Anime Review 07 – Mardock Scramble

Dezember 17, 2011 um 10:37 vormittags | Veröffentlicht in Anime, Film | Hinterlasse einen Kommentar

Kinderprostitution, Organhandel oder einfacher, aber dafür äußerst brutaler Mord. All das ist Teil des ersten Teils einer auf drei Akte angelegten Filmreihe des Studio Go Hands mit dem Titel Mardock Scramble. Der erste Film, mit dem Untertitel “The first compression” folgt der Verwandlung des sich ganz am unteren Ende der Nahrungskette befindenden Teenager Rune-Balot zu einer Kampfmaschine. Mit 12 Jahren wiederholt vom eigenen Vater vergewaltigt, während die Mutter im Drogenrausch nebenan saß, sah sie mit an wie ihr Bruder ihren Vater niederschoß. Fortan schlug sie sich als Prostituierte durch bis sie durch eine Razzia in Polizeigewahrsam genommen wurde.

Hier fand sie ein korrupter Casinobesitzer mit Namen Shell. Nachdem dieser Balot in seinem Auto in die Luft jagte nimmt sich ein Dr. Easter ihrer an und “repariert” sie. Zusammen mit einer goldenen Maus mit Namen Oeufcoque, welche sich in alle möglichen Gegenstände verwandeln kann, versucht sie einen Platz im Leben zu finden. Doch da ist noch die Strafverfolgung, für die sie eine wichtige Zeugin gegen Shell ist und Shell selbst, der ihr wieder ans Leben will. Diesmal endgültig.

Mardock Scramble besticht mit einer sehr eindrucksvollen Erzählweise. Die Geschichte nimmt sich kein Blatt vor den Mund und das Bild zeigt schonungslos Balots vergangenes Leben. Ebenso sind die Charaktere sehr individuell gehalten. Ist Dr. Easter noch ein mehr oder weniger “normaler” Wissenschafter, der früher an Militärprojekten arbeitete, jedoch ausgestoßen wurde so ist Shell wahrlich nur eine leere Hülle die mit seinen eigenen, extern gespeicherten, Erinnerungen gefüllt wird. Eine Gruppe von Söldnern, die man wohl landläufig als “Freaks” bezeichnen würde macht ihre Arbeitsnamen zum Programm. “Medium the Fingernail” sammelt zum Beispiel Finger, Mince the Wink sammelt Augen, welche er sich in seinen Körper transplantieren lässt. Und dann ist da noch Welldone the Pussyhand … wie gesagt, der Name ist Programm.

Äußerst brutal sind nicht nur die Enthüllungen zu Balots früherem Leben sondern auch die nicht zu knapp stattfindenden Kämpfe. Die Atmosphäre wird durch Oeufcoque noch verstärkt, da dieser zu jedem Zeitpunkt Dinge wie Terror, Tod und weitere Gefühle “riechen” kann.

Da die Wiederherstellung von Balots Stimmbändern Schwierigkeiten bereitet hilft sie sich mit verschiedenen technischen Geräten um eine Stimme zu erzeugen, die nach ihrer eigenen Meinung aber nicht ihre ist. Deswegen mag man beim ersten Mal Balots Synchronsprecherin nicht sofort erkennen: Hayashibara Megumi. Hayashibara gehört zu meinen Lieblingssprecherinnen und hat bereits in vielen bekannten Rollen gesprochen: Ayanami Rei (Shin Seiki Evangelion), Lina Inverse (Slayers), Saotome Ranma (weibl.) (Ranma 1/2), Amano Ai (Video Girl Ai), Faye Valentine (Cowboy Bebop), einen Haufen Pokemon und Vieles mehr.

Definitiv nichts für Kinder ist Mardock Scramble sicherlich für ein älteres Publikum sehenswert. Ich freue mich schon auf die restlichen zwei Filme.

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Anime Review 05 – ARIA

Dezember 16, 2010 um 10:26 nachmittags | Veröffentlicht in Anime, Serie | Hinterlasse einen Kommentar

Es war einmal in ferner Zukunft, da ward der orangene Planet bedeckt mit Wasser soweit das Auge reichte. Und in dieser nun blauen Welt, genannt Aqua, leben Menschen in einem Nachbau des historischen Venedigs. San Marco, der Dogen-Palast, Il Campanile, Canale Grande, Rialtobrücke, Burano, Murano, die verzweigten Kanäle, alles ist da. Abgesehen von Kleinigkeiten, wie der am Himmel schwebenden und das Klima kontrollierenden Insel Ukijima, leben die Bewohner schlicht und gemütlich in dieser Welt die älter anmutet als sie ist.

Und wie es sich für ein Venedig gehört, auch wenn es Neo-Venezia genannt wird, gibt es eine Unmenge von Gondolieri und sonstige Transportarten auf dem Wasser. Diese Gondolieri, oder besser Gondoliera, da es ausschließlich Frauen sind, arbeiten in einer der drei großen Gondel-Firmen und werden Undine genannt. Himeya, die traditionsreiche Gesellschaft war die erste und bis vor Kurzem größte dieser Firmen. Der aufstrebende Star, Orange Planet, hat es hingegen innerhalb kürzester Zeit geschafft ein sehr erfolgreiches Unternehme mit einer großen Anzahl an Mitarbeitern zu werden. Und schlussendlich ist da die Aria Company. Ein zwei-Personen Unternehmen welches auf Harmonie und Zufriedenheit in allen Belangen des Lebens bedacht ist.

Aria Company wird geführt von Alicia-san, einer weithin beliebten Undine welche auch unter dem Namen Snow White bekannt ist. Sie ist einfühlsam und mit Bedacht bei allem was sie tut. Sie ist außerdem eine der drei Wasserfeen von Aqua. Ihr zur Seite steht Akari-chan, ihr Lehrling. Die Geschichten werden hauptsächlich aus Akaris Sicht geschildert. Akari ist ein leicht tollpatschiges Mädchen die die besondere Fähigkeit hat mit jeder Person Freundschaft schließen zu können. Ihr Herz liegt ihr oftmals auf der Zunge, wodurch sie ihren Zuhörern oft die Schamesröte ins Gesicht treibt. So darf es niemanden wundern wenn vermeintlich fremde Passanten die junge Undine aus dem Blauen heraus begrüßen. Wie jede Gondel-Firma hat auch Aria Company eine blauäugige Katze als Haustier. Der Name des weißen Katers mit Wabbelbauch: Aria-shachou.

