Oracle stellt Java 8 unter die OEL – Byebye freies Java?

März 31, 2011 um 8:17 nachmittags | Veröffentlicht in 1. April, Free Software/Open Source, Humor, Java, Programmieren, Ubuntuusers | 6 Kommentare

Oracle hat ein Interview auf seiner Java-Homepage veröffentlicht in welchem der "VP of Product Management", Ajay Patel Oracles Pläne für Java in den kommenden Versionen erläutert. Unter dem Titel "Java & Oracle, One year later" ist das Interview als Video verfügbar.

Patel spricht darin zum Thema Java 8:

[...] Many of our shareholders have expressed their concern for the future of the popular Java-Technology including the Java Language and Virtual Machine. They feel that in the light of the recent Google-Lawsuit Oracle doesn’t fully protect its assets from missuse. By giving away Java free of charge and in Open Source we, and I quote "sacrifice a potential cash cow that is then slaughtered by other companies without proper rewarding Oracle for their work". Now Oracle doesn’t see the need of charging Developers or End-Users for the use of Java-Technology, but we strongly feel that we must prevent missuse as done with Dalvik by Google. Therefor Oracle intends to develop its Version of Java in a more restricted fashion only allowing its own developers and members of the community that signed a non-disclosure-agreement to work on it. As Java 7 is too far into its development we do not intend to apply the aforesaid to this version of Java. However the next Version will see all necessary changes in its development structure and will be released under the protection of the Oracle Enterprise Licence (OEL). To reflect these changes the name will be changed to Java Professional, beginning with version 1.0.
Of course the Open Source implementation OpenJDK will see the improvement of the Java Professional branch. But as I mentioned before it is imperative to protect Oracles rights as the owner of Java Technology. This means, that the improvements of Java Professional will be implemented in the subsequent version of OpenJDK. [...]

Patel spricht also ziemlich unverhohlen davon, dass Oracle vorhat Java wieder auf die proprietäre Schiene zu stellen um seine rechtliche Situation zu stärken. Googles Implementation Dalvik wird als ein Grund angegeben. Nach Solaris, OpenOffice.org und MySQL sieht dies aber nach einem weiteren Schritt aus die Gemeinschaft aus den mit Sun gekauften Produkten herauszuhalten und mit veralteten Versionen gegenüber der "offiziellen" Variante abzuspeisen. Patel erwähnt z.B. explizit, dass die Neuerungen von "Java Professional" (ugh, was für ein Name …) erst in der darauffolgenden Version verfügbar sein werden. Das bedeutet also, dass Entwickler die OpenJDK für ihre Entwicklung verwenden immer eine Version hinter dem Stand der Technik sein werden.

Es lassen sich aber auch Konsequenzen für die Endnutzer herauslesen. So werden also Programme die Funktionalität aus der aktuellen Java Version verwenden nicht mit der aktuellen OpenJDK Version laufen, da diese diese Funktionalität nicht bietet. Der Benutzer wird also dazu gezwungen das "offizielle" Produkt zu verwenden um alle Java-basierten Programme verwenden zu können. Da vor allem bei der Entwicklung von Applets für webbasierte Dienste die Adaption an neue Möglichkeiten von Java recht schnell angenommen wird, ist der Nutzer also über kurz oder lang genötigt auf die neueste Professional Version zu aktualisieren wenn er diese Angebote nutzen möchte.

Ich sehe einen Fork auf uns zukommen. Es bleibt zu hoffen, dass die Entwicklungsunterschiede nicht so gravierend sind wie bei Silverlight/Moonlight, bzw. .NET/Mono.

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