.

Eine Gute Alternative zu Ubuntu ist natürlich noch Linux Mint. Leuten, die aus welchem Grund auch immer von Ubuntu weg wollen, kann ich aber auch Debian bestens empfehlen. Es gibt viele Anleitungen und Problemlösungen für Debian im Netz. Außerdem funktioniert auch ein Großteil der Anleitungen im guten alten Ubuntuusers Wiki mit Debian.

Wenn du dich mit dem Gedanken spielst ein Debian aufzusetzen, dann lies dir am Besten den einleitenden Artikel auf dem Debian Wiki durch: Debian für Einsteiger. (Vielen Dank an Marcus Moeller für den Link.)

[UPDATE]

Eine kleine Konfiguration mit dem Programm synaptiks später reagiert das Touchpad auch auf Tippen. Die entsprechenden Eingaben waren einfach deaktiviert.

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Tanglu – Immer ein aktuelles Debian

März 15, 2013 um 2:53 nachmittags | Veröffentlicht in Debian, Free Software/Open Source, KDE, Ubuntuusers | 12 Kommentare

Debian ist bekannt als superstabil, superhart … und superalt. Es wird viel Mühe in die Härtung eines Paketes gesteckt und in das Finden von Bugs. Da Debian erst dann ein Release bringt, wenn ein gewisser Mindeststandard erreicht ist, ist auch immer offen wann die nächste Version erscheint. Normalerweise wird 18 Monate nach einem Release der aktuelle Stand in Testing eingefroren. Das bedeutet, dass unabhängig vom Stand im Rest der Welt keine neuen Programmversionen mehr einfließen. Dann beginnt die Phase in der Maintainer ihre Pakete soweit verbessern, dass ein Release erfolgen kann. Oftmals dauert dies ein halbes Jahr und länger. (It’s ready, when it’s ready.)

Besonders bei Software wie Firefox (neues Release alle 6 Wochen) ist dies natürlich problematisch, weswegen die Debian-Entwickler … eigene Patches … Iceweasel. Firefox ist jedoch bei weitem nicht die einzige Software, die bei einem Debian-Release bereits veraltet ist. Auch KDE hat z.B. einen 6-Monats-Rythmus. Die Chance, dass KDE bereits um eins höher gezählt hat, wenn Debian Stable aktualisiert wird, ist sehr hoch.

Diese Lücke will Tanglu nun schließen. Bis jetzt findet man dort nur eine Ankündigung, welche die Pläne für Tanglu erläutert. Die Wichtigsten davon sind:

  • Tanglu will eine Lücke von Debian schließen. In der Zeit eines Debian Freezes sollen neue Programm-Versionen bei Tanglu weiterentwickelt werden. Dazu lädt Tanglu alle Paket-Maintainer in das Projekt ein, will jedoch niemanden zwingen. Bei Herausgabe von Debian Stable sollen die aktuellen Tanglu-Pakete wieder nach Debian zurückfließen.
  • Ein fester Release-Rythmus von 6 Monaten.
  • Die Installation proprietärer Firmware (Treiber) will Tanglu so einfach wie möglich machen, diese soll jedoch nicht in der Standardinstallation enthalten sein. Stallmans Ungnade ist ihnen trotzdem sicher.
  • Pakete sollen möglichst nah an Debian und damit möglichst nahe an Upstream (die ursprünglichen Entwickler) bleiben. Im Gegensatz zu z.B. Ubuntu will man keine eigenen Patches schreiben, wenn nicht notwendig.
  • Vollständige Kompatibilität zu Debian ist Muss. Eigenkreationen wie Mir (konkretes Beispiel) sollen nicht passieren. Eine Art Software-Center soll es aber geben.
  • Als grafische Oberfläche will man sich zu Anfang auf KDE focussieren. GNOME Vanilla und andere Desktops sollen jedoch, wenn es eine Community dafür gibt, ebenfalls verfügbar werden,

Laut eigener Aussage besteht das Team hinter Tanglu aus nicht sehr vielen Leuten. Dass man eine eigene Distribution stemmen kann ist man sich hier aber scheinbar sicher. Ein konkretes Datum für die erste Ausgabe ist noch nicht genannt worden. Bei einem 6-Monats-Rythmus bis zum Release plus Anfangsarbeiten ist jeoch vor Oktober eher nicht damit zu rechnen.

Ich habe mir schon länger überlegt auf eine Debian-basierte Distribution, welche nicht Ubuntu ist, umzusteigen, vielleicht sogar Debian selbst. Davon hat mich bis jetzt die teilweise stark veraltete Softwareauswahl von Debian Stable abgehalten. Tanglu ist für mich diesbezüglich eine interessante Alternative. Vielleicht wird mein Laptop ja nicht auf Kubuntu 13.10 aktualisiert.

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Spark nun vorbestellbar

Februar 16, 2012 um 1:11 nachmittags | Veröffentlicht in Computer, Free Software/Open Source, GNU/Linux, KDE, Multimedia, Ubuntuusers | 4 Kommentare

Das Spark-Tablet, ein mit Mer laufendes 7 Zoll-Gerät, ist nun zur Vormerkung freigegeben. Interessierte können sich unter makeplaylive.com registrieren.