Himeya wird geführt von Akira-san, der besten Undine der Firma und langjährigen Freundin und Rivalin von Alicia-san. Auch sie ist eine der berühmten Wasserfeen. Sie ist unter anderem dafür verantwortlich die Erbin der Firma, Aika-chan, zu einer außergewöhnlichen Undine auszubilden. Aika-chan ist energisch und bestimmt, wie auch ihre Lehrerin. Ihr Training absolviert sie meist zusammen mit Akari-chan. Die schwarze Hauskatze heißt Himeya-hime.

Als aufblühendes Talent wird Alice-chan gefeiert. Trotz der Tatsache, dass sie noch zur Schule geht übt sie sich bereits fleißig als Undine und stellt dabei so manchen langjährigen Lehrling in den Schatten. Alice-chan arbeitet für Orange Planet und ist anfangs etwas steif und zugeknöpft. Mit der Zeit öffnet sie sich jedoch ihren Freunden und erlebt so manche schöne Geschichte. Sie trainiert zusammen mit Akari-chan und Aika-chan. Ihre Ausbildnerin ist Athena-san, die dritte Wasserfee und berühmt für ihren Gesang, ist immer etwas geistig abwesend und tollpatschig. Der Hauskater ist Maa-shachou, ein kleiner weiß-brauner Kater der sich am liebsten an Aria-shachous Wabbelbauch festhapst.

Undine fahren ihre Kundschaft auf Gondeln in Neo-Venezia herum und sind so etwas wie ein Reiseführer. Sie müssen sowohl in der Steuerung ihrer Gondeln, als auch in der Geschichte und Architektur von Neo-Venezia und Venedig bewandelt sein. Außerdem sollte es das Ziel einer jeden guten Undine sein, dass ihre Gäste während der Fahrt die schönsten Seiten vpn Neo-Venezia zu Gesicht bekommen. Dazu zählen nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern auch kleine Schätze wie ein in allen Farben blühender Rosengarten oder eine vom Regen frisch spiegelnde Seitengasse.

Es gibt mehrere Ränge in die Undine eingeteilt werden. Eine frisch beginnende Undine trägt zwei Handschuhe und wird Pair genannt. Besteht sie die erste Prüfung wird ihr in einer kleinen Zeremonie der linke Handschuh ausgezogen und sie darf sich fortan Single nennen. Beim bestehen der zweiten und letzten Prüfung wird der zweite Handschuh ausgezogen und die Undine ist eine vollausgebildete Prima. Ab diesem Zeitpunkt darf sie Kunden ohne Begleitung durch eine Lehrerin betreuen.

Zwischen wunderbaren Geschichten um versteckte Gassen, zwischenmenschlichen Beziehungen, der Geschichte eines bestimmten Ortes und dem geheimnisvollen Katzenkönig Cait Sith wachsen die Undinen mit ihren Aufgaben und strahlen mit jedem Tag heller. Aria wird sehr ruhig erzählt. Es gibt keine Hektik und wer auf große Spannung und Drama hofft, dem ist diese Serie eher nicht ans Herz zu legen. In kurzen Episoden wird hier erzählt vom Alltag in einer nahezu phantastischen Welt.

Die Musik ist sehr ruhig und passt vollständig zu Klima der Serie. Die Seiyuu bringen den Charakter ihrer Figur wunderbar rüber und ihn vielen Szenen wärmt sich ganz plötzlich das eigene Herz und man fühlt mit den Personen der Handlung mit.

Aria, welches auf der Mangavorlage Aqua und Aria von Amano Kozue beruht, wurde in drei Staffeln und einer OVA-Folge verfilmt. Die Reihenfolge der Staffeln ist: Aria – The Animation, Aria – The Natural, Aria – The OVA ~Arietta~ und Aria – The Origination.

Jedem der nicht sofort einschläft wenn die Spannung unter das Niveau von Ghost in the Shell fällt kann ich die Serie wärmstens empfehlen. Für alle anderen: Hoffen wir auf eine dritte Staffel von GitS!

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Anime Review 04 – B Gata H Kei

Juli 1, 2010 um 7:19 nachmittags | Veröffentlicht in Anime | Hinterlasse einen Kommentar

!!ACHTUNG!!
Anime Reviews werden von nun an in Technicolor mit Bildern serviert! Bilder (vor allem bunte) machen das Leben froher und die Reviews anschaulicher. Da passt es, dass der erste Anime der zu dieser Ehre kommt einigen Fanservice bietet. Für diejenigen die sich Gedanken um die Bandbreite ihrer Internetverbindung machen: seid beruhigt. Die Bilder liegen in inidizierte und verkleinerten PNGs vor. Obwohl das Ausgangsmaterial 720p ist bieten diese Bilder gute Qualität beim Speicherverbrauch eines stark komprimierten JPEGs. (ALLE Bilder die du hier siehst verbrauchen zusammen gerade mal 251,4 KB.) Die Bilder selbst verlinken auf ihre Pendants in Originalgröße ("Klicke auf das Bild um es zu vergrößern"), welche natürlich etwas mehr verbrauchen (284,4 KB das Größte).

B Gata H Kei

"H shitai!" ("ecchi shitai!": "ich will Sex!"), das ist das Motto von Yamada, populäre Mittelschülerin, Körbchengröße "B" und Jungfrau. Ihr Traum: 100 Sexfriends in der Oberstufe. Doch sie hat ein Problem: Sie hat Angst ausgelacht zu werden wenn sie ihr Erstes Mal mit einem Jungen verbringt der bereits Erfahrung hat. Einfachste Lösung: Ein jungfräulicher Junge muss her! Yamada macht sich also unterstützt von ihrer Freundin Takeshita "F-shita" Miharu und ihrem Erogami (Sexgott) auf einen "Cherry-kun" zu finden.

Yamada träumt von 100 Sexfriends
Yamada träumt von 100 Sexfriends

Tatsächlich wird sie nach kurzer Suche fündig. Ihr Klassenkamerad Kosuda Takeshi ist das Urbild des Durchschnittsjapaners und als Krönung: er ist noch ein "Cherry-kun". Yamada beschließt also ihr Erstes Mal an ihn zu verlieren. Doch der ahnungslose Zukünftige muss erst noch rumgekriegt werden und Yamadas erste Versuche sind alles andere als erfolgversprechend. Und dann kommen auch noch eine Rivalin und unerwartete "Regungen" beim anderen Geschlecht dazu mit denen Yamada gar nichts anzufangen weiß. Auf dem Weg zu ihrem Ziel lässt Yamada kaum ein Fettnäpfchen aus das ihr ihre hormonverdrehte Jugend bietet.

