LaTeX – Mathe-Modus und BibTex
Mai 8, 2013 um 6:09 vormittags | Veröffentlicht in LaTeX, Ubuntuusers | 10 KommentareWie ich schon vor längerer Zeit geschrieben habe, halte ich in diesem Semester, zusammen mit zwei Kollegen, am Informatik-Institut der Uni Wien einen LaTeX-Workshop ab. Dieses Mal waren die Themen, die wir vorgetragen haben Mathematik-Modus (Formelsetzen) und BibTeX (Zitieren).
Selbstverständlich ist auch diesen Folien der Umfang dieses Teilbereiches von LaTeX nicht erschöpft, sie sollen nur einen Punkt zum Einstieg bieten.
Beim nächsten Termin (4.6.) wird es um Tabellen erstellen, Grafiken einbinden und Referenzen setzen (innerhalb und außerhalb des Dokuments) gehen.
Dateien
Mathe-Modus.tex <– TeX-File für den Mathe-Modus
Mathe-Modus.pdf <– Kompiliertes PDF
BibTeX.tex <– TeX-File für BibTex
BibTeX.pdf <– Kompiliertes PDF
Einheit01.bib <– Das zugehörige Bib-File (Zitiermaterial)
include.tex <– Header-File mit allen notwendigen Layout-Informationen und eingebundenen Paketen
cc-by-sa.png <– CC-Grafik
Anmerkung: Das Original aus dem Workshop hat auf der Titelfolie noch eine zusätzliche Grafik: das Logo des Mentoring-Programms der Uni Wien. Da ich dieses nicht unter eine CC-Lizenz stellen kann habe ich es kurzerhand herausgenommen. Außerdem habe ich den Header noch nicht aufgeräumt. Hier ist ein Haufen an neuen Kommandos, welche keine logische Struktur haben. All das in Version 2.0
Wie auch im PDF geschrieben: alle diese Dateien stehen unter einer CC-BY-SA 3.0, mit einer Ausnahme: die cc-by-sa.png-Grafik, an welcher alleine Creative Commons die Rechte hält.
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Horner – Konvertieren zwischen Zahlensystemen
April 8, 2013 um 7:25 nachmittags | Veröffentlicht in Bash, Free Software/Open Source, Programmieren, Ubuntuusers | 10 Kommentare“Mama, weißt du wie ich von einem Zahlensystem in ein anderes umrechne?”
“Nein, Schätzchen. Weiß Linux es nicht?”
“Nein, ich kann kein Programm finden, dass das kann.”
“Es gibt kein Programm um zwischen Zahlensystemen zu Konvertieren? Oh, nein …”
*Türe wird aufgestoßen, Horner-man stürmt herein*
“Fürchtet euch nicht, gesetzestreue Linuxer! Eure Klagen wurden erhöhrt!”
“Ooh, Horner-man. Unser Held!”
Autsch. Das tut weh. Ich habe es selbst geschrieben und es schmerzt trotzdem sehr. Abgegriffenes Szenario, unglaubwürdige Darsteller, ein Hauch von Sexismus. Autsch.
Kommen wir zum Thema. Seit Langem wollte ich ein Programm haben, mit dem ich einen Wert in verschiedenen Zahlensystemen darstellen kann. Dazu musste dieses Programm jedoch die Umrechnung zwischen diesen Systemen beherrschen. Mein vorrangiges Ziel war die Umrechnung vom Dezimalsystem ins Binärsystem und umgekehrt. Es gibt sicherlich Programme da draußen, die dafür geschrieben sind oder es zumindest nebenbei beherrschen. Speziell die Konvertierung zwischen Zahlensystemen zur Basis 2, 8, 10 und 16 findet sich häufig in digitalen Taschenrechnern. Speedcrunch ist ein schönes Beispiel dafür. Allerdings wollte ich nicht einfach nur ein Programm, welches mir ein Ergebnis anzeigt, sondern auch die Möglichkeit dieses Programm in einem Script zu verwenden. Es musste also konsolenbasiert arbeiten und Ein- und Ausgabe sollten über die Standardkanäle erfolgen.
Da ich kein entsprechendes Programm gefunden habe, habe ich mir vorgenommen selbst eines zu schreiben. Da ich außerdem schon länger das Horner-Schema testweise implementieren wollte, entschied ich mich dazu, die Umrechnung damit vorzunehmen. Dazu muss erwähnt werden: ich habe dieses Programm für meine persönlichen Bedürfnisse entwickelt, weswegen es nur mit ganzen Zahlen umgehen kann. Die Berechnung mit Gleitkommazahlen ist um einiges komplizierter und es braucht ein bisschen Hirnschmalz um ein Programm zu entwickeln, das nicht sofort Probleme mit der Rechengenauigkeit bekommt. Vielleicht erweitere ich das Programm irgendwann in diese Richtung. Vorerst kann es nur Integer verwerten. Dafür kann es mit Zahlen verschiedenen Basen arbeiten. Die Untergrenze ist Basis 2 (Binär), die Obergrenze ist 36. Rein theoretisch könnte es natürlich noch mehr Basen verarbeiten, bei 36 gehen mir jedoch die sinnvollen Zahlenrepräsentationen aus (0-9, a-z).
Das Programm, oder mehr die Befehlssammlung, kann positive und negative Zahlen von 0 bis 4294967295 verwerten. Dabei ist jedoch 4294967295 das Minimum an Obergrenze. Auf einem 64-bit System ist die Obergrenze 18446744073709551615 (abhängig vom Compiler; hier: GCC). Installation und Verwendung werden noch beschrieben. Zuerst jedoch eine kleine Exkursion:
Was ist das Horner-Schema?
Das Horner-Schema wurde von William George Horner entwickelt und dient der Polynomberechnung. Da die Umrechnung in ein anderes Zahlensystem als Polynom dargestellt werden kann ist das Horner Schema (oder Horner’s Method im Englischen) eine sehr einfache und schnelle Art der Berechnung. Im Großen und Ganzen funktioniert es so:
Umwandlung in das Dezimalsystem; B ist die Basis, a ist die Ausgangszahl, a1 die erste Stelle derselben, …:(((a1*B + a2)*B + a3)*B + a4) ...