Mer ist ein Fork der für Mobilgeräte geschaffenen Linux-Distribution MeeGo. Als graphische Oberfläche wird das Spark KDE Plasma Active mitbringen. Nach dem von Aaron Seigo kürzlich veröffentlichten Promo-Video wird der Fokus auf den KDE Aktivitäten liegen. Der Umfang kann per Apps erweitert werden, welche sowohl kostenlos als auch käuflich über den zugehörigen add-on Store erwerbbar sein werden.

In der ersten Version wird das Display 7” groß sein, eine 1 GHz ARM Cortex A9 CPU beinhalten und über 512 MB DDR2 RAM verfügen. Als Speichermedium wird eine 4 GB große Flash Disk dienen. Über den integrierten MicroSD-Slot oder die beiden (Mini-) USB-Ports kann der Speicherplatz erweitert werden. Eine Kamera und eine Reihe von Knöpfen zum Steuern runden das 1080P-fähige Touch-Gerät ab. Wie lange die 3000mAH Batterie halten soll wurde noch nicht erwähnt. Das gute Stück wiegt etwa 355 Gramm. (Informationen von makeplaylive.com.)

Der aktuelle Aufruf zum Registrieren des Interesses soll den Entwicklern einen Überblick verschaffen wie groß die Nachfrage nach dem Gerät ist. Da sich das Gerät mit € 200,- relativ zu anderen Tablets im durchschnittlichen Preisbereich befindet sind die Hauptargumente die für das Spark sprechen wohl hauptsächlich seine offene Natur (der größte Teil ist freie Software) und der (eventuell) bereits bekannte KDE Desktop. Ich möchte mir ein solches Gerät auf jeden Fall zulegen. Sobald ich mich ein wenig damit herumgespielt habe werde ich meine Erfahrungen damit beschreiben.

Hier hat Aaron Seigo viele Antworten zu Fragen veröffentlich. Er schreibt dort unter anderem, dass Europa vorerst der Fokus der Verkäufe sein wird.

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Das Ende der Netbooks – Schuld von Linux?

Juni 24, 2011 um 10:33 nachmittags | Veröffentlicht in Computer, Debian, Free Software/Open Source, GNU/Linux, KDE, Microsoft, Ubuntu, Ubuntuusers | 35 Kommentare

Über die Groklaw Newspicks ist mal wieder ein Artikel von Steven J. Vaughan-Nichols reingeflattert, in welchem er versucht der Frage nachzugehen, warum Netbooks nach der großen Erfolgsgeschichte der letzten Jahre nun wieder stark an Boden verlieren. Allerdings verkommt die Fragestellung zu: "warum Linux auf Netbooks verschwunden ist". Ich selbst verwende zwar keine Netbooks, aber in meinem Bekanntenkreis tauchen die Dinger immer wieder auf und dementsprechend habe ich ein wenig Erfahrung mit den Problemchen die sie mit sich bringen.

Hauptsächlich sind mir folgende Argumentationslinien aufgefallen:

1. Microsoft und Intel haben sich verschworen. Microsoft hat, da Vista nicht auf der schwachen Hardware lief die ein Netbook mitbrachte, XP einfach unter Preis an OEMs verkauft um es attraktiver zu machen (immerhin wollten die Endnutzer ja etwas Bekanntes haben). Die Argumentation besagt weiter, dass M$ die OEMs mit den billigeren Lizenzen dafür "bezahlt" hätte, kein Linux vorzuinstallieren. Ich habe keine Beweise dafür (und entsprechende Links bleibt auf Vaughan-Nichols schuldig), nach Microsofts geschichtlichem Umgang mit Konkurrenten würde es mich aber nicht verwundern.

2. Linux und Freie Software im Allgemeinen können Windows nicht das Wasser reichen. Die Argumentation ist im Großen und Ganzen: "Weil Windows Windows ist." Keine besonders faire Argumentation, aber leider wahr. Die Endnutzer wollen etwas Bekanntes mit dem sie arbeiten können. Ich habe selbst vor ein paar Jahren eine Diskussion mit einem Netbook-Nutzer gehabt, der das vorinstallierte Linux recht schnell von der Platte gelöscht und sich (ziemlich umständlich, aber ohne CD-Laufwerk geht das bei Windows ja nicht so leicht) ein XP drauf installiert hat, weil er die gewohnte Arbeitsfläche haben wollte. Er meinte: "Linux funktioniert für mich einfach nicht."

Mir ist aufgefallen, dass es sich beide Seiten etwas zu einfach machen. Microsoft böse Geschäftspraktiken per se zu unterstellen ist ebenfalls unfair. Es handelt sich um eine Firma, welche, wie alle anderen Firmen ebenfalls, möglichst viel Geld machen will. Dass sie dabei unfaire Methoden verwenden und links und rechts FUD verstreuen bringt auch mich jedesmal zur Weißglut, aber solange sie sich innerhalb der für sie gültigen gesetzlichen Grenzen bewegen muss man es leider akzeptieren und kann nur versuchen mit Qualität und Mundpropaganda zu konkurrieren. Auf der anderen Seite Freier Software zu unterstellen, sie sei minderwertig einfach "weil es freie Software ist" ist auch eine Behauptung ohne Boden. Angefangen vom Linux-Kernel über die grafischen Oberflächen (wie GNOME und KDE), Firefox/Thunderbird, OpenOffice.org/LibreOffice, Wine, Audacity und VLC über Blender, Inkscape und einen Haufen an kleinen Miniprogrammen, welche eine bestimmte Aufgabe erledigen (und die richtig) bietet freie Software schon seit Jahren mit Ubuntu, Fedora und anderen Einsteiger-Distributionen einen Haufen an Software die sich durchaus mit ihren bekannteren kommerziellen Pendants messen können. Die Qualität der Software selbst kann es also nicht sein. Oder?