Yamada sucht nach einem Cherry-kun
Yamada sucht nach einem Cherry-kun …

Takeshita hilft Yamada bei ihrer Suche
… und mit Hilfe ihrer besten Freundin Takeshita Miharu …

Yamada findet ihren Cherry-kun
… findet sie ihn sogar

B Gata H Kei überzeugt sowohl durch Witz, freches auf-die-Schippe-nehmen von jugendlichen Klischees und kreativer Selbstzensur welche den Anime gerade noch davon abhält sich als Hentai zu klassifizieren. Ein sehr gut passender Soundtrack (… ♩♫ Co-ondo-san ♪♬ …) und enthusiastische Sprecher machen die viel zu kurze Serie (12 Folgen) zu einem Muss für jeden der nicht gleich beim ersten Anzeichen von Erotik geekelt wegsieht.

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Anime Review 03 – Tokyo Magnitude 8.0

Juni 17, 2010 um 4:45 nachmittags | Veröffentlicht in Anime, Japan, Serie | Hinterlasse einen Kommentar

Tokyo wird von einem Erdbeben erschüttert. In Japan alltäglich? Grundsätzlich ja, aber ein Beben von 8.0 auf der Richterskala ist selbst dort ein sehr seltenes Ereignis. Im Angesicht von Schätzungen, dass in den nächsten Jahren ein entsprechend starkes Beben Japan erschüttern soll eine nicht abzuweisende mögliche Zukunft. Mirai, Mittelschülerin und ältere Schwester, ist genervt von ihrem Bruder, ihren Eltern und überhaupt der ganzen Welt. Ihr depressiver Wunsch: es soll doch alles zum Teufel gehen. Kinder passt auf was ihr euch wünscht. Es könnte in Erfüllung gehen!

Und so kommt es. Halbherzig begleitete Mirai ihren Bruder Yuuki zu einer Roboterausstellung auf der künstlichen Insel Odaiba vor Tokyo. Dort kauft Yuuki ein Geburtstagsgeschenk für die Mutter der Geschwister mit dem Gedanken die Familie wieder zu versöhnen. Denn dem Ausflug ging eine Auseinandersetzung zwischen Mirai, ihrer Mutter und ihrem Vater voraus. Mirai will jedoch davon nichts wissen und während ihr Bruder (Volkschüler) alleine auf die Toilette geht begibt sie sich nach draußen und spinnt ihre depressiven Gedanken … als die Welt untergeht. Ein Beben mit ungeahnter Stärke, mit Epizentrum direkt unter der Metropole, trifft Tokyo und verändert das Leben aller in der Stadt.

Während Mirai ihren Bruder fast schon tot glaubt trifft sie auf Mari. Mari hilft ihr Yuuki zu finden und zu retten. Schon in dieser kurzen Zeit breitet sich der ganze Schrecken der Katastrophe vor dem Mädchen aus. Tote Menschen, darunter gleichaltrige Kinder, deren Glieder aus dem Trümmern ragen sowie einsturzgefährdete Neubauten prägen für Kurzes das Bild. Angesicht der beiden verängstigen Geschwister beschließt Mari, deren Tocher und Mutter zu Hause auf sie warten, sie nach hause zu begleiten. Dank der Küstenwache werden sie von der Insel gerettet und begeben sich dann zu Fuß durch die Stadt.

Nachbeben und einstürzende Häuser prägen von nun an die ehemalige gehetzte Idylle der Großstadt. Eilig hat es kaum noch jemand. Dabei trifft die Gruppe auf verschiedene Schicksale. Eine Schulfreundin Mirais hat ihre Mutter verloren, ein altes Ehepaar ihre Enkelkinder die kurz zuvor extra vom Land gekommen waren. Selbst als Tokyos prestigeträchtigstes Gebäude, der Tokyo Tower, einstürzt sind die Geschwister ganz vorne dabei.

!!!SPOILER!!! Überspringe diesen Teil wenn du die Serie noch nicht gesehen hast, dies aber noch vorhast.

Im weiteren Verlauf der Serie bricht Yuuki immer wieder zusammen und so müssen die drei sogar ein Krankenhaus aufsuchen. Als es Yuuki wieder besser geht brechen sie zum letzten Teil ihrer Reise auf. Mari, die durch Nachrichtenbeiträge aus ihrem Bezirk bereits sehr besorgt um ihre Tochter ist, findet ihr Haus in ausgebrannten Trümmern vor. Die Suche nach ihren Verwandten führt sie schließlich in eine Sporthalle in der die Leichen der Bewohner der Gegend aufbewahrt werden. Während Mari verzweifelt zusammenbricht suchen Yuuki und Mirai weiter und finden schließlich sowohl die Tochter, Hina, als auch Maris Mutter.

Da die Geschwister Maris neugefundenes Glück nicht stören wollen setzen sie sich unbemerkt ab und werden von einem Versorgungswagen bei einer Unterkunft in der Nähe ihrer Wohnung abgesetzt. Auf der Suche nach ihrer Mutter muss Mirai eine schockierende Wahrheit feststellen: ihr Bruder ist damals im Krankenhaus an einer Hirnblutung gestorben. Sein Geist begleitete sie bis sie ihre Eltern wiedergefunden hatte. Als Mirai in den Armen ihrer Mutter liegt sieht sie sein spektrales Abbild verschwinden.

Ein Monat später ist Tokyo dabei wieder in die Normalität zurück zu finden. Mari besucht Mirai und ihre Eltern und bringt Yuukis Sachen vorbei, die Mirai im Krankenhaus gelassen hatte, zusammen mit seiner letzten Nachricht an seine Schwester. Ihre Familie wird nie wieder dieselbe sein, aber trotz ihrer langen Trennung haben sie wieder zueinander gefunden.

!!!SPOILER ENDE!!!

Fazit

Kaum ein Anime schafft es fröhliche und traurige Gefühle so eng beieinander zu zeigen ohne kitschig zu wirken. Die Szenen und Schicksale sind realistisch dargestellt, wie auch die ganze Situation in der sich die vielen, plötzlich obdachlosen, Menschen befinden. Den Machern gelingt es tatsächlich ein gut recherchiertes und realistisch wirkendes Bild der zu erwartenden Katastrophe zu zeichnen. Und genau wegen dieser Integrität sind es auch echte Tränen die dem Zuseher beim betrachten der einzelnen Folgen über die Wangen laufen.