Bsp:
Wir wollen den Binärwert (Basis = 2) 101010 in das Dezimalsystem umwandeln:((((1*2+0)*2+1)*2+0)*2+1)*2+0 = 42
Die Umwandlung eines Dezimalwertes in ein anderes System funktioniert analog dazu. Zuerst wird per Modulo (Restwertdivision) der Restwert errechnet. Dieser stellt bereits eine Stelle des Ergebnisses dar. Da dieser Rechenvorgang genau umgekehrt zur Umwandlung ins Dezimalsystem verläuft, ist auch das Ergebnis umgekehrt:42 % 2 = 0
42-0 / 2 = 21
21 % 2 = 1
21-1 / 2 = 10
10 % 2 = 0
10-0 / 2 = 5
5 % 2 = 1
5-1 / 2 = 2
2 % 2 = 0
2-0 / 2 = 1
1 % 2 = 1
1-1 / 2 = 0
Sobald die Zahl, mit der man rechnet 0 geworden ist, endet die Rechnung. Die fettgedruckten Zahlen ergeben, von unten nach oben gelesen, das Ergebnis. Die Zeichenkette ist also 101010. Das ist dieselbe Zeichenkette, die wir zuvor ins Dezimalsystem umgewandelt haben. Es funktioniert!
Die Programme
Ich habe für jeden Rechenvorgang ein C++-Programm geschrieben. 2dec wandelt eine Zahl in das Dezimalsystem um, dec2 wandelt eine Dezimalzahl in eine beliebige Basis (von 2 bis 36) um. Die beiden Programme können jedes für sich aufgerufen werden mit:dec2 <Basis> <Wert>2dec <Basis> <Wert>
Die <Basis> ist immer die Basis aus der, bzw. in die ich umrechnen möchte. Die jeweils andere Basis ist ja das Dezimalsystem.
Möchte ich nun den Wert 42 in das Binärsystem umrechnen, so rufe ich das Programm dec2 auf:dec2 2 42
Möchte ich die Berechnung umdrehen, so verwende ich das Programm 2dec:2dec 2 101010
Die beiden Programme lassen sich kombinieren, wenn ich von einer Basis in eine andere konvertieren möchte und keine von beiden die Basis 10 ist. Möchte ich wissen, welchen Binärwert der Hexadezimale Ausdruck affe hat, dann mache ich das so:dec2 2 $(2dec 16 affe)
Ergebnis: 1010111111111110
Das Script
Diese Kombination übernimmt das Script horner. Dieses übernimmt per -i die Basis des Inputs und per -o die Basis, in die der Wert umgewandelt werden soll (Output):horner -i 16 -o 2 affe
entspricht der obigen Kombination der beiden Programme. Das Script geht davon aus, dass die beiden Programme in einem Verzeichnis abgelegt sind, das in der $PATH-Variablen des Nutzers eingetragen ist.
Das Makefile
Am Besten ist es, wenn man den Code selbst kompiliert. Für all diejenigen, die sich dabei unwohl fühlen oder es einfach noch nicht gemacht haben: keine Sorge, das Makefile übernimmt diese Arbeit. Dazu muss das Paket automake im System installiert sein.
Installation
Zuerst benötigt man den Code, den es hier zum herunterladen gibt.
Dieses Archiv lässt sich pertar -xvzf Horner.tar.gz
ins aktuelle Verzeichnis entpacken. Die entpackten Dateien liegen dann im selben Verzeichnis wie das Archiv.
Sobald man die Dateien entpackt hat muss man nur in einem Terminalmake
aufrufen. Dies kompiliert den Code und erzeugt die beiden Programme 2dec und dec2.
Mittelsmake install
kann man die Programme dann automatisch installieren. Dabei werden sie im Verzeichnis /bin im Home-Verzeichnis des Nutzers abgelegt. Dieses Verzeichnis sollte immer im $PATH liegen und der Nutzer hat dort immer Schreibrechte. Möchtest du die Installation anpassen (sprich: die Dateien woanders unterbringen), dann musst du nur die Dateien 2dec, dec2 und horner im gewünschten Verzeichnis ablegen.
Abschlussbemerkung
Die Programme, das Script und das Makefile stehen unter der GPLv3. Sie sind in keinster Art und Weise getestet und implementieren so gut wie keine Fehlerbehandlung. Über Bugmeldungen freue ich mich, kann aber nicht versprechen, dass ich sie schnell behebe. Wie erwähnt: die Programme sind aus Neugier entstanden und erfüllen meine Anforderungen. Deswegen habe ich vorerst auch nicht vor, sie auf GitHub oder sonstwo hochzuladen. Wenn du das gerne tun möchtest, tu dir keinen Zwang an. Informiere mich in diesem Fall aber bitte darüber.
Über den Inhalt der Programme und des Scripts verliere ich hier keine großen Worte. Wenn du Interesse hast zu erfahren was hier genau passiert, dann schreib mir das in den Kommentaren. Ich antworte dir dann entweder dort oder schreibe einen neuen Artikel zum Thema.
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Neuer Urheberrechtsvorschlag lässt Atem stocken
April 1, 2013 um 2:21 vormittags | Veröffentlicht in 1. April, Humor, Ubuntuusers | 4 KommentareDie deutsche Verwertungsgesellschaft GEMA und ihr österreichisches Pendant haben sich für einen neuen Vorschlag zur Urheberrechtsabgabe zusammengetan. Laut Presseaussendung werden sich durch die gemeinsame Aktion mehr Chancen darauf ausgerechnet, dass die betroffenen Länder tatsächlich diesen Vorschlag umsetzen.
Ein Sprecher der GEMA nennt den neuen Vorschlag “revolutionär” und einen Schritt in die richtige Richtung. Wenn es aus dieser Ecke so tönt, dann weiß bereits jeder, der mehr als 3 Hirnzellen im Kopf hat, dass es für die Menschen ein schlechter Deal wird.
Die Prämisse hinter dem Vorschlag der beiden Organisationen lautet so: Jeder Mensch hat in seinem Leben urheberrechtlich geschütztes Material konsumiert. Dieses Material hat sich zu einem Zeitpunkt in seinem Gehirn als Gedanke, Gefühl oder sonstwie manifestiert. Stirbt nun dieser Mensch und dekompostiert in seinem Grab, dann geraten die betroffenen Hirnzellen in der ein oder anderen Form wieder in Umlauf. Bei Verwesung sollen die Atome, die zuvor die Zellen gebildet haben, in die Luft entweichen. Diese Luft wird dann wiederum von anderen Menschen eingeatmet und somit das urheberrechtlich geschützte Material erneut wiederverwertet. Doch dieser Mensch zahlt nichts dafür!
Den Einwand, dass es sich bei solch kleinen Mengen um Fair-Use handeln könnte lassen die Gesellschaften erst gar nicht gelten, denn “der durchschnittliche Mensch atmet ja nicht nur einmal pro Tag, sondern mehrmals. Dadurch summieren sich dieser Mengen zu einem großen Ganzen auf. Unsere Statistiken zeigen, dass der Durchschnittliche Mensch am Tag 2 mal Beethovens 9te veratmet”, so die GEMA.