Wer sich zur Anfangszeit der Netbooks, bevor XP und später Windows 7 den Markt für sich beansprucht haben, mal ab und zu bei Saturn und Konsorten herumgetrieben haben hat vor allem eines gefunden: Auf den meisten Netbooks, allem voran auf dem Asus EEE PC war Xandros vorinstalliert. Auf Debian basierend wurde als grafische Oberfläche ein KDE eingesetzt, der bis zur Unkenntlichkeit an das Design von XP angepasst war. Nicht nur hat es mir als Linux- und KDE-Nutzer schon damals im Magen weh getan dies zu sehen, hatten auch die meisten Leute deren Kommentar ich gehört habe ein gemeinsames Problem: Es sieht aus wie Windows, verhält sich aber nicht so. Meine Antwort: No na.

Wie in vielen Gegenüberstellungen der Vergangenheit kann auch hier nur der Schluss gezogen werden: Linux ist nicht Windows und wird sich niemals so verhalten. Blöderweise wollen die Nutzer aber eben nicht das Design sondern das Verhalten des Systems mit dem sie bisher gearbeitet haben auch in Zukunft haben. Insofern könnte die nächste Chance für Linux sein, wenn Microsoft tatsächlich seine Kachel-Oberfläche für Windows 8 bringt, mit einem gewohnteren Desktop aufzuwarten. Ich fürchte aber, dass die meiste Umsteiger sich eher für einen Mac entscheiden werden. Denn: "Der funktioniert einfach".

Zurück zum Thema: dass Linux auf dem Netbook gegen Windows verloren hat ist Geschichte. Netbooks werden heute weniger beworben. Tablet und Smartphones sind die aktuellen Melkkühe der Computer-Industrie. Allerdings ist es auch zu kurz gegriffen zu sagen: "Linux hat verloren weil XP erfolgreicher war". Die Nachrichten zu der Zeit sprachen eine ganz bestimmte Sprache: Linux-Netbooks hatten eine etwa gleich hohe Rückgabezahl (in Prozent) wie Windows-Netbooks. Und das obwohl das vorinstallierte Xandros (für mich) ein wahrer Graus in der Benutzung war. Aber es geht weiter: Die meisten Linux-Modelle wurden alternativ auch mit Windows XP ausgeliefert. Nach einer kurzen Zeit sogar mit besserer Hardware als die Linux-Pendants. Zum gleichen Preis.

Hä hö? Was? Ja. Ich kann mich noch gut an einen bekannten Online-Shop erinnern, der zwei Baugleiche Netbooks (mit Linux oder WinXP) zu jeweils € 239,- angeboten hat. Die Linux-HDD hatte 12 GB. Die Windows-HDD hatte 20 GB. Soll mir einer erklären wie sich das rechnet. Aber warum soll ich als Endnutzer so blöd sein und gleichviel Geld für weniger Leistung und ein mir unbekanntes System zahlen?

Wie genau das funktioniert hat ist wohl eine Frage, die uns niemals beantwortet wird. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine Xandros-Lizenz mehr gekostet hat als eine XP-Lizenz unter Preis. Aber ich lasse mich gerne von Beweisen überzeugen. Mich interessiert das Thema jetzt, hat jemand vielleicht interessante Links die etwas mehr Einblick in diese Geschehnisse geben können?

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KDE SC 4.5 verspätet sich

August 4, 2010 um 2:52 nachmittags | Veröffentlicht in Free Software/Open Source, GNU/Linux, KDE, Ubuntuusers, Vermischtes | 3 Kommentare

Wie Aaron Seigo in seinem Blog berichtet wird sich das offizielle Release von KDE SC 4.5 um eine Woche nach hinten verschieben. Ursprünglich war die Veröffentlichung für heute vorgesehen, das KDE Release Team hat jedoch eine eMail ausgesandt in welcher von Änderungen in letzter Minute gesprochen wird, die das KDE Team noch nicht für vollständig reif hält. Außerdem hätte für die Veröffentlichung kaum Material in Form von fertigen Paketen für verschiedene Distros oder Pressematerial zur Verfügung gestanden. In die nun in einer Woche zu erwartenden Version werden auch Patches Einzug halten, die Probleme mit KDE SC 4.5 beheben, welche es aber nicht mehr zur offiziellen Deadline geschafft haben. Das Release Team fordert alle Entwickler dazu auf wichtige Patches jetzt noch hochzuladen, damit sie in KDE SC 4.5 integriert werden können.