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Aurorae – Spaß mit Fensterdekorationen

Juni 17, 2010 um 9:58 vormittags | Veröffentlicht in Anime, GNU/Linux, KDE, Kubuntu, Ubuntuusers | 10 Kommentare

Zum ersten Mal habe ich es unter KDE SC 4.3 ausprobiert. Vielleicht hast du dich auch schon an den teils interessanten optischen Möglichkeiten gelabt. Von was die Rede ist? Von Aurorae, einer Theme-Engine welche seit Karmic in Kubuntu verfügbar und seit KDE SC 4.4 Teil des Fenstermanagers ist (siehe uu.de Wiki). Neben Reproduktionen der Standard-Themes von KDE4, GNOME, Windows und Mac OS gibt es eine Menge an schönen bis hin zu verrückten Themes welche über die KDE-Systemeinstellungen einfach installiert werden können. Manche Themes sind so eigenwillig, dass das Aussehen der Plasmoide und das Farbschema der Fenster unangenehm hervorstechen. In diesem Fall musst du auch diese anpassen. Wenn du Glück hast existiert ein passender Style für beides.

Aurorae verwenden

In den Systemeinstellungen (zu finden unter K-Menü -> Computer) kannst du in der Kategorie "Erscheinungsbild & Verhalten" unter dem Punkt "Erscheinungsbild" die optische Darstellung der Oberfläche verändern.

Um die Theme-Engine Aurorae zu verwenden musst du den Punkt "Fenster" anklicken. Wechselst du hier im Reiter "Fensterdekoration" in der obersten Auswahlliste von "Oxygen" zu "Aurorae Decoration Theme Engine" kannst du darunter das Aurorae-Theme deiner Wahl auswählen. Die Vorschau hat bei mir für Aurorae-Themes nichts angezeigt. Man muss also auf "Anwenden" klicken um das Ergebnis zu sehen.

Die für die Anpassung des Desktops wichtigsten Punkte werden hier kurz erklärt:

Stil: Im Reiter "Arbeitsfläche" kannst du das Aussehen der Plasma-Oberfläche festlegen und neue Stile installieren.
Farben: Hier kannst du verschiedene Farbzusammenstellungen für die Oberflächen von Fenstern finden, installieren, verändern oder selbst neu erstellen.
Fenster: Hast du noch keine Themes installiert kannst du das mit den Knöpfen gleich über der Vorschau erledigen. "Neues Theme installieren" hilft dir eine lokale Theme-Datei zu installieren. "Neue Themes holen" öffnet einen Dialog mit dem du direkt eine Fülle von Themes von kde-looks.org ohne Browser installieren kannst. Den Knopf zum direkten Installieren findest du im übrigen bei den beiden anderen Punkten ebenfalls.

Aurorae Beispiele

Mac OS X

Du wolltest immer schon deinem System das Aussehen von Mac OS X geben? Die Zeiten des ewigen Herumgefrickels mit instabilen Programmen bis alles passt sind vorbei. Dieses Bild lässt sich in vier Schritten erzeugen:

Aurorae Mac OS X
Auf das Bild klicken um eine größere Version zu sehen.

Stil: Zunächst installieren wir über "Neues Theme holen" das Theme "Metalized" und wählen es aus.
Farben: Als Farbschema empfiehlt sich "WarnaMac-Modified" welches über "Neues Schema holen" installiert werden kann. Auch hier muss natürlich das Theme ausgewählt werden.
Fenster: Die Fensterdeko die den Mac-Look fast perfekt macht heißt schlicht "OS X" und kann über "Neues Theme holen" installiert werden. Als Engine muss Aurorae ausgewählt sein.

Knöpfe: Da die Fensterknöpfe in Mac OS X anders angeordnet sind als überall sonst (außer Ubuntu :) ) müssen diese natürlich entsprechend angepasst werden. In KDE4 geht das über K-Menü -> Computer -> Systemeinstellungen -> Erscheinungsbild -> Fenster -> Knöpfe. Hier muss der zweite Punkte angehakt werden, dann kann darunter per Drag&Drop die Position der Knöpfe angepasst werden.

Diese Umstellung kommt einem Mac OS X so nahe wie es mit einfachen Mitteln geht. Natürlich fehlen Dinge wie ein Dock, eine Mac OS typische Menüleiste die

Windows 7

Einfacher stellt sich da schon die Umwandlung des Desktops in ein Windows 7 System dar:

Aurorae - Windows 7
Auf das Bild klicken um eine größere Version zu sehen.

Die Umstellungen lassen sich genauso wie unter Mac OS X beschrieben vornehmen. Hier nur die von mir verwendeten Themes:

Stil: svista
Farben: MyBlueHeaven
Fenster: seven

Windows 7 war laut Microsoft: "Vista ohne die Fehler". Ich würde den entsprechen angepassten KDE dann so bezeichnen: "Windows 7 ohne die Einschränkungen". Wäre doch ein netter Slogan für einen Linux-Neuling.

Ghost

Zum Abschluss der Beispiele ein Theme welches etwas sehr außergewöhnlich anmutet. Zum Glück hat es zusätzliche Unterstützung durch passende Farb- und Widget-Themes:

Aurorae - Ghost
Auf das Bild klicken um eine größere Version zu sehen.

Laut dem Autor des Themes ist es vom Anime Ghost in the Shell inspiriert. Das düstere, klare und futuristische Aussehen zieht sich durch alle drei Themes (zumindest wenn das Theme nicht vom jeweiligen Plasmoid ignoriert wird).

Stil: Ghost
Farben: Ghost Color Scheme
Fenster: Ghost

Bei diesem Theme empfiehlt sich auch eine Anpassung anderer Programme die sonst mit ihrem eigenen Theme aufwarten. Auf kde-look.org findet sich für K3B das Theme "Laser Light -blue" welches ganz gut zu "Ghost" passt.

Fazit

Aurorae, die alternative Engine deKorator und natürlich die "normalen" KWin-Themes haben sehr viel zu bieten. Wer sich von seinem System also mehr wünscht als das Standardaussehen, der sollte sich hier umsehen. Zusätzlich zu der hier vorgestellten Installationsmethode bietet sich auch ein Besuch auf kde-look.org an. Dort findet sich nicht nur in den vorgestellten Kategorien wesentlich mehr Auswahl. Die Seite bietet auch einen Überfluss an Wallpapers und Themes für andere KDE-Programme (Kopete, K3B, Amarok, …).

Direkt nach dem Anpassen kann es hie und da bei Programmen die zum Zeitpunkt des Umstellens liefen zu kleinen Fehlern bei der Darstellung kommen. Bei mir betraf das meistens Schriftfarben die noch vom vorherigen Theme hängen geblieben sind. Sobald das entsprechende Programm neu gestartet wird ist das Problem behoben. Bestimmte Programme passen sich leider grundsätzlich nicht dem Theme an. Dazu gehört der Firefox. Interessanterweise hat mein Thunderbird sich jedoch automatisch nach einem Neustart umgestellt.

Das in den Screenshots verwendete Wallpaper ist im Übrigen ein Screenshot des kommenden Blender-Films "Sintel".