Der Vorschlag sieht nun eine allgemeine Zahlungspflicht für jede Person vor, die sich länger als einen Atemzug auf dem Staatsgebiet eines der betroffenen Staaten aufhält. Man könne auch Pauschale Beträge für eine Anzahl an Atemzügen bezahlen, welche geringer wären als äquivalente einzelne Atemzüge. So könnten Menschen, die bereit sind €50,- pro Monat hinzublättern an einem Tag bis zu 1.000 mal atmen. Ab €200,- sind es 10.000 mal. Ein normaler Erwachsener braucht normalerweise 11-15 Atemzüge pro Minute, was auf etwas mehr als 20.000 Atemzüge am Tag kommt. Daher gibt es auch einen Ganztagestarif, der 22.000 Atemzüge freistellt. Dieser kommt auf €400,-/Monat.
Für Spitzensportler und Schulen gibt es eigene Tarife, da dort zum einen besonders viel geatmet wird und zum Anderen der Austausch der eigenen Atemluft mit anderen Personen stärker konzentriert ist.
Auf Anfrage von Taach bei der US Amerikanischen RIAA teilte uns ein Sprecher mit, dass das “… Modell sehr interessant ist, jedoch ein wenig zu kurz greift. Wir arbeiten an einer Lösung, die besonders auf Menschen Bezug nimmt, die besonders viel ausatmen.”
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Tanglu – Immer ein aktuelles Debian
März 15, 2013 um 2:53 nachmittags | Veröffentlicht in Debian, Free Software/Open Source, KDE, Ubuntuusers | 12 KommentareDebian ist bekannt als superstabil, superhart … und superalt. Es wird viel Mühe in die Härtung eines Paketes gesteckt und in das Finden von Bugs. Da Debian erst dann ein Release bringt, wenn ein gewisser Mindeststandard erreicht ist, ist auch immer offen wann die nächste Version erscheint. Normalerweise wird 18 Monate nach einem Release der aktuelle Stand in Testing eingefroren. Das bedeutet, dass unabhängig vom Stand im Rest der Welt keine neuen Programmversionen mehr einfließen. Dann beginnt die Phase in der Maintainer ihre Pakete soweit verbessern, dass ein Release erfolgen kann. Oftmals dauert dies ein halbes Jahr und länger. (It’s ready, when it’s ready.)
Besonders bei Software wie Firefox (neues Release alle 6 Wochen) ist dies natürlich problematisch, weswegen die Debian-Entwickler … eigene Patches … Iceweasel. Firefox ist jedoch bei weitem nicht die einzige Software, die bei einem Debian-Release bereits veraltet ist. Auch KDE hat z.B. einen 6-Monats-Rythmus. Die Chance, dass KDE bereits um eins höher gezählt hat, wenn Debian Stable aktualisiert wird, ist sehr hoch.
Diese Lücke will Tanglu nun schließen. Bis jetzt findet man dort nur eine Ankündigung, welche die Pläne für Tanglu erläutert. Die Wichtigsten davon sind:
- Tanglu will eine Lücke von Debian schließen. In der Zeit eines Debian Freezes sollen neue Programm-Versionen bei Tanglu weiterentwickelt werden. Dazu lädt Tanglu alle Paket-Maintainer in das Projekt ein, will jedoch niemanden zwingen. Bei Herausgabe von Debian Stable sollen die aktuellen Tanglu-Pakete wieder nach Debian zurückfließen.
- Ein fester Release-Rythmus von 6 Monaten.
- Die Installation proprietärer Firmware (Treiber) will Tanglu so einfach wie möglich machen, diese soll jedoch nicht in der Standardinstallation enthalten sein. Stallmans Ungnade ist ihnen trotzdem sicher.
- Pakete sollen möglichst nah an Debian und damit möglichst nahe an Upstream (die ursprünglichen Entwickler) bleiben. Im Gegensatz zu z.B. Ubuntu will man keine eigenen Patches schreiben, wenn nicht notwendig.
- Vollständige Kompatibilität zu Debian ist Muss. Eigenkreationen wie Mir (konkretes Beispiel) sollen nicht passieren. Eine Art Software-Center soll es aber geben.
- Als grafische Oberfläche will man sich zu Anfang auf KDE focussieren. GNOME Vanilla und andere Desktops sollen jedoch, wenn es eine Community dafür gibt, ebenfalls verfügbar werden,
Laut eigener Aussage besteht das Team hinter Tanglu aus nicht sehr vielen Leuten. Dass man eine eigene Distribution stemmen kann ist man sich hier aber scheinbar sicher. Ein konkretes Datum für die erste Ausgabe ist noch nicht genannt worden. Bei einem 6-Monats-Rythmus bis zum Release plus Anfangsarbeiten ist jeoch vor Oktober eher nicht damit zu rechnen.
Ich habe mir schon länger überlegt auf eine Debian-basierte Distribution, welche nicht Ubuntu ist, umzusteigen, vielleicht sogar Debian selbst. Davon hat mich bis jetzt die teilweise stark veraltete Softwareauswahl von Debian Stable abgehalten. Tanglu ist für mich diesbezüglich eine interessante Alternative. Vielleicht wird mein Laptop ja nicht auf Kubuntu 13.10 aktualisiert.
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LaTeX – Ein Einstieg
März 13, 2013 um 7:48 vormittags | Veröffentlicht in LaTeX, Ubuntuusers | 7 KommentareLange ist es her, dass ich etwas über LaTeX geschrieben habe. An sich habe ich einen Einstieg in LaTeX schon vor längerer Zeit einmal beschrieben. Dieses Semester leite ich, gemeinsam mit zwei Kollegen an der Uni Wien einen LaTeX-Workshop, in welchem wir versuchen Studienanfänger an LaTeX heranzuführen. Dazu haben wir ein paar Foliensätze zusammengestellt, mit denen wir das jeweilige Thema vorstellen. Die Themen sind folgende:
- Einstieg/Installation von LaTeX
- Mathematik-Modus
- Zitieren mit BibTeX
- Grafiken verwenden
- Tabellen bauen
- Referenzen innerhalb und außerhalb des Dokuments
- Präsentationen mit Beamer
Wir sind immer noch dabei Foliensätze zu erstellen, deswegen kann ich jetzt nur den ersten Foliensatz online stellen. Die Foliensätze sind so verfasst, dass sie möglichst selbsterklärend sind. Deswegen werde ich hier nicht viel über den Inhalt verlieren. Natürlich besteht LaTeX aus wesentlich mehr als die Folien abdecken können. Es soll eben nur ein Einstieg sein. Weitere Foliensätze folgen, sobald sie in einer finalen Version vorliegen.