Ein verspäteter KDE SC 4.5? Auch wenn es sich fast als Geburtstagsgeschenk ausgegangen wäre, habe ich lieber einen stabileren als einen früheren KDE (den ich natürlich sofort ausprobieren werde sobald er dann wirklich erscheint). Um eine Grundsatzdiskussion nicht sterben zu lassen: ich denke, dass dieses Verhalten des KDE Release Teams mehr Vorteile als Nachteile mit sich bringt. Aber natürlich kann das nicht 1:1 auf eine Distribution wie Ubuntu übertragen werden. Ich frage mich jedoch ob es nicht prinzipiell möglich wäre, außerhalb eines LTS-Releases zumindest, im Notfall die Veröffentlichung etwas zu verschieben um das Problem auszumerzen wie bei Ubuntu 6.06, anstatt einen Patch hinterherzuschicken? Manchen schalen Beigeschmack hätte eine neue Installation dann nicht aufkommen lassen und dadurch wären möglicherweise mehr Leute bei Ubuntu/Linux geblieben, die von den Fehlern in Windows genug hatten. Oder wie seht ihr das?

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K3b 2.0 – Offizieller Blu-Ray Brenn-Support für Linux

Juni 29, 2010 um 5:07 vormittags | Veröffentlicht in GNU/Linux, KDE, Kubuntu, Multimedia, Programmieren, Ubuntuusers | 14 Kommentare

Mit der Version 2.0 reiht sich K3b in die kurze Liste (in der z.B. auch Brasero steht) von Brennprogrammen für Linux ein die Blu-Ray-Disks beschreiben können. Daneben haben ein paar interessante Punkte Einzug in den Changelog gehalten. Nicht nur handelt es sich bei K3b 2.0 um den KDE4-Port des beliebten Brennprogramms welcher nahezu alle Funktionen von K3b 1.0.* bieten soll, die Anwendung soll nun bei allen Projekt-Arten selbstständig erkennen welches Medium benötigt wird. Eigene Punkte für CD-, DVD- und Blu-Ray-Projekte fallen damit weg. Außerdem soll mkisofs 2.01.01a32 das Brennen (und spätere Lesen) von Dateien über 4 GB ermöglichen. Bei K3b 2.0 handelt es sich um die erste stabile Version in welche bereits ein Haufen Bug-Fixes eingegangen sind. Wer jedoch das Risiko einer frisch gebackenen Anwendung scheut sollte zumindest auf K3b 2.1 warten. K3b 2.0 wird wohl vermutlich im kommenden Maverick Meerkat enthalten sein.

K3b 2.0
Oberfläche von K3b 2.0

K3b 2.0 kompilieren

Anmerkung: Alle hier genannten Befehle müssen in einem Terminal ausgeführt werden.

Willst du dich in die Weiten der Kompilierung vorwagen so musst du dir zuerst den Quellcode herunterladen (Binary-Pakete werden vom K3b-Projekt (noch?) nicht bereitgestellt). Dieser wird per
tar -xjvf k3b-1.0.tar.bz2
entpackt. Die Installationsanleitung auf der Seite selbst ist leider etwas veraltet. Sie spricht von einer configure-Datei wo doch K3b bereits cmake verwendet.

Nun wechseln wir in das neu erstellte Verzeichnis (cd k3b-2.0.0). Hier erzeugen wir den Ordner build (mkdir build) und wechseln auch in diesen (cd build). Per cmake (falls bei dir noch nicht installiert einfach mit sudo apt-get install cmake installieren) wird das Projekt nun vorbereitet und makefiles erzeugt (cmake ..). DIe beiden Punkte hinter cmake .. sind wichtig, da die Dateien für cmake ja nicht im aktuellen Verzeichnis (build) liegen sonder eine Ebene darüber. In build soll ja nur das Programm gebaut werden.

WICHTIG: K3b 2.0 hat mehrere zwingende als auch optionale Abhängigkeiten von denen viele in der Standardinstallation von (K)ubuntu nicht enthalten sind. Da wir das Projekt ja selbst kompilieren benötigt es die Development-Pakete diverser Bibliotheken die in einer Standardinstallation nichts benötigt werden. Sollte cmake also mit einem Fehler abbrechen und nicht gefundene zwingende Abhängigkeiten anzeigen, dann versuche diese über die Paketverwaltung deiner Wahl zu installieren. K3b 2.0 braucht unter anderem libDVDread und samplerate. Für ersteres muss das Paket libdvdread-dev installiert werden, für zweiteres das Paket libsamplerate0-dev.

Sind nun zumindest alle zwingenden Abhängigkeiten installiert (und cmake ist erfolgreich durchgelaufen) kann das Program kompiliert werden. cmake hat im aktuellen Verzeichnis eine Datei mit Namen Makefile erzeugt. Der Inhalt dieser Datei erstellt aus dem Quellcode nun eine Reihe von Bibliotheken und am Schluss eine Binärdatei. Ausgeführt wird die Datei indem du einfach den Befehl make eingibst. Dies stößt einen etwas längeren Prozess an (ca. 10 Minuten auf meinem Laptop) an dessen Ende das fertige ausführbare Programm steht.

K3b 2.0 installieren

Hat make erfolgreich ein binäres Programm erzeugt, kannst du es nun per
sudo make install
in deinem System installieren. Das sudo ist notwendig, da ja die neu erstellten Bibliotheken und das Programm selbst in Verzeichnisse kopiert werden müssen die root gehören.