Viel Spaß beim Anpassen!

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Anime Review 02: Toki wo kakeru Shoujo

Februar 10, 2010 um 4:52 nachmittags | Veröffentlicht in Anime | 2 Kommentare

Das Mädchen das durch die Zeit sprang” erzählt die Geschichte von Makoto, einer jungen Mittelschülerin. Ihre Tage sind sorgenfrei und der heißeste Sommer ihres Lebens hat gerade erst begonnen. Sie spielt regelmäßig Baseball mit ihren Freunden Kousuke und Chiaki und ihr größtes Problem ist, dass ihre kleine Schwester Makotos Pudding gegessen hat. Und dann … stirbt sie.

Die Bremsen ihres Fahrrades versagten und so wurde sie auf die Schienen direkt vor einen herannahenden Zug geschleudert. Doch plötzlich findet sie sich ein paar Minuten früher auf der Straße wieder. Sie ist gerade mit einer Passantin zusammengestoßen und ist von ihrem Rad gefallen. Der Zug fährt vorbei als wäre nichts gewesen und Makoto ist verwirrt. Sie sucht ihre Tante auf, welche Restauratorin in einem Museum ist und erzählt ihr die Geschichte.

Makoto sei durch die Zeit gesprungen, ist ihre Erklärung, und wenn sie herausfände wie sie es gemacht hat könnte sie es wieder tun. Nach kurzem Zweifeln beschließt Makoto alles auf eine Karte zu setzen und versucht es. Auf diese Weise kommt sie doch noch in den Genuss ihres Puddings, schreibt die Bestnote bei einem Überraschungstest, singt zehn Stunden Karaoke mit ihren Freunden und wendet jegliches Unheil von sich ab. Außerdem gesteht Chiaki Makoto seine Gefühle, was sie mit einem Zeitsprung wieder ungeschehen macht.

Makoto springt durch die Zeit
Makoto bei einem Zeitsprung

Doch diese Entdeckung hat auch Schattenseiten. Ihr Freund Kousuke gibt einem Mädchen einen Korb weil er beim Test hinter Makoto gefallen war und er der Meinung ist, dass er noch viel mehr lernen müsse. Im Kochunterricht verbrennt sich ein Klassenkamerad von Makoto an ihrer statt die Finger beim Tempura kochen und verärgert dabei eine Gruppe von Delinquenten, was er später zu spüren bekommt. Und als dieser verärgert einen Feuerlöscher nach Makoto wirft stößt sie Chiaki aus dem Weg, welcher versucht hat sie zu schützen, und statt ihnen wird Makotos beste Freundin getroffen und verletzt.

!!! ACHTUNG SPOILER!!! Nicht weiterlesen, wenn du vorhast dir diesen Film noch anzusehen.

Makoto versucht alles um diese Ereignisse wieder umzukehren wobei ihre Fähigkeit durch die Zeit zu springen eine nicht unerhebliche Hilfe ist. Dadurch wird aber alles nur noch schlimmer. Und zusätzlich bemerkt Makoto das Auftauchen einer mysteriösen Zahl auf ihrem Ellbogen. Sie versucht Kousuke und das Mädchen das er zuvor enttäuscht hat doch zusammen zu bringen, was darin resultiert, dass das Mädchen sich am Knöchel verletzt. Kousuke bringt sie ins Spital. Dazu verwendet er Makotos Fahrrad, welches sie in der Schule stehengelassen hatte weil sie wusste, dass die Bremse nicht in Ordnung war. Kousuke und das Mädchen sterben vor demselben Zug, vor dem Makoto schon einmal gestorben war.

Da Makoto bereits all ihre Zeitsprünge aufgebraucht hatte, sie hat endlich den Sinn der Zahl an ihrem Ellbogen verstanden, kann sie nichts dagegen tun. Weiters gibt Chiaki sich als Besucher aus der Zukunft zu erkennen. Er sei für ein ganz bestimmtes Bild aus der Zukunft gekommen in welcher es das Bild nicht mehr gäbe. Doch das Bild ist zur Zeit in Restauration. Er habe seinen letzten Zeitsprung für die Rettung von Kousuke verbraucht und da Makoto nun Bescheid wüsste würde er bald verschwinden, denn er habe ein wichtiges Gesetz gebrochen: niemand aus der Vergangenheit darf etwas über die Zeitsprünge wissen. Makoto ist am Boden zerstört.

Doch dann kommt der erlösende Gedanke: Chiaki hatte mit seinem letzten Sprung ihren Letzten ungeschehen gemacht, und Dasselbe muss doch auch für Chiaki gelten! Makoto unternimmt also einen letzten Sprung bis zu dem Tag als sie auf die Schienen geschleudert wurde. Und tatsächlich: Chiaki hat noch einen Sprung zur Verfügung. Nach einem bittersüßen Abschied sagt Chiaki zu Makoto, er würde in der Zukunft auf sie warten.

!!! SPOILER ENDE !!!

Ein sehr schöner und unterhaltsamer Film mit schöner Musik, teilweise großartigen Szenenbildern und einem unaufdringlichen aber passenden Soundtrack. Ich kann den Film jedem empfehlen der dem Genre Fantasy zumindest nicht ablehnend gegenübersteht.

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Anime Review 01 Teil 02 – Shin Kimagure Orange Road – Soshite, Ano Natsu no Hajimari

Januar 15, 2010 um 11:00 vormittags | Veröffentlicht in Anime | Hinterlasse einen Kommentar

Nach meiner ellenlangen Review zu Kimagure Orange Road TV und dem ersten Film zu Serie möchte ich nun doch noch eine Review zu den restlichen Verfilmungen schreiben. Wie zuvor schon erwähnt ist weder die OVA noch der zweite Film Teil der Haupthandlung, die nach meinem Gefühl mit Kyosukes Entscheidung im ersten Film geendet hat.

Kimagure Orange Road OVA

Die OVA zu Kimagure Orange Road hat acht Folgen und ist zwischen den Folgen der TV-Serie einzuordnen. In zwei Folgen spielt Kyosukes neu eingeführte Cousine Akane eine wichtige Rolle und in einer Doppelfolge ist der Sänger Hayakawa Mitsuru der Grund für einen potentiellen Nervenzusammenbruch Kyosukes. Die Folgen der OVA stehen (bis auf die Doppelfolge) für sich und bieten keine Entwicklung der Beziehung zwischen Kyosuke, Hikaru und Madoka.