Dateien
Einheit01.tex <– Das haupt-TeX-File
Einheit01.bib <– Das zugehörige Bib-File (Zitiermaterial)
include.tex <– Header-File mit allen notwendigen Layout-Informationen und eingebundenen Paketen
cc-by-sa.png <– CC-Grafik
Einheit01.pdf <– Fertiges PDF
Anmerkung: Das Original aus dem Workshop hat auf der Titelfolie noch eine zusätzliche Grafik: das Logo des Mentoring-Programms der Uni Wien. Da ich dieses nicht unter eine CC-Lizenz stellen kann habe ich es kurzerhand herausgenommen. Außerdem habe ich den Header noch nicht aufgeräumt. Hier ist ein Haufen an neuen Kommandos, welche keine logische Struktur haben. All das in Version 2.0
Wie auch im PDF geschrieben: alle diese Dateien stehen unter einer CC-BY-SA 3.0, mit einer Ausnahme: die cc-by-sa.png-Grafik, an welcher alleine Creative Commons die Rechte hält.
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Ubuntu und MariaDB – Wann? UPDATE
Januar 28, 2013 um 2:25 vormittags | Veröffentlicht in Free Software/Open Source, Ubuntu, Ubuntuusers | 9 KommentareNachdem Oracle Sun aufgekauft hat sind bereits viele Projekte in Oracles Händen zerflossen. OpenOffice.org wurde in LibreOffice geforkt und der Großteil der Community-Entwickler schlossen sich dem Fork an. OOo fristet seither ein eher bescheidenes Dasein unter dem Dach der Apache Foundation. OpenSolaris, die Community-Version von Solaris wurde von Oracle abgewürgt, die wichtigsten Entwickler gründeten den Fork OpenIndiana. Das ODF-Plugin für MS Office, unter Sun kostenfrei erhältlich, war von Oracle für etwa $ 70,- zu beziehen. Inzwischen laufen alle Links von Oracles Website zum Plug-In ins Leere.
Bei MySQL versucht Oracle Anwender offensichtlich zum Umstieg auf Oracles Datenbank oder zumindest auf die Enterprise Version zu bewegen. Eine nicht-öffentliche Fehlerdatenbank und ein Ausgrenzen der Community machen MySQL, trotz GPL, zu einem proprietären Projekt. Auch scheinen in der Community-Version seit dem Verkauf wichtige Funktionen zu fehlen. So erhalte ich beim Einsatz von MySQL (5.5) aus den Ubuntu-Quellen nur Fehler, wenn ich versuche TRIGGER, EXCEPT, ROLE oder CHECK zu verwenden.
Mehrere Distributoren haben inzwischen angekündigt die Standard-Datenbank von MySQL auf MariaDB umzustellen, OpenSuse hat es sogar schon gemacht. MariaDB ist ein Fork von MySQL, geleitet von Michael Widenius, dem Schöpfer von MySQL. Es verspricht Feature-Gleichheit oder sogar -Vorsprung zu MySQL Enterprise und wird als OpenSource-Projekt geführt. Leider gibt es dazu noch keine Aussagen von Ubuntu.
[UPDATE]
Heeeere commmmes annnnnnnotherone …..
[/UPDATE]
Liebe Ubuntu-Entwickler, bitte folgt dem Beispiel eurer Kollegen und ersetzt MySQL durch eine bessere Alternative.
P.S.: Eine Anleitung um MariaDB auf Ubuntu/Debian zu installieren.
[UPDATE 2]
Auch Slackware und Arch setzen nun auf MariaDB. Bei Ubuntu gibt es weder auf der offiziellen Homepage, noch bei Mark Shuttleworth irgendwelche Kommentare dazu. Immerhin auf Ubuntuusers gibt es einen Artikel zu MariaDB, welcher allerdings erst im Aufbau ist. Man kann wohl nicht davon ausgehen, dass MariaDB bereits in Ubuntu 13.04 enthalten sein wird. Vielleicht haben wir ja Glück und es kommt mit 13.10. Inzwischen liebäugle ich mit einem Umstieg …
[/UPDATE 2]
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Bezahle für deine Untauglichkeit
Januar 23, 2013 um 3:54 vormittags | Veröffentlicht in Österreich, Politik | 2 KommentareGerade lese ich über einen Vorschlag von Generalmajor Kurt Raffetseder, Militärkommandant von Oberösterreich, eine Wehrersatzsteuer von Untauglichen einzuheben. Diese Steuer nach schweizer Modell, die auch heute noch gültig ist, verlangt von untauglichen Männern bis zu ihrem 30. Lebensjahr 3% ihres zu versteuernden Gehalts, mindestens aber 400 Franken (heute € 323,02), an den Staat zu entrichten. Zahlen müssen auch Männer, die ihrer Verpflichtung Dienst zu leisten nicht oder nur ungenügend nachkommen. Im Gegensatz zum Glauben von Herrn Raffetseder kann ein wohlhabender Schweizer sich also doch “freikaufen”, indem er seinen Dienst ganz einfach nicht antritt.
Die Ausnahmeregelungen sind auch hauptsächlich für Extremfälle gedacht. Laut Wikipedia sind Personen vom Zahlen der Wehrersatzsteuer befreit, wenn:
- wegen erheblicher körperlicher, geistiger oder psychischer Behinderung nicht ein bestimmtes Mindesteinkommen erzielt wird
- die Dienstuntauglichkeit infolge einer erheblichen Behinderung ausgesprochen wurde, welche eine Invaliden-Rente ausgelöst hat
- die Dienstuntauglichkeit durch Gesundheitschädigung im Militär- oder Zivildienst bedingt ist
- sie Bundesparlamentarier oder andere nach Gesetzgebung von persönlicher Dienstleistung Befreite sind
Den Punkt mit den Bundesparlamentariern finde ich sehr interessant … Natürlich weiß ich nicht wie streng oder liberal die schweizer Stellungskommissionen Untauglichkeit bewerten. Hier ein kleines Beispiel, das nicht aus der Luft gegriffen ist:
Während meiner Schulzeit kannte ich mehrere Kollegen, die eine Rückgradschiefstellung hatten. Diese war angeboren, zumeist ein zu kurzes Bein, und konnte nicht oder nicht vollständig korrigiert werden. Zumindest vor dem Ende der Wachstumsphase. Man kann sich also ausrechnen, dass diese Kollegen die Stellung mit der Bescheinigung “Untauglich” beendet haben. Mit ihrem restlichen Körper und auch ihrem Geist war jedoch alles in Ordnung. Eine Arbeit, die in sitzender Position ausgeführt wird, hätten sie also in jeder Gehaltsklasse ausführen können. Damit fallen sie, ohne ihr eigenes Verschulden, durch alle Ausnahmeregelungen und müssten, unabhängig von ihrem Gehalt mindestens die etwa € 300,- zahlen. Studieren geht sich daneben sicher nicht mehr aus. (€ 363,63 oder mehr, wenn es nach der ÖVP geht.)