Im K-Menü-Editor (Rechtsklich auf das K-Menü, bzw. kmenuedit im Terminal) legst du nun unter Multimedia einen neuen Eintrag an. Hattest du bereits zuvor eine K3b-Installation kannst du diesen Eintrag einfach kopieren und entsprechend abwandeln:

K-Menü-Editor Eintrag K3b-2.0

Fazit

K3b ist nach wie vor eine großartige Software und ein weiterer Beweis von vielen dafür, dass Freie Software es durchaus mit den kommerziellen Rivalen mithalten kann. Wer sich großartige Änderungen zur unter Kubuntu Lucid Lynx installierten Version 1.91 erwartet wird naturgemäß enttäuscht werden, da es sich dabei ja um eine Vorversion von K3b 2.0 handelt. Für Nutzer älterer Kubuntu-Versionen kann es sich aber durchaus auszahlen.

Die Integration in KDE4 ist durchaus gelungen. Anders als z.B. bei Amarok hat man aber auch darauf verzichtet das Programm von Grund auf neu zu schreiben und die Möglichkeiten von Plasma zu nutzen. So ist K3b 2.0 nicht viel mehr als ein K3b 1.0 mit Qt4-basierter Oberfläche.

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Aurorae – Spaß mit Fensterdekorationen

Juni 17, 2010 um 9:58 vormittags | Veröffentlicht in Anime, GNU/Linux, KDE, Kubuntu, Ubuntuusers | 10 Kommentare

Zum ersten Mal habe ich es unter KDE SC 4.3 ausprobiert. Vielleicht hast du dich auch schon an den teils interessanten optischen Möglichkeiten gelabt. Von was die Rede ist? Von Aurorae, einer Theme-Engine welche seit Karmic in Kubuntu verfügbar und seit KDE SC 4.4 Teil des Fenstermanagers ist (siehe uu.de Wiki). Neben Reproduktionen der Standard-Themes von KDE4, GNOME, Windows und Mac OS gibt es eine Menge an schönen bis hin zu verrückten Themes welche über die KDE-Systemeinstellungen einfach installiert werden können. Manche Themes sind so eigenwillig, dass das Aussehen der Plasmoide und das Farbschema der Fenster unangenehm hervorstechen. In diesem Fall musst du auch diese anpassen. Wenn du Glück hast existiert ein passender Style für beides.

Aurorae verwenden

In den Systemeinstellungen (zu finden unter K-Menü -> Computer) kannst du in der Kategorie "Erscheinungsbild & Verhalten" unter dem Punkt "Erscheinungsbild" die optische Darstellung der Oberfläche verändern.

Um die Theme-Engine Aurorae zu verwenden musst du den Punkt "Fenster" anklicken. Wechselst du hier im Reiter "Fensterdekoration" in der obersten Auswahlliste von "Oxygen" zu "Aurorae Decoration Theme Engine" kannst du darunter das Aurorae-Theme deiner Wahl auswählen. Die Vorschau hat bei mir für Aurorae-Themes nichts angezeigt. Man muss also auf "Anwenden" klicken um das Ergebnis zu sehen.

Die für die Anpassung des Desktops wichtigsten Punkte werden hier kurz erklärt:

Stil: Im Reiter "Arbeitsfläche" kannst du das Aussehen der Plasma-Oberfläche festlegen und neue Stile installieren.
Farben: Hier kannst du verschiedene Farbzusammenstellungen für die Oberflächen von Fenstern finden, installieren, verändern oder selbst neu erstellen.
Fenster: Hast du noch keine Themes installiert kannst du das mit den Knöpfen gleich über der Vorschau erledigen. "Neues Theme installieren" hilft dir eine lokale Theme-Datei zu installieren. "Neue Themes holen" öffnet einen Dialog mit dem du direkt eine Fülle von Themes von kde-looks.org ohne Browser installieren kannst. Den Knopf zum direkten Installieren findest du im übrigen bei den beiden anderen Punkten ebenfalls.

Aurorae Beispiele

Mac OS X

Du wolltest immer schon deinem System das Aussehen von Mac OS X geben? Die Zeiten des ewigen Herumgefrickels mit instabilen Programmen bis alles passt sind vorbei. Dieses Bild lässt sich in vier Schritten erzeugen:

Aurorae Mac OS X
Auf das Bild klicken um eine größere Version zu sehen.

Stil: Zunächst installieren wir über "Neues Theme holen" das Theme "Metalized" und wählen es aus.
Farben: Als Farbschema empfiehlt sich "WarnaMac-Modified" welches über "Neues Schema holen" installiert werden kann. Auch hier muss natürlich das Theme ausgewählt werden.
Fenster: Die Fensterdeko die den Mac-Look fast perfekt macht heißt schlicht "OS X" und kann über "Neues Theme holen" installiert werden. Als Engine muss Aurorae ausgewählt sein.

Knöpfe: Da die Fensterknöpfe in Mac OS X anders angeordnet sind als überall sonst (außer Ubuntu :) ) müssen diese natürlich entsprechend angepasst werden. In KDE4 geht das über K-Menü -> Computer -> Systemeinstellungen -> Erscheinungsbild -> Fenster -> Knöpfe. Hier muss der zweite Punkte angehakt werden, dann kann darunter per Drag&Drop die Position der Knöpfe angepasst werden.

Diese Umstellung kommt einem Mac OS X so nahe wie es mit einfachen Mitteln geht. Natürlich fehlen Dinge wie ein Dock, eine Mac OS typische Menüleiste die

Windows 7

Einfacher stellt sich da schon die Umwandlung des Desktops in ein Windows 7 System dar:

Aurorae - Windows 7
Auf das Bild klicken um eine größere Version zu sehen.