Shin Kimagure Orange Road – Soshite, Ano Natsu no Hajimari

Der Film spielt hauptsächlich etwa fünf Jahre nach den Ereignissen der Serie. Da er sich so ziemlich zur Gänze auf die Folgen von Kyosukes Entscheidung bezieht hier eine allgemeine

!!SPOILERWARNUNG!! – Nicht weiterlesen wenn du irgendetwas von Kimagure Orange Road noch nicht gesehen hast, dies aber noch vorhast.

Die Charaktere

Obwohl dieselben Charaktere die schon aus Serie, OVA und dem ersten Film bekannt sind ist es Wert sie hier erneut vorzustellen, da sie sich teilweise signifikant verändert haben.

Kasuga Kyosuke ist zu Beginn des Films 19 Jahre alt und dabei seine Universitätsausbildung abzuschließen. Seine Beziehung mit Madoka ist glücklich und ihm steht eine besondere Überaschung bevor. Sein Ich in der Zukunft ist Fotograf wie sein Vater und gerät zwischen die Kriegwirren in Bosnien Anfang der 1990er Jahre.

Ayukawa Madoka ist wie Kasuga Studentin, jedoch wird über ihren Ausbildungsstand nichts erwähnt. Sie ist wesentlich offener und scheint sehr glücklich. In der Zukunft ist die Musikerin.

Hiyama Hikaru ist nach Hokkaido gezogen und kommt erst in der Zukunft wieder vor. Dort ist sie Musical-Darstellerin und bei einer New Yorker-Agentur engagiert. Sie ist immer noch in Kyosuke verliebt und hält eine Briefbeziehung zu Madoka aufrecht.

Die Handlung

Wir schreiben das Jahr 1991, also zwei Jahre nach dem Ende der TV-Serie. Auf dem Weg zur Uni wird Kyosuke von einem Auto angefahren. Er wird ins Spital gebracht wo er in einem Koma verweilt. Was seine Angehörigen zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen: Kyosuke wurde durch den Schock drei Jahre in die Zukunft geworfen wo sein dortiges Ich gerade von der Druckwelle einer Granate erfasst wurde. Sein drei Jahre älteres Ich wird dadurch in eine Zeitfalte geschleudert und verharrt zwischen den Dimensionen. Kyosuke wacht auf der bekannten Stiege in der Nähe seines Apartments auf und muss nun einen Weg finden wieder in seine Zeit zurückzukommen. Er trifft auf Madoka, die verzweifelt über sein Verschwinden in Bosnien ist, Hikaru die gerade aus New York kommt um am Casting für eine groß angelegte Musical-Produktion teilzunehmen, Hatta welcher als Mangaka erotische Manga zeichnet und Komatsu seinen Manager. Dabei kommen die Gefühle die seit Kyosukes Entscheidung schlummern wieder hoch und fast haben er und Hikaru in ihrem Hotelzimmer eine Affäre. Mit Hilfe seines Großvaters schafft Kyosuke es sein älteres Ich aus der Zeitfalte zurückzuholen und selbst wieder in seine Zeit zurückzukehren. Dort widmet Madoka ihm ein Musikstück mit dem Titel Kyosuke Number 1 bevor sie sich ein Hotelzimmer nehmen wo ihre erste gemeinsame Nacht verbringen.

Der Zusatz Shin (neu) zum Titel des Films ist meiner Ansicht nach gerechtfertigt. Er bricht in positiver Art und Weise mit den unschuldigen, bisweilen zu naiven Charakteren und zeigt sie in einem reiferen Stadium. Mitten drunter kommen warme Gefühle auf als sich die drei Freunde wieder zusammenfinden und sich Hikaru und Madoka in die Arme sinken. Weiters zeigt der Film im Gegensatz zu Serie, dass zu einer glücklichen Beziehung nicht nur Gefühle und Vertrauen sondern auch eine sexuelle Komponente zählen, ein Thema das in diesem Genre selten aufgegriffen wird. Der Zeichenstil ist erwachsener und gefällt mir persönlich sehr gut. Die Filmmusik stammt von Kajiura Yuki, deren Musik Fans aus Noir, der .hack-Reihe, Madlax, Tsubasa Chronicle, Mai-HiME, Mai-Otome und den Kara no Kyoukai-Filmen bekannt sein dürfte.

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Anime Review 01: Kimagure Orange Road

Januar 13, 2010 um 3:42 nachmittags | Veröffentlicht in Anime | Hinterlasse einen Kommentar

Langsam wird es Zeit für die erste Review eines Anime. Immerhin habe ich Berichte zu diesem Thema schon im ersten Eintrag versprochen. Da dies der erste Artikel zu dem Thema ist, werde ich, bevor ich zur Review komme, erst einmal einen kurzen Abriss des Ursprungs meiner Faszination japanischer Animationsfilme- und Serien geben:

Natürlich bin auch ich, wie die meisten, schon mit Animes in Berührung gekommen bevor ich wusste, dass es sich dabei um japanische Animationsserien handelt. Captain Tsubasa, Sailor Moon und andere haben mir schon lange zuvor trotz der schlechten RTL 2-Fassung gefallen.

Angefangen hat dann alles Ende 2000 mit mehreren ersten Folgen zu verschiedenen Serien, welche ein damals sehr guter Freund mir und meiner damals noch-nicht-Freundin gab. Darunter ein paar klingende Titel wie Trigun (von welchem im April ein Film erscheinen wird), Boogiepop Phantom, Excel Saga und andere. Auch Mononoke Hime (mein erster Film von Ghibli) konnte ich mir dank ihm (in sehr schlechter RealMedia-Qualität) ansehen, denn damals hatte ich noch nicht einmal privaten Zugang zum Internet. Die erste Serie, die ich vollständig gesehen habe war eine für Anfänger denkbar ungeeignete: Serial Experiments Lain. Dieser sehr anspruchsvolle und (damals) komplizierte Anime, der schon etwas Psychedelisches an sich hatte, war in gewisser Weise meine Feuertaufe und hat mich für das Genre Anime begeistert. Es folgten komplette Serien wie Ayashi no Ceres, Noir (mein erster Anime von Bee Train), Excel Saga, Trigun, Ranma 1/2, Chobits (mein erster Anime eines CLAMP-Werks), Akira, Shin Seiki Evangelion (mein erster Anime von Gainax), Record of Lodoss War OVA, Weiß Kreuz, Video Girl Ai, Read or Die und viele mehr.

Inzwischen umfasst unsere Sammlung (meine Freundin und ich sammeln gemeinsam) hunderte von Serien und Filmen welche auf über 500 optischen Datenträgern (und sicher nochmal die Hälfte davon auf Festplatten) ihren Platz gefunden haben. Neben Animes sind auch Sammlungen von Mangas, Anime-Soundtracks und Bildern entstanden. Jede Sammlung geht in die Hunderte (Mangas) bzw. Tausende (Soundtracks und Bilder).