In diesem Beispiel, das, mit anderen Fehlbildungen, leider relativ häufig ist, verunmöglicht das Modell also Menschen, die bereits körperlich benachteiligt sind auch eine geistige Fortbildung und hält sie damit von möglichen beruflichen Aufstiegchancen ab.
Wenn das Wort Gerechtigkeit immer strapaziert wird, dann muss man über so etwas schon nachdenken.
– Kurt Raffetseder
Ja, Herr Raffetseder, ich bin bei Ihnen. Das ist wirklich vollkommen gerecht.
Ich hätte einen Gegenvorschlag: wir besteuern den IQ. Es wird wohl niemand behaupten, dass eine Person mit geringem IQ hochwertige Arbeit verrichten kann oder gar ein Studium packt. Damit hätten wir eine ideale Einnahmequelle, die genauso “gerecht” ist, wie der Vorschlag von Herrn Raffetseder. Mein Vorschlag wäre: besteuern wir den IQ bis 100 Punkte. Der IQ wird gemessen in einem Intervall von 0 bis 200, wobei die meisten Menschen zwischen 55 bis 145 liegen. Der Durchschnitt der Bevölkerung liegt im Bereich 90 bis 110[1]. Nehmen wir also die Differenz zwischen dem IQ und dem Wert 100 und verwenden diesen als Prozentsatz. Diesen Prozentsatz müssen Menschen, die unter 100 Punkten liegen dann von ihrem Gehalt an den Staat abführen. Da sich der IQ, per Definition, bei Erwachsenen nicht mehr ändert ist er vielleicht sogar eine fairere Entscheidungsgrundlage als die zwei Tage, die ein junger Mann bei der Stellung verbringt.
So wie man Herrn Raffetseders Vorschlag im Volksmund als “Bist du behindert, dann zahl” übersetzen kann, so ist mein Vorschlag ein “Bist du blöd, dann zahl”-Modell. Beides ist in etwa gleich “gerecht”, bezieht sich also auf eine angeborene menschliche Schwäche und verlangt von Betroffenen auch noch eine finanzielle Belastung für diese Schwäche.
Man konnte sich schon ausrechnen, dass nach dem zweideutigen Ergebnis der Volksbefragung mehr oder weniger qualifizierte Meinungen durch die Presse fliegen.
Herr Raffetseder, bitte zuerst nachdenken.
Quellen (nicht online)
[1] Klaus Kubinger, Psychologische Diagnostik – Theorie und Praxis psychologischen Diagnostizierens (2009)
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Herr Vizekanzler Spindelegger
Januar 22, 2013 um 5:28 vormittags | Veröffentlicht in Österreich, Politik | 2 KommentareIhre Partei hat keine rühmliche Geschichte hinter sich. Ursprünglich als Christlich-Soziale Alternative zur Sozialdemokratischen Partei gegründet legte sie bald alle Bestrebungen ab für die arbeitende Bevölkerung einzustehen und wandte sich der Seite des Geldes und der Macht und der katholischen Kirche zu. Spätestens seit Engelbert Dollfuß war auch das Bekenntnis zur Demokratie weg. Die Partei, die Dollfuß hervorgebracht hat, wünschte sich eine Rückkehr zum Ständestaat, zum Kaiserreich, ein Ende der Selbstbestimmung. Auch heute noch gehen viele Bestrebungen der ÖVP in diese Richtung. Es wird durch Belastung der Geringverdiener, Entlastung der Konzerne, Studiengebühren, usw. versucht das Geld so umzuverteilen, dass es sich bei ein paar Wenigen sammelt.
Das vor der Bevölkerung einzugestehen ist schwierig und äußerst unpopulär. Einer populistischen Partei wie der ÖVP ist das natürlich nicht recht. Dass die Ränge der konservativen Partei vollgestopft ist mit Menschen, deren Hintergrund Geld ist, passt nicht so gut mit der Forderung der ÖVP eine Österreichisches Volkspartei zu sein. Traditionell hat es ihre Partei daher auch nicht so mit der Wahrheit. Es ist viel einfacher das Wahlvieh eiskalt zu belügen und dann drüber zu fahren. So geschehen bei der Einführung der Studiengebühren. Bildungsministerin Elisabeth Gehrer versprach wenige Wochen nach Angelobung der Regierung Schüssel I, dass keine Studiengebühren geplant wären. Nur wenige Monate darauf wurden jedoch die erforderlichen Gesetze geschaffen oder geändert. Die Ministerin muss zu diesem Zeitpunkt bereits gewusst haben, dass diese Gebühren kommen werden.
Dazu zählen kann man auch das Versprechen von Wolfgang Schüssel vor der Nationalratswahl 1999, er würde seine Partei in die Opposition führen, sollte sie nur den 3. Platz erreichen. Dass er daraufhin als drittstärkster auf den Posten des Bundeskanzlers gehievt wurde verdankt er einer geheimen, demokratieverachtenden Absprache mit der FPÖ, mit welcher er sich bereits vor der Wahl auf eine Koalition geeinigt hatte.
Auch steht für die ÖVP politisches Kalkül seit jeher über dem Wohl der Menschen in diesem Land. Die Sicherheit, für welche laut Ihnen bei der vergangenen Volksbefragung votiert worden sei, hat gerade ihre Partei den Menschen durch die Polizeireform von Innenminister Ernst Strasser weggenommen. Damals wurden Polizeistationen zusammengelegt, viele Polizisten per Golden Handshake in Frühpension geschickt und jahrelang nicht einmal für genug Nachfolge gesorgt um den natürlichen Abgang auszugleichen. Speziell in Wien, traditionell die Hochburg Ihres politischen Gegners SPÖ, hatte diese plötzliche radikale Reduktion einen enormen Effekt. Die Kriminalitätsrate in der Bundeshauptstadt stieg sprunghaft an und ihre Partei ließ nichts unversucht dies auf die angeblich schlechte Regierung durch die SPÖ zu schieben. Kräftige Unterstützung erfuhren Sie von Ihrem damaligen Koallitionspartner auf Bundesebene, der FPÖ. Zum Glück glaubten Ihnen die Wiener kein Wort und wählten Sie kurzerhand aus der Stadtregierung, welche die SPÖ sodann alleine ausfüllte. DAS ist ein Zeichen, Herr Vizekanzler. Nicht der Ausgang der vergangenen Volksbefragung, auf welche ich noch zu sprechen kommen werde.