Die Umstellungen lassen sich genauso wie unter Mac OS X beschrieben vornehmen. Hier nur die von mir verwendeten Themes:

Stil: svista
Farben: MyBlueHeaven
Fenster: seven

Windows 7 war laut Microsoft: "Vista ohne die Fehler". Ich würde den entsprechen angepassten KDE dann so bezeichnen: "Windows 7 ohne die Einschränkungen". Wäre doch ein netter Slogan für einen Linux-Neuling.

Ghost

Zum Abschluss der Beispiele ein Theme welches etwas sehr außergewöhnlich anmutet. Zum Glück hat es zusätzliche Unterstützung durch passende Farb- und Widget-Themes:

Aurorae - Ghost
Auf das Bild klicken um eine größere Version zu sehen.

Laut dem Autor des Themes ist es vom Anime Ghost in the Shell inspiriert. Das düstere, klare und futuristische Aussehen zieht sich durch alle drei Themes (zumindest wenn das Theme nicht vom jeweiligen Plasmoid ignoriert wird).

Stil: Ghost
Farben: Ghost Color Scheme
Fenster: Ghost

Bei diesem Theme empfiehlt sich auch eine Anpassung anderer Programme die sonst mit ihrem eigenen Theme aufwarten. Auf kde-look.org findet sich für K3B das Theme "Laser Light -blue" welches ganz gut zu "Ghost" passt.

Fazit

Aurorae, die alternative Engine deKorator und natürlich die "normalen" KWin-Themes haben sehr viel zu bieten. Wer sich von seinem System also mehr wünscht als das Standardaussehen, der sollte sich hier umsehen. Zusätzlich zu der hier vorgestellten Installationsmethode bietet sich auch ein Besuch auf kde-look.org an. Dort findet sich nicht nur in den vorgestellten Kategorien wesentlich mehr Auswahl. Die Seite bietet auch einen Überfluss an Wallpapers und Themes für andere KDE-Programme (Kopete, K3B, Amarok, …).

Direkt nach dem Anpassen kann es hie und da bei Programmen die zum Zeitpunkt des Umstellens liefen zu kleinen Fehlern bei der Darstellung kommen. Bei mir betraf das meistens Schriftfarben die noch vom vorherigen Theme hängen geblieben sind. Sobald das entsprechende Programm neu gestartet wird ist das Problem behoben. Bestimmte Programme passen sich leider grundsätzlich nicht dem Theme an. Dazu gehört der Firefox. Interessanterweise hat mein Thunderbird sich jedoch automatisch nach einem Neustart umgestellt.

Das in den Screenshots verwendete Wallpaper ist im Übrigen ein Screenshot des kommenden Blender-Films "Sintel".

Viel Spaß beim Anpassen!

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This work by Stefan Ohri is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Austria License

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Palapeli – Der digitale Puzzletisch für Linux

Juni 2, 2010 um 4:04 nachmittags | Veröffentlicht in GNU/Linux, KDE, Kubuntu, Ubuntuusers | 4 Kommentare

Du bist ein Puzzle-Liebhaber? Aber deine Wohnung ist zu klein um einen Puzzletisch aufzustellen und der Esstisch kommt nicht in Frage? Dann könnte Palapeli etwas für dich sein.

Mit einem einfachen
sudo apt-get install palapeli
wird das Spiel aus den Quellen (erst ab Lucid) installiert. Da es Teil von KDE SC 4.4 ist, hat es mehrere Abhängigkeiten zu Qt4 und benötigt die kdelibs und die kdebase-runtime. Wer also nicht mit KDE arbeitet, muss sich auf zusätzlichen Ballast einstellen. Alternativen werden weiter unten genannt.

Palapeli

Sobald das Programm installiert ist kann der Spaß beginnen. Du kannst entweder eines der vorhandenen Puzzles spielen oder aus einer Bilddatei eines generieren lassen.

Palapelis Dialog zum Puzzle neu erstellen
Palapelis Dialog um ein Puzzle neu zu erstellen

Wenn du ein eigenes Puzzle erstellen willst müssen folgende Parameter bekannt sein:

  • Pfad und Dateiname des Bildes (jedes gängige Bildformat)
  • Puzzletyp (normale Puzzleteile oder Quadrate (vorsicht: schwieriger!))
  • Anzahl der Puzzleteile (die Größe richtet sich danach)
  • Name des Puzzles
  • Name des Autors

Sobald diese Werte bekannt sind einfach auf "Puzzle erzeugen" klicken und kurz darauf ist das neue Puzzle der Kollektion hinzugefügt. Per Doppelklick auf das Puzzle gelangst du auf den Puzzletisch. Und los geht!

Hier mein aktueller Stand bei einem 1000-Teile-Puzzle:


Gesamtansicht des Puzzletisches


Detailansicht

Wie du auf diesen Bildern schön erkennen kannst, können die Puzzlesteine beliebig auf dem Tisch platziert werden. Passende Teile verschmelzen und bleiben vereint. Zoomen ist mit dem Mausrad möglich, einen Stein nimmt man mit der linken, die Ansicht bewegt man mit der rechten Maustaste. Der eigentliche Puzzlebereich, der frei anpassbar ist, ist durch den helleren Hintergrund im ersten Bild erkennbar. Die Puzzlesteine selbst müssen/können nicht gedreht werden, sondern passen in ihrer Ausrichtung bereits.