Die heutige Anime-Kollektion enthält Titel wie Mai-HiME, Fushigi no Umi no Nadia, Inuyasha, Naruto und Naruto Shippuuden, .hack//SIGN (und Spin-Offs), RahXephon, Sailor Moon, Gundam W, Wedding Peach, Jin-Roh, Bleach, Death Note, Fushigi Yuugi, Ghost in the Shell – Stand Alone Complex, FLCL, Card Captor Sakura, X-1999, Marmalade Boy, Hetalia Axis Powers, KissXSis, Akage no Anne, Taiho Shichau zo!, Sayonara Zetsubou Sensei, Lucky Star, Kannagi, Dragon Ball, Burn Up W, Rurouni Kenshin, Tenkuu no Escaflowne, Magic Knight Rayearth, Digi Charat, Mahoromatic und viele weitere bekannte Namen.

Wie man sieht umfasst unsere Sammlung Vertreter aller Genres und bloß weil eine Serie für ein bestimmtes Zielpublikum produziert wurde landet sie noch lange nicht auf der schwarzen Liste.

Soviel zu meiner gemeinsamen Geschichte mit Animes.

Review 01: Kimagure Orange Road

Meine erste Begegnung mit Kimagure Orange Road fand über eine Bildersuche statt. Damals fand ich auf einer Webseite welche hunderte Bilder online stellte mehrere Bilder, die mich zunächst stark an Ranma 1/2 erinnerten. Dementsprechend landeten sie für die nächste Zeit in einem Ordner der den Titel Ranma trug. Etwa 2 Jahre später stellte sich heraus, dass es sich um eine eigene Serie mit dem Titel Kimagure Orange Road handelte. Nach einer etwas ausgedehnteren Suche fand ich nur den ersten der beiden Filme, zu dem ich im Anschluss ebenfalls eine kurze Review schreiben werde. Die OVA und den zweiten Film werde ich auslassen, da sie nur Nebengeschichten und eine Fortsetzung die aber nicht wirklich zur Hauptstoryline gehören erzählen. Der eigentlichen 48-teiligen Serie, die den Anfang zu allem bildet wurde ich erst im Sommer vergangenen Jahres habhaft. Vor vier Tagen fand ich nun endlich die Zeit mir die Serie anzusehen. Da ich mich darauf freute wieder den ersten Film zu sehen der aufgrund einer bestimmten Szene beim ersten Mal einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen hat war ich motiviert mir die Serie relativ rasch anzusehen.

Die Charaktere

Kasuga Kyosuke ist zu Beginn der Serie 15 Jahre alt, beginnt das zweite Jahr der in Japan dreijährigen Koryu High School und verfügt wie seine Schwestern über vererbte übernatürliche Fähigkeiten. Dazu gehören Teleportation, Telekinese, Zeitsprünge und Suggestion. Sein Cousin hat sogar telepathische Kräfte.

Ayukawa Madoka ist eine Mischung aus Tsundere und Punk. Sie ist normalerweise sehr selbstbewusst und wenn ihr etwas nicht recht ist kann sie recht schnell handgreiflich werden, tief drinnen ist sie aber ein schüchternes Mädchen, welches sich nach Liebe sehnt. Ihre fürsorgliche Seite wird mit fortschreitender Serie immer prominenter dargestellt. Ihr erstes Treffen mit Kyosuke findet in der Nähe seiner Wohnung am Kopf einer langen Treppe statt wo die beiden über die exakte Anzahl der Stufen diskutieren. Sie geht mit Kyosuke in eine Klasse und arbeitet im Pub Abcb (sprich: Abakabu). Neben dem Klavier beherscht sie die Flöte und das Saxophon.

Hiyama Hikaru ist eine immerfröhliche Sandkastenfreundin Madokas und eine Klasse unter ihr an derselben Schule. Sie sieht Kyosuke wie er seine Kräfte im Glauben alleine zu sein dazu einsetzt einen Basketball quer über das Feld einzunetzen und verwechselt dies mit Talent. Dadurch wird sie auf ihn aufmerksam und verliebt sich spätestens als sie kurz danach mit ihm im Gang zusammenprallt und er sie dabei unabsichtlich küsst in ihn. Seitdem klebt sie wie eine Klette an ihm und nennt ihn Darling.

Kasuga Kurumi und Manami sind Kyosukes Schwestern. Sie verfügen wie er über übernatürliche Kräfte und gehen eine Klasse unter ihrem Bruder an dieselbe Schule.

Die beiden Hentai-Charaktere Komatsu und Hatta werden Kyosukes erste Freunde an der neuen Schule. Sie haben die genausten Informationen zu den Three Sizes aller Mädchen der Schule und ihre Kreativität beim unbemerkten Beschaffen von erotischen Fotos wird so schnell von keinem anderen übertroffen. Ihr Lieblingsziel sind Kyosukes Schwestern.

Weitere Charaktere sind Kyosukes Vater Kasuga Takashi, welcher als einziger der Familie nicht über spezielle Kräfte verfügt, Yuusaku, einen Sandkastenfreund von Madoka und Hikaru, welcher in Hikaru verliebt ist und fortgeschrittener Karate-Sportler ist, Jingoro, die Hauskatze der Kasugas und den Master genannten Inhaber des Abcb.

Die Handlung

Alles beginnt damit, dass die Kasugas mal wieder umziehen müssen. Tochter Kurumi hatte in ihrer vorigen Schule ihre Kräfte verwendet um im Sportunterricht 100 Meter in 3 Sekunden zu laufen, was dazu führte, dass die Kasugas um unangenehmen Fragen auszuweichen schnellstmöglich verschwinden mussten. Bei einem Spaziergang in der Nähe der neuen Wohnung entdeckt Kyosuke eine lange Treppe und entscheidet sich dafür die einzelnen Stufen zu zählen. Kurz vor dem Ende sieht er plötzlich einen roten Hut durch die Luft fliegen welchen er im ersten Moment für ein UFO hält. Er fängt den Hut und seine Besitzerin ruft ihm zu: “Nice catch!”. Er beendet seinen Aufstieg und zählt ganz oben genau 100 Stufen. Die Besitzerin des Huts will ihm das nicht glauben, da sie selbst 99 Stufen gezählt haben will. Sie einigen sich auf 99 1/2 Stufen bevor die unbekannte Schönheit wieder verschwindet.