Die vergangene Volksbefragung hatte ein leider trauriges Vorspiel. Als die Menschen dieses Landes endlich die Möglichkeit hatten eine jahrzehntelanges Zwangssystem reformiert zu sehen machten Sie und die FPÖ ihnen Angst davor. Es war von Rettungswägen die Rede, die nicht bereits nach 10 Minuten sondern erst nach einer halben Stunde kämen. Sie selbst sprachen vom “Ende der Ehrenamtlichkeit”. So kann nur jemand sprechen, der keine Ahnung hat, wie ein Zivildienst abläuft. Die Frage gleich vorweg: Sie haben sicher Wehrdienst geleistet. Haben sie auch nur eine Stunde Ihres Lebens ehrenamtlicher Arbeit gewidmet? Wissen Sie überhaupt was das bedeutet?
Lassen Sie mich kurz von meinen Erfahrungen während meines Zivildienstes erzählen. Ich leistete ihn vom Juli 2010 bis zum März 2011 bei den Mobilen Diensten der Caritas im 10. Bezirk. Ich hatte zu tun mit vielen Menschen. Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen und Menschen die einfach nicht mehr selbst ihren Einkauf tragen konnten. Ich bin mit ihnen spazieren gegangen, kaufte für sie ein, sprach mit ihnen und war einfach für sie da. Es waren anstrengende 9 Monate. Es waren belohnende 9 Monate. Vom Großteil der Menschen mit denen ich zu tun hatte erfuhr ich Dankbarkeit und Anerkennung. Ja, ich musste mich auch als Wehrdienstverweigerer beschimpfen lassen. Mein Selbstwertgefühl ist zum Glück stark genug um sich damit nicht weiter herumzuschlagen. Ich hatte sehr liebenswürdige KollegInnen und sehr verständnisvolle und kompetente Chefinnen. Alles in allem kann ich sagen: der Zivildienst war eine wertvolle Erfahrung. Sie hat mich charakterlich reifen lassen.
Und das neben dem Bewusstsein etwas sinnvolles für die Gesellschaft zu tun. Ich glaube nicht, dass ich dieses Bewusstsein auch hätte, wäre ich 6 Monate lang in einem staatlich gesponserten Survival-Training mit der Waffe durch den Schlamm gerobbt. Ich möchte die Grundwehrdiener hier nicht schlecht machen. Den Wehrdienst an sich jedoch als den wichtigeren Dienst am Staat hinzustellen kann ich nicht nachvollziehen.
Genau das haben Ihnen übrigens auch die Menschen in diesem Land am vergangenen Sonntag gesagt. Sie wünschen sich, dass die Leistungen, die während des Zivildienstes vollbracht werden auch weiterhin geschehen. Weil sie, im Gegensatz zu Ihrer Partei, diese Leistungen zu schätzen wissen. Den Menschen in diesem Land ist der Wehrdienst ganz egal. Sie würden sich auch mit einem Berufsheer nicht schwer tun. Deshalb frage ich, warum sich eigentlich niemand die Mühe macht sein Hirn anzustrengen? Was sich die Menschen in diesem Land wirklich wünschen ist die offensichtliche dritte Wahlmöglichkeit neben den beiden suboptimalen Punkten über die es abzustimmen galt: Ein Berufsheer mit verpflichtendem Sozialdienst. Jeder kann den Beruf des Soldaten ergreifen, wenn er will. Zuvor soll aber jeder einen Beitrag für unsere Gesellschaft durch das Ableisten eines Sozialdienstes erbringen. Ob das nun auch Frauen inkludiert, auf diese Diskussion möchte ich hier nicht eingehen, da es noch zu viele Ungerechtigkeiten gibt, mit denen Frauen, unter anderem dank Ihrer Partei, zu leben haben.
Es ist offensichtlich, dass niemand im Vorfeld dieser Volksbefragung einen ernsthaften Versuch unternommen hat sich mit der eigentlichen Fragestellung zu befassen. Die Frage, warum wir auch heute noch unsere Gesellschaft darauf aufbauen junge Menschen mit einem unwürdigen Lohn zu Zwangsarbeit zu verpflichten. Die Wenigsten werden es vermutlich wissen: ein Zivildiener kann, ohne jegliche Gegenleistung, von seinem Arbeitgeber für bis zu 50 Stunden in der Woche eingesetzt werden. Zu einem Lohn von € 289.02. Das ist selbstverständlich die Untergrenze, aber es kommt vor. Ich selbst hatte einen Durchschnitt von etwa 45 Stunden/Woche, wobei Tage mit 9 bis 11 Stunden durchaus häufig waren. Mein persönlicher Rekord War ein Tag, an welchem ich 11,5 Stunden arbeitete. Ohne Mittagspause. Dank Essenspauschale und Fahrgeld war mein monatliches Gehalt etwa € 650,-, was wiederum die Obergrenze darstellt. Ich gehörte also zu den Bestverdienern. Trotzdem war auch das eine Unterbezahlung für meine, auch von meinem Arbeitgeber gewürdigte, sehr gute Arbeit.
Was wir in diesem Land tatsächlich brauchen ist also ein Sozialdienst, der den Zivildienst und den Grundwehrdienst ersetzt und der gerecht entlohnt wird. Ein Berufsheer, das sich den Aufgaben eines Heeres widmet und ein separater Katastrophendienst, der mit Profis befüllt ist.
Zum Abschluss noch eine Bemerkung zu Ihrer Aussage im ZIB2-Interview mit Herrn Armin Wolf am Abend nach der Volksbefragung. Sie lehnen eine Angleichung der Dienstzeit zwischen Wehrdienst und Zivildienst kategorisch ab und Ihr einziges Argument ist: “weil das immer so war”. Abgesehen davon, dass Herr Wolf Sie dabei korrigiert hat war diese Aussage ein Schlag ins Gesicht jedes Zivildieners. Sie haben damit Ihre Ignoranz gegenüber dem Thema einmal mehr unter Beweis gestellt.
Das nächste Mal, wenn Sie über dieses Thema sprechen empfehle ich Ihnen zuerst mit einem Experten zu sprechen. Mit jemandem, der den Dienst selbst geleistet hat. Zum Beispiel mit Herrn Minister Darabos. Selbsternannte Experten wie Sie, die etwas nie erlebt haben, haben keine Ahnung wovon sie reden. DAS ist etwas, das immer so war.
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Playr – Ein iPod Shuffle für die Bash
Januar 21, 2013 um 10:05 vormittags | Veröffentlicht in Bash, Multimedia, Programmieren, Ubuntuusers | 9 KommentareSchon länger habe ich nach einer Möglichkeit gesucht ein paar Musikdateien auszuwählen und in zufälliger Reihenfolge abspielen zu lassen. Das kann sowohl ein einzelnes Album sein, als auch eine Zusammenstellung mehrere Tracks aus verschiedenen Verzeichnissen. Außerdem sollte dieses Programm Konsolen-basiert sein, da ich es für schnelle Wiedergabe brauche und nicht zuerst in einer GUI alles zusammenklicken will. Da ich ein solches Programm leider noch nicht gefunden habe, habe ich mir selbst ein Bash-Skript zusammengestellt, welches als Scheduler dient und play (Paket sox aus den Quellen) zum Abspielen verwendet. play kann sowohl OGG, FLAC und WAV abspielen. Nach Installation von libsox-fmt-mp3 auch MP3.