Fazit

Wer die Geduld für ein Puzzlespiel mit der Maus aufbringt, wird schnell von der süchtig machenden Wirkung dieses Spiels überzeugt sein. Eine sehr gute Umsetzung, die nur mehr durch die Unterstützung von Touch-Bildschirmen verbessert werden kann. Für Hardcore-Puzzler wäre vielleicht noch die Möglichkeit die Steine drehen zu können interessant.

Alternativen

Alternativ kannst du das auf SDL basierende jigzo probieren, welches jedoch für Kinder gedacht ist und entweder aus einer kleinen Auswahl oder aus einem eignen Bild bis zu maximal 25-teilige Puzzles erstellt.
sudo apt-get install jigzo

Ein weiteres Puzzle-Programm welches ebenfalls Qt4 benötigt, jedoch keine KDE-Abhängigkeiten mitbringt ist tetzle. Dieses ist sehr an Tetris angelehnt. Die Puzzleteile entsprechen also Tetris-Bausteinen welche richtig zusammengelegt werden müssen um das Bild zu erhalten.
sudo apt-get install tetzle

Mit xjig gibt es eine Puzzle-Variante mit ganz einfacher GUI ohne weitere Abhängigkeiten dessen Parameter über die Kommandozeile übergeben werden müssen. Dafür ist xjig jedoch sehr stark anpassbar. Die Steine sind frei beweg- und drehbar und können durch umdrehen gespiegelt werden.
sudo apt-get install xjig

Creative Commons License
This work by Stefan Ohri is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Austria License

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Fortune Cookies – Die leichte Unterhaltung für zwischendurch

Mai 21, 2010 um 9:11 vormittags | Veröffentlicht in Computer, GNU/Linux, Humor, KDE, Ubuntuusers, Vermischtes | 2 Kommentare

Ob nützliche Tipps zur Bedienung des Systems, Zitate von berühmten Persönlichkeiten oder aus dem Usenet, BOFH-Entschuldigungen, witzige Vergleiche oder ASCII-Kunst, Fortune Cookies sind eine beliebte Bereicherung im täglichen UNIX Alltag. Um das Programm selbst mit einer grundlegenden Auswahl an Cookies installieren genügt ein:

sudo apt-get install fortune
oder
sudo aptitude install fortune

Mir persönlich haben vor allem die Vergleiche von Betriebssystemen mit Bier oder Fluglinien sehr gut gefallen da sie die Nachteile in witziger Form präsentieren und dabei niemanden auslassen. In den Alltag lassen sich diese witzigen Kurzmeldungen auf verschiedene Arten und Weisen integrieren.

Terminal

Wer beim Start eines neuen Terminals ein Cookie angezeigt haben will muss dazu die Datei .bashrc welche versteckt im HOME-Verzeichnis liegt editieren. Einfach ganz unten ein

echo;
fortune;
echo;

anhängen. (Die leeren echo-Befehle fügen neue Leerzeilen ein und dienen nur der Formatierung. Ihre Verwendung ist Geschmackssache.) Sobald die Datei gespeichert ist wird mit dem nächsten geöffneten Terminal ein Cookie angezeigt.

KDE

Unter KDE4 gibt es die Möglichkeit sich Fortune Cookies per Plasmoid anzeigen zu lassen. Mit

sudo apt-get install plasma-widget-fortunoid
oder
sudo aptitude install plasma-widget-fortunoid

das Plasmoid installieren und auf den Desktop legen:

Plasmoid Fortunoid

In den Einstellungen kann man nun den genauen Befehl festlegen mit dem die Fortunes aufgerufen werden sollen. Dabei kann man die Ausgabe auch auf ein oder mehrere bestimmte Cookies beschränken. Näheres zum Arbeiten mit fortune selbst kannst du im UU Wiki lesen. Hier ein Beispiel für mögliche Einstellungen:

Fortunoid Einstellungen

Der Grundsätzliche Befehl das Programm /usr/games/fortune aufzurufen ist fix. Bei den Argumenten kannst du jedoch die Cookies angeben aus denen das Fortune ausgesucht werden soll. In diesem Fall ist das die Datei sneggiesHTML (welche sich in /usr/share/games/fortune befindet). Darunter ist die Wartezeit bevor ein neues Cookie geladen wird auf 3600 Sekunden gestellt. Das entspricht genau einer Stunde. Wem die Schrift ein Graus oder zu klein/groß oder sonstwas ist kann dies ebenfalls einstellen. Zum Schluss kann man noch einstellen ob der Hintergrund des Plasmoids angezeigt werden soll. Wenn das nicht angehakt ist wird der Text freischwebend dargestellt. Dein Wallpaper wird also immer durchscheinen.

GNOME

Unter GNOME gibt es Wanda den wahrsagenden Fisch der sich meines Wissens bei einer Ubuntu-Standardinstallation bei den Widgets befindet welche du in die Menüleiste legen kannst.