Nächster Tag: die Schule beginnt wie in Japan üblich mit Anfang April. Kasuga lernt die beiden als pervers angesehenen Mitschüler Komatsu und Hatta kennen, die ihn sogleich über alle Mädchen der Klasse aufklären. Als Kyosuke nach der einzigen abwesenden Person, Ayukawa Madoka, fragt raten ihm beide sich nicht mit ihr abzugeben, da sie schlechter Umgang sei. Nach der Schule beobachtet Kyosuke einen Kampf, den die streitlustige Hikaru mit einer Jugendgang vom Zaun gebrochen hat. Er glaubt seinen Augen nicht, als er das Mädchen welches Hikaru zu Hilfe geeilt kommt und die Gang im Alleingang besiegt und welches Madoka gerufen wird genauer sieht: es ist die unbekannte Schönheit von der Treppe! Doch als Kyosuke sie begrüßt wird er zuerst ignoriert und kassiert dann sogar eine Ohrfeige.

Wiederum am nächsten Tag kommt Kyosuke zu spät zur Schule. Im Gang trifft er auf Ayukawa, welche ihn freundlich darauf aufmerksam macht, dass auch der Lehrer immer zu spät kommt. Kyosuke ist verwirrt durch diese offensichtlichen Widersprüche in ihrem Verhalten. Während des Turnunterrichts versucht er ihre Aufmerksamkeit zu erregen indem er für sein Team ein Basketballspiel gewinnt. Im letzten Moment entscheidet er sich jedoch dagegen, da er dafür seine Kräfte einsetzen müsste. Deprimiert bleibt er im Turnsaal zurück. Hikaru ist währenddessen in den Geräteraum geschlichen um heimlich zu rauchen. Als sie merkt, dass sich nebenan jemand aufhält späht sie in den Turnsaal und sieht wie Kyosuke einen Basketball quer durch den Saal wirft und in den Korb trifft. Sie ist beeindruckt und als sie kurz darauf mit ihm im Gang zusammenstößt und dabei einen unabsichtlichen Kuss von ihm bekommt ist es um sie geschehen.

Im weiteren Verlauf der Serie wird es Kyosuke nicht leicht gemacht sich zwischen der erwachsenen und interessanten Madoka und der steht fröhlichen in ihn verknallten Hikaru zu entscheiden. Zusätzlich kompliziert wird die Geschichte als Komatsu und Hatta sich auf Kyosukes Schwestern einschießen, Hikarus Freund Yuusaku welcher seinerseits in sie verliebt ist auftaucht und Madoka sowohl von ihrer Vergangenheit als Gangleaderin eingeholt wird als auch immer wieder in erwachsene Situationen schlittert. Kyosukes Entscheidung ist zwar schon länger abzusehen, wird aber erst in der letzten Folge getroffen.

!!SPOILER!! Diesen Abschnitt nicht lesen, wenn du dir die Serie erst noch ansehen willst!

Kyosuke entscheidet sich letzten Endes in einer komplizierten Zeit- und Dimensionssprung-Doppelfolge für Madoka. Hikarus Reaktion oder die der anderen Charaktere auf diese Entscheidung wird nicht gezeigt. Alles in allem bietet die Serie ein recht unspektakuläres Ende.

SPOILER ENDE

Insgesamt eine durchschnittliche Dreiecksbeziehung-Schulhof-Soap, die durch die Vielfalt der Charaktere aber durchaus zu unterhalten weiß. Zugegeben: die Versuche Komatsus und Hattas Kyosukes Schwestern rumzukriegen werden mit der Zeit fad und in den letzten Folgen dominiert die Frage für wen wird sich Kyosuke entscheiden und wann werden seine Kräfte endlich bekannt. Positiv aufgefallen ist mir gegen Ende die Folge 43, welche eine etwas verwirrte Geschichte erzählt, aber eine spannende Atmosphäre schafft die man sich auch von den letzten beiden Folgen wünschen würde.

Review 01b: Kimagure Orange Road Ano hi ni kaeritai

Der erste Film zu Kimagure Orange Road (der Titel bedeutet in etwa: Ich möchte zu jenem Tag zurückkehren) beginnt damit, dass Kyosuke und Madoka sich auf ihre Aufnahmsprüfung an ihrer bevorzugten Universität vorbereiten. Hikaru, Kurumi und Manami bewerben sich für Rollen in der Schulaufführung des Stückes Downtown Cats. Neben den hohen Sommertemperaturen und dem Stress wegen der kommenden Prüfungen fühlt sich Kyosuke so stark wie nie dem Druck ausgesetzt sich endlich für ein Mädchen zu entscheiden.

!!SPOILER!! Diesen Abschnitt nicht lesen, wenn du dir den Film erst noch ansehen willst!

Als Kyosuke und Madoka sich verkrachen, Hikaru herausfindet, dass Madoka ebenfalls Gefühle für Kyosuke hegt und deswegen immer zudringlicher wird wird Kyosuke zu einer Entscheidung gedrängt. Am Telefon gesteht er Madoka seine Liebe worauf ihr eiserner Gefühlsschild endgültig zusammenbricht und sie sich ihm nicht mehr verwehren kann. Als Kyosuke daraufhin Hikaru darum bittet ihre Beziehung als beendet zu betrachten bricht Hikaru in Tränen aus, will die Entscheidung aber nicht wahrhaben. Sie versucht mehrmals Kyosukes Entscheidung noch einmal zu wenden. In einem letzten Gespräch mit Madoka wirft sie ihr vor seine Liebe nicht verdient zu haben und die lange Freundschaft zwischen den beiden bricht. In ihrem letzten verzweifelten Versuch Kyosuke für sich zu gewinnen klammert sie sich an ihm fest sodass er sich losreißen muss. Als er sich auf ihre Frage was sie für ihn bedeute wortlos umdreht und geht schreit sie in die Nacht: Kotaete wo! (Antworte mir!) Meiner Meinung nach handelt es sich dabei um den emotionalen Höhepunkt des Films. Damit verschwindet Hikaru aus dem Leben der beiden. Es wird angedeutet, dass sie nun eine Schauspielkarriere anstrebt und Kyosuke und Madoka bestehen den Aufnahmetest ihrer Universität.

SPOILER ENDE

Der Film ist wesentlich emotionaler und flotter unterwegs als die Serie. Kyosukes Entscheidung ist die gleiche, wird aber wesentlich besser in Szene gesetzt und die Emotionen gehen sowohl bei den Charakteren als auch bei den Zuschauern höher als in der Serie.

Ich hoffe, ich konnte mit diesen Reviews den einen oder andern von Kimagure Orange Road oder vom Genre Anime allgemein überzeugen. Erwartet weitere Reviews nachdem ich weitere interessante Serien oder Filme gesehen habe!

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This work by Stefan Ohri is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Austria License

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