Playr
Playr steht für die Zusammensetzung aus play (dem Programm fürs Abspielen der einzelnen Tracks) und random (engl.: zufällig). Dass es aussieht wie ein Web2.0-Name ist wiederum Zufall (dt.: coincidence).
Die grobe Funktionsweise: Die übergebenen Musiktracks werden in eine versteckte Textdatei geschrieben. Dann wird mit Hilfe von $RANDOM eine Zufallszahl zur Berechnung des nächsten Tracks verwendet. Dieser Track wird sodann abgespielt und aus der Textdatei entfernt. Das verhindert, dass dieser erneut abgespielt wird (was etwas ist, dass ich bei portablen Audio-Playern sehr nervig finde). Solange noch Tracks in der Liste sind wird fortgefahren.
Soll die Wiedergabe abgebrochen werden, muss der Nutzer nur [strg]+[c] drücken. Leider habe ich bis jetzt keine Möglichkeit gefunden zusätzlich dazu auch einfach zum nächsten Track zu wechseln. Man kann natürlich einfach die trap entfernen, dann bricht [strg]+[c] nur das aktuelle play ab. Dann kann jedoch das Skript selbst nicht mehr komfortabel beendet werden.
Das Skript
Wir beginnen mit der trap. Dieses Konstrukt sorgt dafür, dass unser Skript [strg]+[c] verarbeiten kann. Dafür schreiben wir folgende Zeile:
trap quit SIGINT SIGTERM
Diese Zeile führt dazu, dass beim Erhalt der Signale SIGINT (Signal 2) oder SIGTERM (Signal 15) quit ausgeführt wird. Nun ist quit kein Bash-Befehl sondern eine Funktion, die wir uns selbst schreiben, welche das Skript geordnet beendet:
function quit {
rm -f $TRACK_FILE $TEMP_FILE
exit 1
}
Diese Funktion schreiben wir vor die Trap. In dieser löschen wir einfach unsere Textdateien, damit sie beim nächsten Programmaufruf nicht stören.
Als nächstes definieren wir zwei Variablen für unsere versteckten Textdateien. Zum einen eine Datei um die Tracklist zu speichern, zum Anderen eine Datei in der die veränderte Liste gespeichert wird:
TRACK_FILE=/tmp/.tracklist.playr
TEMP_FILE=/tmp/.temp.playr
Wir speichern die Dateien in /tmp , damit sie keine Verzeichnisse zumüllen. Außerdem sollten wir in /tmp immer Schreibzugriff haben. Sollte /tmp nicht verfügbar sein, kann man das Verzeichnis ja auf $HOME ändern.
Nun wirds Zeit sicherheitshalber Überbleibsel einer vorherigen Ausführung zu entfernen:
rm -f $TRACK_FILE $TEMP_FILE
Nur für den Fall, dass etwas total schief gelaufen ist.
Um die Tracklist zu erzeugen schreiben wir nun einfach alle Parameter, die beim Skriptaufruf übergeben wurde in das TRACK_FILE:
for file in " $@ "; do
echo " $file "
done > $TRACK_FILE
Das funktioniert gewisserweise wie eine foreach-Schleife. Eine beliebige Anzahl Parameter wird durchlaufen (“ $@ “). Der jeweils aktuelle Parameter wird in $file gespeichert und in der Schleife verarbeitet. Hier wird er einfach an die Standardausgabe geschickt. Die komplette Ausgabe der Schleife wird wieder auf $TRACK_FILE umgebogen, wodurch die Ausgabe nicht auf der Kommandozeile erscheint, sondern in der angegebenen Datei.
Die Größe der Tracklist holen wir uns mit wc:
size=$( cat "$TRACK_FILE" | wc -l)
Natürlich könnte man die Datei auch gleich als Parameter für wc angeben:
wc -l " $TRACK_FILE "
Dann jedoch erhält man eine Ausgabe nach folgendem Muster:
6 .tracklist.playr
Man muss also erst noch den eigentlichen Wert extrahieren. Da mache ich lieber den “Umweg” über cat. Ist kürzer.
Nun kommt die eigentliche Hauptschleife des Programmes:
while [[ $size -gt 0 ]]; do
## Code
((size–))
done
Diese Schleife läuft solange durch, bis $size den Wert 0 hat. Da $size auf jeden Fall größer als 0 sein muss und in jedem Durchgang um eins verringert wird, ist das irgendwann der Fall. Mit der Abbruchbedingung verhindern wir auch, dass die Schleife ausgeführt wird, wenn die Tracklist leer ist.
Es ist Zeit. Zeit um die Urväter, die Auditoren, die Götter anzurufen. Zeit eine Zufallszahl zu erzeugen. Einer Zufallszahl innerhalb eines Intervalls errechnet man am Besten mithilfe von Modulo. Modulo ist der Name der in der Unterstufe als Restwertdivision bekannten Berechnung.
Kleine Beispiele: 10 / 3 = 3 . Rest: 1 ; 13 / 5 = 2 . Rest: 3 . Uns interessiert immer der Restwert. Dieser ist auf jeden Fall immer um 1 kleiner als der Divisor (für diejenigen, die schon lange aus der Schule draußen sind
).
Bash scheint keine built-in Funktion für Modulo zu haben, dafür gibt es ein paar andere Möglichkeiten eine solche Berechnung durchzuführen. Am ansprechendsten habe ich let gefunden:
let "rand = $RANDOM % $size + 1"
In der Variable $rand wird das Ergebnis der Berechnung festgehalten. $size ist natürlich der Begrenzer. $RANDOM ist eine Umgebungsvariable, welche bei jedem Aufruf einen neuen zufälligen Integer (Ganzzahl) ausgibt. Da diese Berechnung bei einer Tracklist-Größe von z.B. 6 den Wertebereich von 0-5 abdeckt, wir aber kein 0 tes Lied, dafür aber ein 6 tes, zählen wir zum Ergebnis einfach 1 dazu.
Den damit errechneten Track erhalten so:
track= " $( head $TRACK_FILE -n$rand | tail -n1) “
Hier passiert ein bisschen was:
head -n$rand
filtert die ersten $rand Zeilen aus der Liste. Ist $rand also 2 , dann erhalten wir durch head die ersten 2 Zeilen. Dadurch ist der gesuchte Track immer an letzter Stelle in der Liste. Diese letzte Stelle können wir uns nun per tail holen:
tail -n1
Hier holt uns tail die 1 ste Zeile von hinten. Damit haben wird unseren Track. Dieser wird nun in die Variable $track gespeichert.