Eigene Fortunes erstellen

Wer Ideen hat um eigene Fortunes zu erstellen dem sei folgendes gezeigt:

Fortune erstellen

Mit einem Texteditor deiner Wahl kann es losgehen. Die einzelnen Sprüche/Grafiken/was-sonst-noch werden durch ein einzelnes % am Anfang einer Leerzeile getrennt.

Beispiel:
Ein Elefant der Elend fand
%
Weisheit ist nicht der Weisheit letzter Schluss
%
Gibst du einem Bettler einen Fisch wird er einen Tag lang satt. Gibst du ihm deine Kreditkarte kann er sich sein Leben lang ernähren.
%
usw. …

Hinweis: Wollt ihr die Fortunes im oben beschriebenen Plasmoid anzeigen lassen kannst/musst du HTML-Formatierungen (<br />, <em>, usw…) verwenden.

Sobald du deine Ideen niedergeschrieben hast speichere die Textdatei in UTF-8/Unicode-Kodierung.

dat-Datei erstellen und Fortune-Datei installieren

Um die zu einem Fortune gehörende dat-Datei zu erstellen genügt der Befehl

strfile <Dateiname>

Diese beiden Dateien müssen nun mit root-Rechten in das Verzeichnis /usr/share/games/fortune kopiert werden. Sobald das geschehen ist kann man die eigenen Fortunes mit fortune <Dateiname> aufrufen. Wenn <Dateiname> beim oben beschriebenen Plasmoid als Argument eingetragen wird, so werden nur Cookies aus dem eigenen Fortune angezeigt.

Sneggies

Wie kam ich überhaupt auf das Material für diesen Artikel? Ganz einfach: ich habe es selbst gemacht. Nach einer Idee meiner Freundin welche wir in Jabber-Sessions weiterentwickelt haben, haben sich inzwischen Unmengen an verschiedenen Sneggies (süße Schnecken) angesammelt welche wir mit allen Interessierten teilen möchten. Hier kannst du ein Archiv welche die Dateien und ein makefile enthält herunterladen. Die Dateien stehen unter einer Creative Commons Share-Alike Lizenz. Sie dürfen verändert und weitergegeben werden.

Beispiele:

_@_° Snegge
_@_°° Snegge die herschaut
_@_>> Snegge im Wind

Installation

Die Installation der Dateien ist ganz einfach. Zuerst solltest du aber fortune selbst installiert haben. Dann entpackst du das Archiv (z.B. mit unp). Dadurch erscheinen drei Dateien: sneggies, sneggiesHTML und makefile. Die ersten beiden sind Fortune-Dateien wobei die zweite mit HTML-Tags formatiert ist und im oben beschriebenen Plasmoid schöner dargestellt wird. Für Fortunes im Terminal solltest du die erste Datei verwenden. Die dritte Datei übernimmt die Installation für dich. Dann führst den Befehl

make INSTALL

aus. Dieser wird dich zum Kopieren der Dateien nach deinem Passwort fragen (da das Bearbeiten von /usr/* für den normalen Nutzer root-Rechte benötigt). Sobald das geschehen ist kannst du die Fortunes bereits verwenden. Die Dateien kannst du auch als Vorlage für eigene Fortunes verwenden.

Viel Spaß damit!

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KDialog – Passive Pop-Ups mit KDE

April 22, 2010 um 5:41 vormittags | Veröffentlicht in GNU/Linux, KDE, Kubuntu, Ubuntuusers | 1 Kommentar

Das Fieber der selbst erstellten Systemmeldungen grasiert. Nach einem ausführlichen Bericht von Linuxnetzer über das Programm notify-send hat auch der Daten|teiler eine Möglichkeit beschrieben dieses Feature mit Python zu nutzen. Da solche "passiven Pop-Ups" normalerweise sehr kurz sind und keine Interaktion es Nutzers fordern sind die Möglichkeiten normalerweise sehr beschränkt. Im Grunde kann man maximal drei Elemente (Titel, Text, Icon) übergeben und das System tut den Rest.

Auch KDE hat seit langer Zeit eine eigene Version von Systemdialogen zu denen auch die Möglichkeit gehört passive Pop-Ups zu verwenden. Unter KDE ist diese Feature bereits installiert durch das Paket

kdebase-bin

Dadurch wird zumindest auf einem KDE-System keine zusätzliche Installation notwendig. Allerdings bleibt dieses Feature dann in einer Standardinstallation nur KDE-Nutzern vorbehalten und Scripte die davon Gebrauch machen sind nicht einfach so portabel. Das Pop-Up wird im notify-Abschnitt des Systemabschnitts der Kontrollleiste angezeigt.

Durch ein einfaches
kdialog --title "Dies ist ein passives Pop-Up" --passivepopup "Ich verschwinde in genau 10 Sekunden" 10
erzeugt man ein Pop-Up welches 10 Sekunden lang in der notify-Area stehen bleibt und dann vollständig verschwindet. (Das Beispiel habe ich von techbase.kde.org genommen und übersetzt.)

In einem Script könnte man es folgenderweise einsetzen:

#!/bin/bash
...
WAIT=10
...
kdialog --title "Dies ist ein passives Pop-Up" --passivepopup "Ich verschwinde in genau "$WAIT" Sekunden" $WAIT

KDialog mit passivem 10 Sekunden Pop-Up

Ich bereite gerade einen Artikel vor über die Möglichkeiten von KDialog vor. Wird aber noch ein wenig dauern.

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