Jetzt wird es Zeit den Track abzuspielen:
play " $track "
Natürlich kann man auch das Ausrechnen des Tracks und den Aufruf von play in einer Zeile unterbringen. Ich bin jedoch eher für lesbaren Code als für “Zeileneffizienz”.
Zum Abschluss muss noch eine neue Tracklist angelegt werden, ohne den gerade abgespielten Track. Dazu holen wir uns zuerst alle Tracks vor dem Aktuellen:
head " $TRACK_FILE " -n$[ $rand-1 ] > " $TEMP_FILE "
und die Tracks danach:
tail " $TRACK_FILE " -n$[ $size-$rand ] >> " $TEMP_FILE "
Mit
$rand-1
holen wir uns alle Tracks vor dem Aktuellen und sparen diesen aus. Hingegen
$size-$rand
liefert uns alle Tracks nach dem Aktuellen. Damit erhalten wir wieder dieselbe Liste wie zuvor, nur ohne dem letzten Track. Man beachte die Pfeile, welche das Ergebnis jeweils nach $TEMP_FILE schicken. In der ersten Zeile befindet sich nur ein Pfeil. Das bedeutet, dass die Datei überschrieben und neu befüllt wird. Es wird also nur das gespeichert, was in dieser Zeile herauskommt. In der zweiten Zeile hingegen sind zwei Pfeile. Das bedeutet, das das Ergebnis an die Datei angehängt wird. Der Inhalt der Datei wird also nicht über-, sondern der neue Inhalt dahinter in die Datei geschrieben.
Schließlich müssen wir die neue Tracklist noch über die alte schreiben:
mv " $TEMP_FILE " " $TRACK_FILE "
Nach der Schleife selbst rufen wir noch einmal quit auf, damit das Skript sich auch ohne Abbruch durch den Nutzer sauber beendet.
Das vollständige Skript
#!/bin/bash
function quit {
rm -f $TRACK_FILE $TEMP_FILE
exit 1
}
trap quit SIGINT SIGTERM
TRACK_FILE=/tmp/.tracklist.playr
TEMP_FILE=/tmp/.temp.playr
rm -f $TRACK_FILE $TEMP_FILE
for file in “ $@ “; do
echo “ $file “
done > $TRACK_FILE
size=$( cat ”$TRACK_FILE” | wc -l)
while [[ $size -gt 0 ]]; do
let “rand = $RANDOM % $size + 1″
track= " $( head $TRACK_FILE -n$rand | tail -n1) “
play “ $track “
head “ $TRACK_FILE “ -n$[ $rand-1 ] > “ $TEMP_FILE “
tail “ $TRACK_FILE “ -n$[ $size-$rand ] >> “ $TEMP_FILE “
mv “ $TEMP_FILE ” “ $TRACK_FILE “
((size–))
done
quit
Zum Schluss
Ich bin vergleichsweise ein Anfänger in Shell-Script. Ich habe einige Erfahrung in C++ und es kann daher sein, dass ich versuche Konzepte daraus in Bash umzusetzen, obwohl es wesentlich einfachere Lösungen gibt. Wenn du eine bessere Lösung weißt, schreibe sie doch bitte in die Kommentare.
Lizenz
Das Skript steht unter der GPLv3.
Der erste Tag vom Rest jeden Lebens
Dezember 20, 2012 um 11:28 nachmittags | Veröffentlicht in Vermischtes | Hinterlasse einen KommentarWer glaubt an einen Weltuntergang am 21.12.? Hände hoch? Irgendwer?
Das hier ist kein Oh-nein-wir-werden-alle-sterben Artikel. Um genau zu sein will ich nur Folgendes verbreiten: Ruhe und Gelassenheit. Es kommt nicht oft vor, dass eine der fast täglich stattfindenden Weltuntergangsprohezeiungen von der Presse und Hollywood so gefeiert wird wie heute. Noch seltener, dass Pseudo-wissenschaftliche “Beweise” dafür vorgelegt werden.
Beginnen wir doch damit. Ich bin kein Altertumsforscher, kein Kenner der Ethnien Südamerikas und auch nicht sonderlich bewandert im Wesen der Maya. In diesem Punkt bin ich den meisten Menschen, den Redakteuren von sensationsgeilen Zeitungen eingeschlossen, gleich. Allerdings ist mir eines bewusst: bloß weil eine Kultur Kalender angefertigt hat und ausgerottet wurde bevor sie die nächste Edition veröffentlichen konnten, bedeutet das noch lange nicht, dass sie irgendwelche hellseherischen Fähigkeiten gehabt hätten.
Die zum erbrechend gleiche sensationelle Berichterstattung der Hundekot-Medien zu dem Thema wird mit den heutigen Ausgaben sicherlich ihren Höhepunkt erreichen, bevor morgen entweder peinliche Ablenkungsversuche von der Eigenen Panikmache, verwunderte Fragen nach “wars das?” oder einfache Selbstverleugnung die Titelblätter zieren. Ich warte schon auf die lächerlichen Interpretationsversuche, was am – ganz normalen – Freitag die Weltuntergangsstimmung gerechtfertigt hat.
Kommen wir zum eigentlichen Grund dieses Posts. Ich habe keinen Angst vor diesem “Weltuntergang”. Ich habe Angst vor den Leuten, die an ihn glauben. Vor Leuten, die in einer Art Wahn ihren persönlichen Weltuntergang zelebrieren wollen. Deshalb nochmal meine Botschaft: Bleib ruhig und schalt dein Hirn ein. Die einzigen, die bis jetzt vom Weltuntergang geredet haben ist die Boulevard-Presse. Damit sie was schreiben können. Die müssen ihre Seiten füllen. Dass sie dabei nicht zimperlich sind und das Wohl der Bevölkerung unter “U” wie “Unwichtig” abgelegt ist, ist bei Medien a’la Bild-Zeitung nichts Neues. Die sensationsheischende Art der Berichterstattung stachelt die Bevölkerung, speziell die, die bereits auf der Kippe stehen, nur noch mehr an.
Deswegen kann nicht oft genug gesagt werden: atme tief durch und denk nach. Nichts wird passieren. Das ist ein ganz normaler Freitag. Nicht einmal der 13. eines Monats. Wir gehen in die Arbeit, machen früh Schluss und freuen uns dann auf ein langes Wochenende. Ich persönlich freue mich auf den Gesichtsausdruck meiner Freundin, wenn sie ihr Geschenk sieht.
Schöne Zeit, Euch allen!
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